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Der erste Siedlungshinweis datiert von 1024

Stadtheimatpfleger Grünthaler blätterte in der Geschichte der Herzogstadt - Fortsetzung geplant

17.10.1992 -- Sulzbach-Rosenberg. (srp) Im Kreise der historischen Gruppe "Stiber Fähnlein" und einiger anderer interessierter Zuhörer trug Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler im Gasthaus Lotter (Bartl) eine Zusammenfassung der Sulzbacher Heimatgeschichte vor, die er mit entsprechenden Dias umrahmte. Dies war der Beginn einer Reihe von heimatgeschichtlichen Vorträgen, bei denen   in der Folge auf die einzelnen Epochen näher eingegangen werden soll.

Grünthaler führte in bewährter Weise durch die Jahrhunderte der Stadtgeschichte, wobei er es verstand, die Historie durch Histörchen zu würzen. In einem Eichenbalken des Dachstuhls der 1874 abgerissenen Gebhardsburg fand man die Jahreszahl 1024. Dies ist der erste Hinweis auf das ungefähre Entstehen der Burg und damit auch der Siedlung, aus der die Stadt Sulzbach entstehen sollte.

Im Jahre 1071 wird Gebhard I. erstmals als Graf von Sulzbach urkundlich erwähnt. Er erscheint damit als Gründer der Sulzbacher Grafenlinie, die zum Hochadel des Reiches gezählt wurde. Der Name unserer Heimatstadt rührt wahrscheinlich davon her, daß der die Stadt umfließende Bach ein Sumpfgebietentstehen ließ (im damaligen Sprachgebrauch Sulz = Sumpf) Berengar I., der Türme und Tore und weitere Befestigungen erstellen ließ, verlieh unserer Stadt sein Wappen, die sechs weißen Lilien auf rotem Grund.

Der sogenannte Kreuzstein an der heutigen Grenze zur CSFR wurde von Berengar und böhmischen Adeligen als Grenzmarkierung zwischen dem Herrschaftsgebiet Berengars und Böhmens errichtet und markiert seitdem diese Grenze. Mehrere Hochzeiten zeigen, welche außerordentliche Rolle die Sulzbacher Grafen spielten. Gertrud von Sulzbach heiratete den deutschen König Konrad III., einen Staufer. Bertha von Sulzbach wird unter dem Namen Irene Kaiserin von Byzanz (Ihr Bildnis ist noch heute in der Hagia Sophia in Istanbul zu sehen). die zu dieser Zeit mächtigsten Herrscher der christlichen Welt waren zur gleichen Zeit mit Töchtern Berengars I. verheiratet.

Entsprechende Urkunden lassen erkennen, dass Sulzbach bereits in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts das Stadtrecht erhielt. 1252 wird erstmals eine Sulzbacher Pfarrgemeinde und die Existenz der Stadtpfarrkirche genannt. 1300 erläßt Papst Bonifacius VIII. und Bischof Konrad von Regensburg Bestätigungsbriefe für Stadt und Burg. 1305 sind erstmals Wittelsbacher Herren der Grafschaft Sulzbach, es sind dies die Herzöge von Bayern. Im gleichen Jahr bestätigen die Herzöge Rudolf und Ludwig (der spätere Kaiser Ludwig der Bayer) die alten Bergbauprivilegien. Erstmals wird eine jüdische Gemeinde in Sulzbach erwähnt.

Das 14. Jahrhundert bringt eine ungeahnte Blüte des Bergbaus in die Oberpfalz. 1341 entsteht die erste Hammereinigung der Städte Amberg und Sulzbach. Es entsteht das "Ruhrgebiet des Mittelalters". Dieser Vertraf führt 1387 zur Hammereinigung der Städte Sulzbach, Nürnberg und Amberg sowie 68 Hammerherren; das erste industrielle Kartell ist damit entstanden. 1460 erläßt Papst Pius II. eine Bulle, die es den Sulzbacher Bergleuten erlaubt, zur Sicherung ihrer Gruben vor Wassereinbrüchen, auch an Sonntagen tätig zu werden. Im Jahre 1348 sucht der schwarze Tod, die Pest, unsere Stadt heim. Eine für die heutige Zeit katastrophalen Hygiene mit offenen Kloaken und Unrat auf den Straßen und zwischen den Häusern fördert die Seuche ungemein. Nachdem die Juden ihrer glaubensbedingten Reinlichkeit wegen, nicht oder fast nicht davon betroffen werden, geben die Bürger vor allem ihnen die Schuld an der furchtbaren Heimsuchung und vertreiben die Juden aus der Stadt.

