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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

hier fehlen noch viele Artikel, wird immer wieder ergänzt

 

Endlich Frieden zwischen Ambergern und Sulzbachern

Nach Pulverdampf und Schwerterkampf ein Kniefall, Versöhnung und heftiger Umtrunk

Donnerstag  22.06.1999--
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Eine Premiere der besonderen Art erlebte am Samstagnachmittag die 23. Neuauflage des Altstadtfestes in Form eines historischen Freundschadtsbittens der "Kurfürstlichen Schloßwache zu Amberg" an die Sulzbach-Rosenberger Gruppe des "Stiberfähnleins".

1. Bürgermeister Geismann würdigte diese abgewandelte Nachstellung eines mittelalterlichen Ereignisses, das 1504 vor dem damaligen Neustadttor stattfand, als "bewegenden Augenblick" in der Geschichte unserer Herzogstadt.
Es ist schon eine extra Anerkennung wert, was Klaus Faltenbacher und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter der historischen Gruppe "Stiberfähnlein" sich jedes Jahr einfallen lassen um den vielen tausenden Altstadtfestbesuchern einen Hauch von Tradition und mittelalterlicher Lebensweisen zu vermitteln.
Viele der hunderte von Zuschauern und der unvorbereiteten Festbesucher "zuckten" gegen 15 Uhr am Samstagnachmittag zusammen, als von der Allee aus lauter Kanonendonner zum Stadtturm herunter grollte. Schnell schallte es aus den Reihen der wackeren "Stiberer": "Die Amberger greifen an". Die Fanfaren bliesen zum Alarm und schon knallte das Verteidigungsfeuer aus den Schießscharten der altehrwürdigen Stadtmauer daß es nur so rauchte.
Nur einem mutigen Amberger Ritter gelang es bis vor den Stadtturm vorzudringen wo er auch gleich von seinem herzöglichen Konkurrenten zum "Schwertkampf" gestellt wurde. Dem Schwerterklirren machte aber bald ein Ruf des kurfürstlichen Führers, alias Gerd F. Wennicke, ein Ende: " Einhalt, wir sind nicht zum Kriege sondern in Frieden hier"! Der Stadtsprecher des Magistrat, im Mittelalter auch "Stadtbüttel" genannt, gespielt von Hans Reinhardt, fragte nach dem "Begehr" der gegnerischen Heerschar.
"Kaiser, Fürsten, Edelleut streiten sich seit langer Zeit. Wir suchen weder Zank noch Streit, Freunde suchen wir im ganzen Land, kommen von der Vils ihr'm Strand. Von nun an sei es Friedenszeit zwischen den Kurfürstlichen aus Amberg und den braven Stiber-Leut", verkündete der Sprecher der Kurfürstlichen aus Amberg.
"Da euch der Weg ins Bayerische führte um uns nach 495 Jahren kund zu tun endlich Frieden zu schließen zwischen Bayern und Kurfürstentum werden wir unsere Waffen nicht mehr erheben und unsere Kanonen fürderhin schweigen lassen", entgegnete der herzogstädtische Stadtsprecher.
Mit einem festen Händedruck der beiden Sprecher und der Überreichung von Urkunden als Erinnerung an diesen historischen Moment wurde die dauerhafte Freundschaft angenommen und auf lange Zeit besiegelt. 1. Bürgermeister Gerd Geismann, stilecht gewandet, hieß die Gäste aus Amberg nach diesem gelungenem Auftritt im Herzogtum Sulzbach herzlich willkommen und bat alle Edelleut, Ritter, Landsknechte, Marketenderinnen und sonstiges Fußvolk, diese Freundschaft mit einem kräftigen Schluck aus dem Horn zu begießen. Dabei kam auch das erstemal der offizielle Stadtkrug zum Einsatz, der auf einen Vorschlag des Heimatpflegers Karl Grünthaler extra für feierliche Anlässe angeschafft wurde.
Beim gemeinsamen Umdrunk stellte man auch schon die erste Übereinstimmung zwischen den beiden historischen Gruppen fest. Beider Trunkspruch lautet nämlich "Zum Segen". Aber den "Segen" des süffigen Herzogstädter Bieres und die vielen angebotenen Schmankerln konnten nur die Heerscharen der Altstadtfestbesucher so richtig genießen.
Die Mitglieder der historischen Gruppen wie zum Beispiel die "Kroaten" aus Altdorf, die Historische Gruppe Schwandorf, die Mitglieder des "Vereins für erlebte Geschichte" aus Amberg, die historische Gruppe aus Pressath, die Böllerschützen der Kgl.priv. Feuerschützen von Sulzbach und noch viele mehr waren unentwegt dabei, den Gästen aus nah und fern Unterhaltsames zu bieten.
Immer wieder rief der Trommelwirbel hunderte von Neugierigen zum "Anschießen" vor den Stadtturm und bei Einbruch der Dämmerung war der mittelalterliche Troß mit Feuerschluckern in der Altstadt unterwegs und Ritter "Roland von Thunastauff", ein exzellenter Könner des Minnegesangs, aus Regensburg angereist, erzählte in seinen Liedern von vergangen Zeiten.

