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Das Mittelalter (12. bis 15. Jhdt)    Zeittafel:  Link I   Link II   Link III   Link IV  Link V

Beginnen wir mit der Karolinger- und deren Folgezeit, also der Zeit von 800 bis 1100. Nach der Völkerwanderung begann wieder etwas Ruhe einzukehren in Europa. Jahrhundertelang waren zahlreiche Stämme kreuz und quer durch den Kontinent gezogen, um sich an einem neuen Plätzchen anzusiedeln, und da Europa damals durchaus nicht leer war, ging das nicht ohne Kämpfe ab. So waren die Könige und Kaiser der Karolingerzeit auch vor allem Heerführer, der Adel ihre Generäle - und die unbewaffneten Bauern nichts wert.

Zeitgenössische Malereien zeigen, daß in der Kleidung noch die römische, vor allem aber die byzantinische Antike nachwirkte, auch wenn die hohe Kultur und Technologie Roms längst entschwunden war. So trug man beispielsweise Tunikas, über die Schulter drapierte, togaähnliche Gewänder und geschnürte Sandalen.

Die durch einfache Formen gekennzeichnete Mode hielt sich auch im wesentlichen im Hochmittelalter, der Phase, die durch Kreuzzüge und Rittertum als „eigentliches" Mittelalter assoziiert wird. Sie umfaßt das 12. und 13. Jahrhundert. Tiefe Religiosität, Minnedienst und Waffenlehre galten als die wichtigsten männlichen Tugenden. Von daher wurden Söhne entweder als Erben ernannt, ins Kloster oder in den Knappendienst geschickt. Deshalb waren auch Kreuz und Schwert die wichtigsten Insignien eines Mannes. Beides wurde sowohl über Kampf- als auch über Zivilgewandung getragen.

Zivilgewandung bestand aus einem einfach, weit und lang geschnittenen Gewand, war mit einfachen Borten verziert und mit einem Lederriemen (bei adliger Festtagsgewandung mit einem goldenen Gürtel) geschnürt. Als Unterkleid trug man ein einfaches Leinenhemd, Bruchen (mittelalterliche Unterhosen) und wärmende Beinlinge.

Kampfgewandung dagegen war im Laufe der Jahrhunderte einem ständigen Wandel unterworfen. Deswegen sei hier nur ein Beispiel aus dem Hochmittelalter erwähnt: Über den beschriebenen Unterkleidern wurde eine versteppte Jacke (gambaison), ein gepanzertes Wams (Platen), ein Kettenhemd und Kettenbeinlinge und schließlich der Wappenrock angezogen. Letzterer war besonders wichtig, da auf ihn das jeweilige Wappen gestickt war.

Erstaunlicherweise unterschied sich die weibliche Kleidung nur geringfügig von der männlichen. Auch hier herrschten einfache geometrische Schnitte und Formen vor. Frauen trugen lange und weite Ärmel, teilweise mit Unterkleidern mit enganliegenden Ärmeln darunter, Röcke waren großzügig geschnitten und sehr lang, und auf Taillenhöhe wurden die Gewänder ebenfalls gegürtet.

Interessant waren auch die zeitgenössischen Kopfbedeckungen. Männer trugen eine sogenannte „Gugel", eine Kapuze mit Kragen und langer Spitze. Frauen, sobald sie verheiratet waren, mußten ihren Kopf mit einem Schleier bedecken. Die bekannten und auffälligen Hüte kamen erst ein Jahrhundert später auf. Was die Farbgebung angeht, so war man im Mittelalter auf die wenigen sich bietenden Färbemöglichkeiten angewiesen, und diese waren auf rot, blau und grün beschränkt. Natürlich war auch gelb möglich, diese Farbe war allerdings verpönt, da sie den „leichten Frauen" zugeschrieben wurde. Da gleichermaßen die Webtechniken noch nicht ausgereift waren, wurden einfache Stoffe aus Leinen, Wolle, Flachs oder Hanf verwandt.

Mit dem sich auflösenden Rittertum veränderte sich auch die Mode. Das anbrechende 14. Jahrhundert läutete das Zeitalter der Spätgotik und von der Mode her gesehen das Zeitalter des französisch-burgundischen Kleidungsstils ein. Charakteristisch hierfür waren die mehr ins extreme wachsenden Formen: die Röcke der Männer wurden kürzer und reichten bald kaum mehr über die Lenden. Ärmel und Hosenbeine wurden enger, verschiedene Körperstellen, wie Schultern, betont. Frauen trugen Gewänder mit hoch angesetzten Taillen und tieferen Ausschnitten. Auch andere Formen wurden überspitzt. So entstanden in dieser Zeit die berühmten Schnabelschuhe, wobei die Schnabellänge je nach gesellschaftlichem Stand variierte. Je länger der Schnabel, desto höher das Ansehen. Dasselbe galt für die Länge der Gugelspitzen. Das wohl berühmteste Merkmal der Spätgotik waren die auffallenden Kopfbedeckungen der Frauen. Die allseits bekannten Spitzhüte, die fälschlicherweise als „Burgfräuleinhüte" einen Bekanntheitsgrad erlangt haben, und die Doppelhörnerhauben, verziert mit lang herabfallenden Schleiern, sind nur zwei Beispiele dessen. Einen solch ausgeprägten Kopfputz hat es in späterer Zeit in vergleichbarer Weise nie wieder gegeben.