1355 fällt Sulzbach an die Krone Böhmens und wird, gefördert von Kaiser Karl IV., zur Hauptstadt Neuböhmens ernannt. die Vorliebe Karls IV. für Sulzbach führt zu einer Hochblüte der Stadt. Er verleiht Sulzbach die Zollfreiheit in allen Städten des Reiches sowie im Königreich Böhmen, Sulzbacher Bürger dürfen im gesamten Sulzbacher Gebiet Bergwerke errichten, eine Münzanstalt wird errichtet, das Landgericht wird wird zum kaiserlichen Landgericht ernannt, die Stadtpfarrkirche wird erweitert und der Ostchor mit dem Standbild Karls IV. errichtet. Karl ernennt seinen Sohn zum Grafen von Sulzbach und verleiht ihm das Wappen der Stadt. Er stiftet ein Bürgerspital im Haag und gestattet Friedrich dem Castner, einem Edelmann, den Betrieb eines Hammers in Rosenberg (die spätere Hammerphilippsburg) und das führen der Rose als Wahrzeichen.

Hier endete der Vortrag des Stadtheimatpflegers. Karl Grünthaler erklärte, dass diese Einführung in die Stadtgeschichte schon bald Fortsetzungen finden wird, bei denen einzelne Epochen genauer beleuchtet werden.

 

Das Altstadtfest 1992 lockte die Gäste zu Tausenden

Feucht, fröhlich und einfach schön

Zum Auftakt kräftige Bierdusche für den Bürgermeister - Gäste aus Flensburg und Sachsen

22.06.1992 -- Sulzbach-Rosenberg. (lö) Zwei Attribute verdient dieses Altstadtfest 1992 allemal: Feucht und fröhlich! Wie um das auch drastisch zu unterstreichen, "zelebrierte" 1. Bürgermeister Gerd Geismann auf den Rathaustreppen einen offiziellen Bieranstich von der besonders spritzigen Art .... aber die Augenzeugen nahmen es freundlich-gelassen auf. 

Eine Grundstimmung, die sich über das ganze Fest hinweg auch nicht durch diverse kräftige Regengüsse  nicht mehr vertreiben lies aus den Mauern der fast tausendjährigen Herzogstadt. Die Sulzbach-Rosenberger - und mit ihnen auch viele Gäste von auswärts - bewiesen einmal mehr Stehvermögen.


Der Wetterbericht ließ am Freitag Böses ahnen, und noch in den Aufbau der Bratwurstroste, Bierschankstellen und Verkaufsstände hinein goss es aus himmlischen Schleusen, was das Zeug hergab .. umso erstaunlicher dann, wie viele Festbesucher sich trotzdem gegen 18 Uhr auf dem Luitpoldplatz einfanden, wo ihnen die Bergknappenkapelle unter Leitung von Günther Holupirek das Warten auf den "Einzug der Matadoren" verkürzte.


Mit Trommel- und Fanfarenklang näherte sich vom Stadtturm her der Zug, und mitten unter der politischen Prominenz sorgten die Matrosen vom Patenboot "Schütze" und - erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen - die Gardisten des Stadtfähnleins Stiber - für zusätzliche Farbtupfer. 

Im Fahnenschmuck und mit frischem Birkengrün präsentierte sich die ganze Altstadt festlich herausgeputzt, als 1. Bürgermeister Gerd Geismann seinen denkwürdigen Bieranstich vollzog. angesichts des kräftigen Bierstrahls, mit dem sich fast das ganze Faßl auf die Rathaustreppen ergoss, kam im Publikum die Mutmaßung auf, unser Biotop-begeistertes Stadtoberhaupt wolle da ganz auf die Schnelle ein "Bierotop" anlegen......................................................

 

Historische "Stadtknechte" in Sulzbach-Rosenberg

...06.1992 -- Bergstadtbote. Zum diesjährigen Altstadtfest konnte Sulzbach-Rosenberg mit einer Neuheit aufwarten: Sechs "Stadtknechte" in historischen Gewändern werden an den Veranstaltungen teilnehmen, im Rathaus, an Festplätzen und auf dem Festzug repräsentieren und die Honoratioren der Stadt begleiten.


Sie sind gekleidet wie die Verteidiger der Stadt zur Zeit des Landshuter Erbfolgekrieges im Jahre 1504, als die Herzogstadt Sulzbach von Ambergern und Böhmen belagert wurde. Die Szene ist am neuen Brunnen auf dem Luitpoldplatz dargestellt. Stadthauptmann und Vizedomus war damals Albrecht Stiber, der in der evangelischen Kirche St. Johannis in Rosenberg begraben wurde und dessen Grabplatte heute noch zu sehen ist. Die Farben seines Wappens sowie der Stadt Sulzbach herrschen in den Farben der Stadtknechtsgewänder vor. über einem Leinenhemd trägt der Knecht ein schwarzes, rotgeschlitztes Wams, von einem Ledergürtel mit Messingschnalle gehalten. Die Hosen sind naturweiß und rot gebändert, die Strümpfe rotweiß gestreift. Auch das Barett ist rot, mit schwarzen Passepolen und Straußenfedern geschmückt. Dazu kommen handgearbeitete Lederschuhe und eine Hellebarde.
Die Gewänder wurden vom Modeatelier Kohl, Hafnersgraben, nach Bildern aus jener Zeit und Theaterkostümen hergestellt; sie sind hervorragend gelungen. Die Firma Porisch hat die Schuhe preiswert geliefert. Auch die Hellebarden sind nach Originalvorlagen in Handarbeit gefertigt, die Metallteile vom Mayer-Schmied, die Holzstiele von Hans Reinhardt.