Stiber-Nachwuchs" steht bereit

Gemischte  Kinder- und Jugendgruppe gegründet - Schwerpunkt: Hinführung zur Geschichte

Montag  27.10.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (fnk) Mit der Gründung einer Kinder- und Jugendgruppe erfüllte   das Stiber-Fähnlein sich und vielen Kindern einen lange gehegten Wunsch. Leider zeigte die Gründungsveranstaltung im Saal des Funkerkellers nicht das erhoffte große Interesse. Dennoch konnte mit einer Kindergruppe der Grundstock gelegt werden.
Peter Ostermann als Sprecher der Stiber begrüßte die Eltern und Kinder im Saal des Funkerkellers und zeigte sich etwas enttäuscht über due geringe Resonanz. Ostermann erläuterte zu Beginn die Geschichte des Stiber-Fähnleins, das als Untergruppe dem Verkehrsverein angegliedert ist. Gegründet wurde der Verein 1992 durch den Stadtheimatpfleger karl Grünthaler. Zu Anfang standen sechs Landsknechte, die die Stadtgarde darstellten, zur Verfügung. Mittlerweile sei ais den sechs Landsknechten eine historische Gruppe von fast 50 Landsknechten und Marketenderinnen geworden.
Peter Ostermann wie außerdem darauf hin, daß das Stiber-Fähnlein, obwohl es eine Untergruppe des Verkehrsvereins ist, eine eigene Vorstandschaft hat. Diese setzt sich aus drei Sprechern und einer Schriftführerin sowie einem Kleiderwart zusammen. Als Vereinsbeitrag sind jährlich mindestens zwölf DM (nach oben offen) zu entrichten. Über diesen Beitrag wird eine Unfallversicherung abgedeckt, die zur Sicherung bei Auftritten und anderen Arbeiten diene.
Zu den historischen Kleidern und Uniformen erklärte der Sprecher, daß das meiste selbst geschneidert ist und nur die Uniformen gekauft werden. Zur Arbeit des Stiber-Fähnlein usw..........
Für die neu gegründete Kinder- und Jugendgruppe ergäben sich daraus ebenfalls viel Ziele, die umgesetzt werden sollten. Dabei stehe außer der Teilnahme bei Repräsentationspflichten (Festzüge usw.) die Hinführung zur Stadt- und Heimatgeschichte an erster Stelle. Jedoch werde dies nicht in Schulmanier, sondern in lockerer Art und Weise abspielen.
So seien Spaziergänge zu historisch wichtigen Punkten, Besichtigungen des LOchgefängnises usw. Gespräche und Informationsrunden und die Aufarbeitung von Erlebnissen geplant. Aber auch die historische Freizeitgestaltung mit Spielen und eventuell auch Tänzen ist vorgesehen. Ein weiterer Punkt wird bei Bastelnachmittagen abgedeckt. Jedoch wird man hierbei darauf bedacht sein, die Basteleien auf historische Dinge zu führen.
Ostermann erklärte, daß vorgesehn war, die Kinder- und Jugendabteilung in drei Gruppen (4-7 Jahre, 8-12 und 13-16 Jahre) aufzuteilen. Da allerdings durch den kleinen Zulauf dies nicht möglich sei, werde vorerst eine gemischte Gruppe eingerichtet. Als Betreuer stehen Birgit Stadler, Daniela Uhl, Matthias Sommer, Elli Sommer, Michael Menath und Susanne Ostermann zur Verfügung.
Zum Abschluß seiner Ausführungen wünschte er den neuen "Siberern" viel Spaß beim Verein und betonte, das ständig Werbung gemacht werde, so daß es in naher Zukunft zu den drei geplanten Gruppen komme. Ein Dank galt den Funkern, die ihren Saal zur Verfügung stellten.
Birgit Stadler lud alle Kinder zum ersten Treffen am Freitag, 31. Oktober, ab 15 Uhr in den Familientreff (Neutorgasse) ein. Aber auch die Eltern sowie interessierte Kinder von vier bis 16 Jahren sind willkommen.