Die Epoche nähert sich dem Ende mit dem Späten Mittelalter (14. - 15. Jhd.). Die äußerst prächtige Burgundische Mode mit ihren Houppelanden (lang schleppende, sehr weite Gewänder mit lang herabhängenden Überärmeln, die von Männern und Frauen gleichermassen getragen werden) getragen über dem schmalen "Niderkleit" setzt ein. Die Säume sind oft "gezattelt", das heißt, gelappt.
Die Kleidung prunkt in herrlichsten Farben, in leuchtender Seide, in schimmerndem Samt, ist oft pelz- und edelsteinbesetzt. Das "Mi parti" (linke und rechte Gewandhälfte haben eine andere Farbe, Beinlinge wiederum andere Farben als die Oberbekleidung) kommt gross in Mode - eine Mode, die sich bis weit hinein in die Renaissance halten wird - man kann mit ihre so schön zeigen, daß man reich genug ist, teure, komlizierte Näharbeit zu bezahlen. Bekannt ist diese Farbverteilung heute noch als Narrengewand, ebenso wie eine weitere tyische modische Besonderheit, nämlich das Besetzen der Kleidung mit hunderten von kleinen Schellen. Dies ist übrigens eine hauptsächlich in Deutschland verbreitete Gewohnheit.

Mode im Mittelalter'

Die Renaissance (16. Jhdt)  Zeittafel: LINKLink II     Link III   Schnittmuster

Der Begriff "Renaissance" steht, aufgrund seiner wörtlichen Bedeutung "Wiedergeburt", für eine komplette Umkehrung des Bisherigen. Die Zeit der Renaissance war geprägt von dem Geist des Neuanfangs. Antike Ideale, Bildung, Wissenschaft und die schönen Künste sollten das "finstere Mittelalter" verbannen.

In den durch Fernhandel reich und mächtig gewordenen Stadtstaaten Italiens, zwischen den steinernen Zeugnissen der griechischen und römischen Antike, setzte dieser Neuanfang zuerst ein. Während im Norden Europas noch die Spätgotik herrschte, schuf Michelangelo schon Werke, die mit dem Mittelalter nichts mehr zu tun haben. Die Italienische Frührenaissance beginnt bereits Ende des 14. Jh.

Italien hatte zu dieser Zeit das absolute Stoffmonopol inne, hatte durch die Handelsbeziehungen zum Orient Zugang zu Seide und Stoffen bisher ungekannter Feinheit der Verarbeitung. Man trug Gold- und Silberbrokat, Samt und Seide, Stickereien, Pelze und vor allem Stoffe mir eingewebten Mustern (wobei sich das Granatapfel- und diverse Blumenvasenmuster der größten Beliebtheit erfreuten). Auch wurde das Farbdiktat des Mittelalters nahezu aufgehoben. Jeder kleidete sich in den Farben seiner Wahl. Somit wurde persönlicher Geschmack und Vielfalt wichtiger als Einheitlichkeit. Was dabei natürlich nicht vergessen werden darf, ist, daß dies nur für Adlige und reiche Kaufleute galt.

Auch in Schnitt und Tragweise wies die Mode der Renaissance neue Erscheinungsformen auf. In Anlehnung an die burgundische Mode trug der Mann zwar noch Strümpfe (wobei diese sich aber immer mehr zu Strumpfhosen, sog. "Trikothosen" entwickelten), darüber ein geschnürtes Wams und einen weiten Umhang, die sogenannte "Zimarra", allerdings gewann nun die Hutmode auch bei Männern immer mehr an Bedeutung.

Auch für Frauen brach in der Mode eine neue Ära an. Kleidung wurde sehr viel freizügiger, man durfte nicht nur seine Arme und Ohren wieder zeigen, vielmehr war es sogar erlaubt, ein tiefer ausgeschnittenes Dekolleté zu tragen. Auch die Hauben fielen weg, Haare wurden kunstvoll frisiert, oder eine hohe Stirn gezupft. Auch war es modern, sich die Haare zu bleichen. Schminken, eine absolute Neuheit, wurde in der Renaissance zur Selbstverständlichkeit. Auch bei Frauen wurden die Stoffe schwerer, die Schleppen und Ärmel kürzer.

In Nordeuropa beginnt die Renaissance mit der Zeit Dürers, gegen 1500. Besonders typisch für diese Zeit ist die "Landsknechtmode". Sie wurde in und um Deutschland von Söldnern erfunden, die einserseits als rechte Gecken mit der Mode gehen wollten, denen aber andererseits die modische Kleidung für den Alltag zu eng war. Also schlitzten sie ihre Kleider an den Gelenken auf. Dieser "zerhauene" Stil wurde von allen Bevölkerungsschichten und in fast ganz Europa mit Begeisterung aufgenommen und wirkte jahrzehntelang nach.

Besonderen Wert wird auf schöne Ärmel gelegt. Meistens sitzen sie nicht fest an Mieder oder Wams, sondern werden angenestelt. Es ist durchaus üblich, links und rechts zwei verschiedene Ärmel zu tragen, und den Lieblingsärmel an alle möglichen verschiedenen Gewänder anzunesteln. Sie sind oft so kostbar, dass sie (während des Tragens!) gestohlen werden, und sie werden in Testamenten gesondert aufgeführt.
Während die Frauenbekleidung im Grossen und ganzen bis auf Variationen in der Höhe der Taille und verschieden Ärmelarten keine nennenswerten Formveränderungen durchmacht, entsteht in der Männermode aus einer immer weiter verkürzten Hose die mit Roßhaar ausgestopfte kugelrunde "Heerpauke" - der spanische Hof ist hier Ausgangspunkt. Daneben trägt der modische Herr die "Braguette", eine bis ins Lächerliche vergrösserte und zum Teil recht naturalistisch geformte Schamkapsel (die Weiterführung des im Mittelalter entstandenen Hosenlatzes), die durchaus als Aufbewahrungsort für galante Geschenke (z.B. Apfelsinen) an die Angebetete diente.

Mann

Frau Frau Kopfbedeckung Landsknecht
Mann Mann Mann Landsknecht
       

 

 

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Stand: 25. April 2016     

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