Die Idee stammt von Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler. Sie wurde im Heimatkundlichen Arbeitskreis besprochen und im Verkehrsverein beschlossen. Nachdem die finanzielle Frage geklärt war, konnte mit Zustimmung der Stadtoberen der Plan in die Tat umgesetzt werden. 

Den letzten Anstoß habe der Nordgautag in Weiden gegeben und die Tatsache, dass Sulzbach-Rosenberg in zwei Jahren den nächsten, den 30. Nordgautag ausrichten wird, meinte Karl Grünthaler.  Da sollte die 1000 jährige   Herzogstadt Sulzbach auch etwas aus ihrer reichen geschichtlichen Vergangenheit vorweisen können. In ihrer geschichtlichen Bedeutung stehe sie kaum hinter Nördlingen oder Neustadt (Donau) zurück, wo seit langem historische Feste gefeiert werden, an denen ein großer Teil der Bevölkerung in schönen historischen Kostümen teilnehmen. Sie kleiden sich als Arme und Reiche, als Adelige, Bürger und Knechte, sodass die Zuschauer aus nah und fern sich tatsächlich in frühere Zeiten zurückversetzt vorkommen.

Könnten die Stadtknechte auf dem Altstadtfest von Sulzbach-Rosenberg vielleicht der Anfang einer ähnlichen Entwicklung werden? Die sechs Männer sind jedenfalls mit Eifer dabei, sie haben sogar einen Teil der Kostüme aus eigener Tasche bezahlt. Vielleicht wird es möglich, das Interesse der entsprechenden Vereine und über sie der Bürger von Sulzbach-Rosenberg für die Vergangenheit zu wecken. Dann könnte auch das Altstadtfest eine neue Bedeutung erhalten.


In Wams und Waffen: Das Stiber-Fähnlein

Neue historische Stadtgarde im Aufbau -  bei Altstadtfest und Nordgautag

06.06.1992 -- Sulzbach-Rosenberg. (lö) Anno 1504 hat er mit tapferen Sulzbacher Bürgern im  Landshuter Erbfolgekrieg die Stadt erfolgreich gegen eine Übermacht von Ambergern und Böhmen verteidigt, jetzt gelangt er über 400 Jahre später zu neuen Ehren: Der Stadthauptmann Albrecht Stiber. Er ist nämlich der Namensgeber für eine im Aufbau begriffene Stadtgarde, die in historischen Gewändern des 15. Jahrhunderts beim Altstadtfest am kommenden Wochenende ihren ersten offiziellen Auftritt haben wird.


Schon seit längerem verfolgten Verkehrsverein und Heimatkundlicher Arbeitskreis Sulzbach-Rosenberg die Idee, mit einer historischen "Figurengruppe" an die reiche und bewegte Vergangenheit der Herzogstadt zu erinnern und offiziellen Anlässen und Festivitäten wie etwa dem Altstadtfest einen zusätzlichen Farbtupfer zu verleihen. Jetzt ist der Gedanke in einer ersten Stufe Realität geworden: sechs Mann bilden den Grundstock einer Sulzbacher Stadtgarde, die unter dem Namen "Stiber-Fähnlein"firmiert. Als Initiator und Motor hat sich Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler vor allem um eine historisch hieb- und stichfeste Ausstattung der Gardisten bemüht. Dies darf man durchaus wörtlich nehmen, denn jeder Gardist ist mit einer martialischen mittelalterlichen Hellbarde ausgestattet. Der Mayer-Schmied vom Bochviertel hat dafür seine Werkstatt zur "Waffenschmiede" gemacht und sich nach allgemeinem Urteil dabei hervorragend qualifiziert.


Gewandet sind die Sulzbacher Landsknechte in Leinenhemd, Wams, Pluderhose, Barett, Strümpfe nebst Ledergürtel und Ledertäschchen. Die Kleidung ist mit Rot-Weiß in den Stadtfarben gehalten und - durch die Farbe Schwarz im Wams - zugleich auch in den Wappenfarben des Albrecht Stiber.


Der Aufbau der Stadtgarde, bisher maßgeblich unterstützt durch die Stadt selbst und die Sparkasse, soll natürlich weitergehen. Deshalb würden sich Verkehrsverein und Heimatkundlicher Arbeitskreis auch über weitere Sponsoren für die Anschaffung der kostspieligen historischen Gewänder freuen. Seine ersten offiziellen Auftritte hat das "Stiber-Fähnlein" beim diesjährigen Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest und am Sonntag, 21. Juni, beim Nordgautag in Weiden.

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Stand: 25. April 2016     

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