Brief an die Redaktion / 04.04.1997

Stiberfähnlein bietet gemeinsame Begehung des Stadtgrabens

Nachdem in mehreren Beitragen und Leserbriefen der SRZ Stellungnahmen zu den Arbeiten des Stiber-Fahnleins veröffentlicht wurden, die wir so nicht stehenlassen können, sehen wir uns gezwungen, einiges richtig zu stellen.

1. Die Wallmauer, die die Allee abstützen soll, ist durch angeflogenen Baumbewuchs an mehreren Stellen eingestürzt und muß im ganzen umgehend restauriert werden. Weitere Beschädigungen würden in absehbarer Zeit dazu führen, daß die Allee einstürzt. Deswegen ist es unumgänglich, dass die Fundamente dieser Mauer freigelegt werden, was ein Abtragen der angewachsenen Humus- Stein- und Abfallschicht im Stadtgraben notwendig macht. Das wiedenum ist, wie jedem einleuchten wird, nur möglich, wenn der wildgewachsene Busch- und Baumbestand dort entfernt wird, wo es unabdingbar erscheint.

Dies ist in Absprache mit dem Bürgermeister, dem Stadtbaumeister und dem Meister der Stadtgärtnerei so geschehen, dass alle Bäume, die der Sanierung nicht im Wege stehen, von der Stadtgärtnerei markiert wurden und auch stehen blieben. Wer im gärtnerischen Bereich einigermaßen bewandert ist, wird auch wissen, dass Büsche und Stauden, die, wie im Stadtgraben geschehen, nur abgeschnitten sind, bald wieder austreiben werden. Nach der Sanierung der Stadtmauer würde das Grün also auch ohne Neuanpflanzungen wieder gedeihen. Bei einer einigermaßen realistischen Abwägung der Interessen der Denkmalpflege und des Naturschutzes kann nicht anders verfahren werden, es sei denn, man hat an der Allee als Spazierweg für die Bürger keinerlei Interesse, sondern ausschließlich an einem, in diesem Falle für uns übertriebenen Naturschutz.

2. Die historische Stadtmauer war an mehreren Stellen von Efeu bewachsen. Nach Augenschein durch die beteiligten Stellen wurde festgestellt, dass der Efeu an einigen Stellen durch die Fugen der Stadtmauer gewachsen war und diese beschädigt hat. An anderen Stellen wuchs Efeu über Mauerteile, die derzeit renoviert werden, da die Fugen beschädigt sind und damit das gesamte Mauerwerk an gegriffen ist. Auch hier war also ein Eingreifen im Interesse des Denkmalschutzes unumgänglich. Nach Wiederherstellung der Stadt- und der Wallmauer sollte bei der Stadtgärtnerei über die Anpflanzung für die Mauer unschädlicher Pflanzen nachgedacht werden.

Es hätte uns sehr gefreut, wenn die Personen, die unsere Arbeiten kritisiert haben, das persönliche Gespräch, wie es Herr Zahn tat, mit uns gesucht hätten. Man hätte dann eventuell sehr vieles klären können, ohne die Medien zu bemühen. Wir wollen deshalb allen Bürgern, die Interesse haben, am Samstag, 12. April, um 14 Uhr Treffpunkt Stadtturm) das Angebot machen, mit uns den Stadtgraben zu begehen. Dabei wäre dann ausreichend Gelegenheit gegeben, das Für und Wider unserer Arbeiten zu diskutieren. Dieses Angebot gilt in besonderem Maße auch für die Grünen und deren Kreissprecherin Frau Masi.

Dabei geben wir Frau Masi gern die Möglichkeit, auch andere Stellen zu besichtigen, an denen wir unsere Stadt verschönert haben, was ihr augenscheinlich entgangen sein dürfte. Zum Beispiel ist sie ein geladen, auf dem von uns angelegten Bergbaupfad durch die unbeschädigte Natur zu wandern. Viel leicht kann sie bei der Gelegenheit aufklären, was sie befähigt darüber zu urteilen, ob die Maßnahme im Stadtgraben notwendig war oder nicht.

Weiter könnten sie uns erklären, welchen Personenkreis sie meint, wenn sie davon spricht, der Bürgermeister würde Leute um sich scharen, die ein gestörtes Verhältnis zur Natur haben. Das Stiber-Fähnlein sieht sich von dieser unqualifizierten Bemerkung jedenfalls nicht betroffen. Wir haben unentgeltlich in mehr als 300 Arbeitsstunden der Stadt Ausgaben erspart. Den Vergleich mit dem Stadtpark nehmen wir dankbar an. Dort mußten im Interesse der Gesamtgestaltung auch zunächst Bäume gefällt werden, um dann entsprechend gestalten zu können - dies im übrigen in Absprache mit dem damaligen Umweltschutzbeauftragten Peter Zahn.

Wir als Historische Gruppe sind immer bemüht, über unseren Interessenbereich Denkmalschutz hinauszublicken und würden das auch von Naturschützern erwarten. Wir haben die Arbeiten, die wir auf Bitte des Bürgermeisters für unsere Heimatstadt und deren Bürger unentgeltlich geleistet haben, bestimmt nicht wegen der Freude am Sagen getan. In allen Bereichen hört man immer wieder: "Da müsste endlich was getan werden." Und wenn dann etwas geschieht, kommen die Kritiker und machen das, ohne sich näher zu informieren, wider nieder.

Wir haben allerdings von der großen Mehrzahl der Bürger so viel Ermutigung erfahren, dass wir versprechen können, auch in Zukunft dort Hand anzulegen, wo es den Verantwortlichen und uns notwendig erscheint. Wir werden auch in Zukunft, fern jeglicher Ideologie, im Interesse unserer Heimatstadt tätig sein.".

Peter Schwemmer,
im Namen der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein


Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.

"Bürgermeister ohne Problembewusstsein"

Kreisversammlung der Grünen äußerte Kritik zu den aktuellen Themen Bio-Müll und Stadtgraben

Dienstag 01.04.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (xe) "Die bayerische Müllpolitik ist im Großen und Ganzen nur noch als verfehlt zu bezeichnen." Zu dieser Einschätzung gelangte MdB Helmut Wilhelm bei der Kreisversammlung der Grünen im Bayerischen Hof in Sulzbach-Rosenberg. Das Gesamtmüllaufkommen gehe nicht zurück, ebenso wenig setze sich das Mehrwegsystem durch, im Gegenteil: Wegwerfverpackungen steigerten stetig ihren Marktanteil, die Dosenflut nehme ungebremst zu und die "Schwindelfirma des Dualen Systems" (DSD) mache dabei glänzende Geschäfte.

"Die Privatisierung und zunehmende Monopolisierung der Müllwirtschaft muß gestoppt werden", forderte Wilhelm. Beim DSD säßen die Verpackungshersteller im Aufsichtsrat und verdienten somit doppelt an der Umweltverschmutzung: als Produzenten der Verpackungen und als Entsorger des Verpackungsmülls.

Während die Verbraucherinnen und Verbraucher schön brav ihren Abfall sortierten, sammelten und jährlich mit 5O Mark den "Grünen Punkt“ finanzierten, werde nur der geringste Teil davon wirklich wiederverwertet. Große Mengen von Müll würden vom DSD ins Ausland verschoben oder landeten in Stahl- und Zement- werken zur Verbrennung.

Im Vorstand dieser zwielichtigen Firma tummelten sich namhafte CSU-Politiker. Der frühere bayerische Wirtschaftsminister von Waldenfels sei nahtlos in den Vorstand des VIAG-Konzern übergewechselt, einem der größten Getränkedosenhersteller Europas. Das sei, so der Grünen Abgeordnete, "Umweltpolitik nach Art der CSU".

Der Ausstieg des Landkreises aus der Biotonne und die vorgegebene „Nichtzuständigkeit" der Stadt Sulzbach-Rosenberg zeugen nach Ansicht der Grünen von einer mangelnden Sensibilität gegenüber Umweltfragen. Die "ökologische Verantwortungslosigkeit und ideologische Borniertheit des Landratsamtes" gingen soweit, eine Privatisierung der Müllentsorgung um jeden Preis durchzusetzen, selbst gegen den erklärten Willen der privaten Entsorgungsfirmen, meinte die Kreissprecherin Masi. "Umweltwochen machen eben noch lange keine Umweltpolitik".

Masi ging dann auf den "völlig unnötigen und skandalösen Kahlschlag" im Sulzbacher Stadtgraben ein. "Welchen Sinn haben eigentlich Baumspenden für den Stadtpark, wenn auf der anderen Seite im Stadtgraben abgeholzt wird ?" Die Stadt sei "mit einem Bürgermeister geschla gen, der für Natur und Umwelt nur dumme Sprüche übrig habe". Ihm fehle jedes ökologische Problembewußtsein.

Die Kreissprecherin erinnerte in diesem Zusammenhang an die Aktion "Keine Panzer in die Fatzen". "Schon zweimal mußten wir den Fatzenwald vor der totalen Zerstörung durch Geismann und Co, schützen. Auch für die BePo-Kaserne seien riesige Flächen gerodet worden. Die versprochenen Ausgleichsmaßnahmen allerdings, ließen bis heute aufsich warten.

Die Baumschutzverordnung - von den Grünen nach jahrelangem Kampf im Stadtrat durch gesetzt - werde, ebenso wie der Beschluß zum Schutz der Allee, schlichtweg ignoriert. Bedauerlicherweise, so Angelika Masi, bevorzuge der Bürgermeister stets Leute, die immer noch ein gestörtes Verhältnis zur Natur haben, die mitjeglicher "Wildnis" auf Kriegsfuß stehen und denen Bäume schon deshalb ein Ärgernis seien, weil sie die Sicht verdecken.

Dem Stiber-Fähnlein wurde vorgeworfen, sich an Geismann`s Umweltfrevel aktiv und willfähig beteiligt zu haben. "Die Stiberer sollten mal überlegen, ob ihre Aktivitäten wirklich zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen."

Sägen, schweigen und protestieren - Städtisches Grün kontra Historie

Streit um die Arbeiten im Stadtgraben ist voll entbrannt - Stiberfähnlein zwischen den Fronten

Mittwoch 19.02.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (do) Verärgert sind eigentlich nur zwei Personen: 1. Bürgermeister Gerd Geismann ("Ich sage dazu nichts mehr") und Stadtrat Peter Zahn ("Meine Wut richtet sich gegen den Bürgermeister"). Und zwischen den Fronten, sozusagen im Kugelhagel, um es einmal militärisch auszudrücken, liegt in Deckung und im Stadtgraben das Stiberfähnlein. Doch jetzt herscht vorerst einmal Waffenstillstand.

Beide Seiten haben Gesprächsbereitschaft signalisiert, die Freidensverhandlungen können aufgenommen werden. Man ist bemüht es zu keiner Eskalation kommen zu lassen, versicheren zahn und Geismann.

Was ist passiert? Die engagierten mannen des Stiberfähnleins wollten der Stadtkasse unnötige Ausgaben ersparen und haben auf Bitten von Gerd Geismann im Stadtgraben mit Freilegungsarbeiten begonnen, wie Peter Schwemmer der SRZ berichtet. Es seien rund 80 000 DM die Kämmerer Gerd Dehling so nicht ausgeben braucht. Die Stadtgärtnerei hat vor beginn der Stiber-Aktion alle Bäume begutachtet und diejenigen markiert, die nicht gefällt werden dürfen. "Wir haben lediglich Holunder und Ahornsträucher entfernt" Alles Wildwuchs, wie Schwemmer versichert.

Die Wallmauer ist einsturzgefährdet
Die Arbeiten seien deshalb erforderlich, da die Wallmauer, die die Allee trägt, einsturzgefährdet  ist; und um das historische Gemäuer auch für die Zukunft zu erhalten, müssen einige Sträucher und Bäume weg, um die eigentlichen Sanierungsarbeiten überhaupt in Angriff nehmen zu können. "Wir sind keine Leute, die Freude am Baumfällen haben," setzte sich Schwemmer gegen erhobene Vorwürfe zur Wehr. Im übrigen sei alles mit Bürgermeister Geismann abgesprochen.

"Hier prallen zwei Welten aufeinander, die der Denkmalschützer und der Naturschützer. Ich hätte nicht gedacht, daß die Empflindlichkeiten so hoach sind," gesteht Geismann in einem Gespräch mit der SRZ ein. Er will in diesem Stadium der Diskussionen "Provokation vermeiden". Und ist im übrigen der Meinung: "Die Natur wächst wieder nach, die Denkmäler stürzen ein." Die Stiber hätten am Wochenende lediglich die Vorarbeiten geleistet, die Stadtgärtner würden in Kürze mit den Hauptaktivitäten beginnen.

Sanierung der gesamten Stadtmauer
In den nächsten Jahren werden vom Pflasterzollhäuschen an bis zum Stadtturm die gesamte Stadtmauer saniert, dies könne sogar bis zum Abbruch der Brauerei reichen, um die ursprünglichen Zustände wieder herstellen zu können; und im Zuge dieser Maßnahme würden auch neue Biotope angelegt. Darüberhinaus habe die Stadt in den letzten Jahren für viele Millionen Mark Flächen für Flora und Fauna geschaffen (Eichelberg, Schloßberg, etc.). "Wenn einer in Sulzbach-Rosenberg umfällt, dann liegt er im Wald." kommentierte Geismann seine Aussage. Er appelierte an alle Beteiligten, gegenseitige Gefühle nicht zu verletzen und das Kulturerbe der Wallmauer auch den nachfolgenden Generationen zu erhalten.

"Das war kein Angriff gegen das Stiberfähnlein," stellte Stadtrat Peter Zahn seine Vorwürfe klar, "das ist ein Vorwurf gegen den Bürgermeister." Die Allee sei unter Schutz gestellt worden und dazu habe die Stadt eine Verordnung erlassen, und Bürgermeister Geismann habe diese mit dem Schreiben vom vergangenen Samstag außer Kraft gesetzt, was er als erster Mann der Stadt auch könne. Diese Verordnung ist nach Ansicht des städtischen Juristen Harald Mizler allerdings durch die neue Baumschutzverordnung sowieso außer Kraft gesetzt.

Überzogene Abholzaktion
Für Zahn, der sich im übrigen nicht gegen eine Sanierung der Wallmauer ausspricht, sind die Abholz-Aktionen allerdings überzogen. Nicht so radikal hätte man nach Meinung des Stadtrates vorgehen, mehr Grün erhalten sollen. Mit den Mannen des Stiberfähnleins hat er keine Probleme, "wir können noch miteinander reden", eine "Wut" allerdings hat er auf den Bürgermeister, den "bei uns wird nur gesägt".
Für "Baumfreund" Forstamtdirektor Jochen Hagen ist das , was in den letzten Tagen im Stadtgraben geschehen ist, "kein Ruhmesblatt für die Stadt". Er attestierte der Stadtspitze ein "völlig unsensibles Vorhehen sowie eine zu massive Freistellung". Hagen erinnerte in seinem Gespräch mit unserer Zeitung an das Konzept aus dem Jahre 1991, an dem die UntereNaturschutzbehörde sowie das Forstamt mitgearbeitet hätten.

Peter Zahn erwägt Anzeige

"Kahlschlag" im nördlichen Stadtgraben angeprangert

Freitag 15.02.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (cpf) Unter dem Punkt Anfragenb trug in der letzten Sitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses Grünen-Stadtrat Peter Zahn vor, daß im Stadtgraben ein "Kahlschlag" stattgefunden habe und kündigte an, deswegen Anzeige erstatten zu wollen, wenn dies nicht die Stadt tue.

Die Rede ist vom nördlichen Bereich des Stadtgrabens An der Allee. Peter Zahn sprach von einer "Vernichtungsaktion", die mit behutsamem Auslichten oder Biotop-Pflege nichts zutun habe und stellte die Möglichkeit in den Raum, daß es sich dabei um einen nicht genehmigten Eingriff gehandelt haben könnte. Konkret hegt der ehemalige städtische Umweltbeaufragte den Verdacht, daß hier gegen Artikel 12 des Bayrischen Naturschutzgesetzes und die dazu erlassene Verodnung der Stadt Sulzbach-Rosenberg verstoßen wurde.
Er konfrontierte den Ausschuß und die Stadtverwaltung mit mehreren Fragen: Wer die Maßnahme veranlaßt habe, wer dabei die fachliche Leitung führte, welche Kosten durch den Eingriff entstanden, wer diese trägt, wie die Verwaltung in die Aktion eingebunden war, wie das Ganze rechtlich zu bewerten und ob daran gedacht sei, Ausgleichsmaßnahmen zu veranlassen.

1. Bürgermeister Gerd Geismann konnte Peter Zahns sichtliche Empörung nicht verstehen. Die Auslichtung habe dazu gedient, die Stadtmauer zu schützen, die in diesem Bereich gefährdet sei. "Es ging um die ordnungsgemäße Behandlung dieses Baumbestandes einerseits und den Bestand der Stadtmauer andererseits. Ich stelle mich ausdrücklich vor die Aktivitäten des Stiber-Fähnleins", so das Stadtoberhaupt. Es sei nichts geschehen, was den gesetzlichen Bestimmungen zuwiederläuft.

CSU-Stadtrat Norbert Klotz regte an, das Thema im nichtöffentlichen Teil weiterzubehandeln. Peter Zahn gab nocheinmal seiner meinung Ausdruck, daß hier eigenmächtig gegen eine städtische Verordnung verstoßen worden sei. 1. Bürgermeister Gerd Geismann schloß die Auseinandersetzung mit der Zusage, Peter Zahn werde dazu eine schriftliche Stellungnahme der Stadt erhalten und äußerte die Überzeugung, es habe sich hier um einen völlig legitimen und harmlosen Eingriff gehandelt: "Entweder wir machen was an den Stadtmauern oder wir lassen sie verfallen".

Aus Liebe zu dieser schönen Stadt: Stiber sanieren "Altes Zollhaus"

Ohne Klaus Faltenbacher würde der historische Bau verfallen - Stadt überwacht Restaurierung

Samstag 01.02.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (do) Das kleine Häuschen am Fuße des Schlosses war dem Verfall preisgegeben. Ohne Nutzung, ohne Aussicht auf Sanierung haben Wind und Wetter an der Substanz genagt. Doch jetzt kommt wieder Leben in das historische Gemäuer. Unter Aufsicht der Stadt richtet das Stiber-Fähnlein das denkmalgeschützte Bauwerk her. Es wird wieder das, was es einmal war: Das Zollhaus. Und im neueren Anbau entsteht das Vereinheim des vor fünf Jahren gegründeten Vereins.
Es ist die Liebe zu dieser schönen Stadt, die die etwa 50 Mitglieder des Stiber-Fähnleins nicht ruhen läßt. Sie bemühen sich, das Historische zu erhalten, und davon gibt es in der alterwürdigen Herzogstadt genug, so Klaus Faltenbacher in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Das kleine, unscheinbare Haus am Hagtor stand schon lange auf der Wunschliste der Stadt, doch die hatte nicht das Geld, das Bauwerk zu kaufen und herzurichten.

Die Stadt tritt als Pächter auf.
Es war Klaus Faltenbacher, der den Besitzer, die Familie Wiesand, überzeugen konnte, daß dieser historische Bau der Nachwelt erhalten bleiben müsse. "Ich bin sehr froh, das Wiesand Ja gesagt und den Vertrag unterschrieben hat". Offiziell ist die Stadt der Pächter dieses ziemlich heruntergekommenen Anwesens, sie hat sich allerdings verpflichten müssen, es dem Stiber-Fähnlein zu überlassen. Und die Mitglieder gehne jetzt unter Aufsicht von Stadtbaumeister Dieter Rebhahn daran, es grundlegend zu sanieren.
"Wir führen nur das aus, was uns aufgetragen wird." Nichts geschieht in Eigenregie, stellte Klaus Faltenbacher klar, daß sämtliche Auflagen von der denkmalschützerischen Seite her eingehalten werden. In ihren Reihen haben die Stiber eine ganze palette von Handwerksmeistern, die ihr Geschick und ihre Arbeitszeit einbringen, den Bau so zu sanieren, daß er bei Stadtführungen besichtigt werden kann. Zunächst begannen die Männer dieses rührigen Vereins damit, den Unrat, der sich im Laufe der letzten Jahre angesammelt hat zu entfernen. Morsche Bretter, verrostete Betten, alte nicht mehr zu gebrauchende Maschinen und sogar ein ausgeschlachtetes Auto mußten entsorgt werden.

Das Schaufenster wird wieder entfernt
Dann hieß es auf Geheiß des Bauamtes, die Fundamente freuzulegen und den Putz von der Decke abzuschlagen. Gestern um 11 Uhr besichtigten dann Stadtbaumeister Dieter Rebhahn und Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler

"Geschichte wird lebendig"

Sulzbach-Rosenberger "Bergbaupfad" eingeweiht - "Geschenk an die Stadt"

Samstag 05.10.1996 --
Sulzbach-Rosenberg. (fnk) "Die Herzogstadt und der Bergbau gehören zusammen wie Hamburg und sein Hafen", betonte Peter Schwemmer vom Stiber Fähnlein bei der offiziellen Eröffnung des Sulzbacher Bergbaupfades.  1. Bürgermeister Gerd Geismann dankte dem Stiber Fähnlein und dem Bergknappenverein für ein weiteres Geschenk mit wertvollem historischen Charakter. zahlreiche Gäste, ehemalige Bergleute sowie viele Bürger nahmen an der Einweihung teil, wanderten ein Teilstück des neuen Pfades mit und beschlossen den Tag im Gasthaus Bartl.

Einen weiteren historischen Tag erlebte Sulzbach-Rosenberg am vergangenen Donnerstag mit der Einweihung des neuen Bergbaupfades. Eine große Anzahl von Gästen wurde dabei begrüßt. Darunter 1.Bürgermeister Gerd Geismann, einige Stadträte, der Vorsitzende der Mineralienfreunde Ingo Danullis, der Vorsitzende des Landesverbandes Bay. Berg- und Hüttenmännischer Vereine Arno Jäger, Pfarrer Hofmann, Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler, Museumsleiterin Elisabeth Vogel sowie viele weitere Personen, die durch ihre Unterstützung zur Bereicherung der herzoglichen Stadt beitrugen.
Dokumentation als Pflicht
Peter Schwemmer vom Stiber Fähnlein betonte, das der Bergbau in Hunderten von Jahren das Gesicht unserer Heimatstadt bestimmt, Wohlstand gebracht und die Bürger beeinflusst und geformt hat. So war es für die historische Gruppe Stiber Fähnlein schon kurz nach der Gründung die Pflicht, sich in einer Uniform der Stadtgarde aus dem 16. jahrhundert zu präsentieren und Bergleute in historischen Gewändern zu zeigen. Es war danach auch kein weiter Weg, so der Vorsitzende, die Verbindung Sulzbach-Bergbau mir Ideen weiter zu dokumentieren.
Die Väter des Gedanken, Klaus Faltenbacher, Hans Reinhardt und Peter Späth, überzeugten vor knapp zwei Jahren die Mitglieder des Stiber Fähnleins, die Bergleute und viele Gönner von dieser Idee. Anschließend wurden Planung und Durchführung in Angriff genommen. Das Ergebnis, der Bergbaupfad, wird heute offiziell eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt, was sicherlich auch nur mit Hilfe vieler Gönner geschehen konnte. Nur einige Namen der vielen sind Dr. Dodenhöft mit Gattin, Andeas Cetin, die Mineralienfreunde Amberg-Sulzbach sowie Otto Horn aus Auerbach, der viele Exponate aus seiner Sammlung zur Verfügung stellte.
Viel Worte des Dankes
Schwemmers Dank galt auch Klaus Faltenbacher, bei dem alle organisatorischen Fäden zusammenliefen. Den gleichen Dank sprach er allen anderen Beteiligten aus. Besonders auch dem Bergknappenverein mit den Vorsitzenden Berd Friese und Otto Jandl, die immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Nicht zu vergessen, so Peter Schwemmer, die Stadt Sulzbach-Rosenberg mit Bürgermeister Gerd Geismann sowie die Grundstückseigentümer, die den Verlauf des Bergbaupfades ermöglichten. Ein besonderer Hinweis galt dem Führer "Auf den Pfaden des Bergleute", der dem Wanderer dienen soll.
Der 1. Vorsitzende des Bergknappenvereins, Berd Friese, erinnerte an die Jahrtausendalte Tradition des Erzbergbaues im Sulzbacher Gebiet, der der nachgewiesen im Jahre 1305 begann und 1977 endete. Genauere Daten und Berichte über die Geschichte könne man dem neuen Führer entnehmen. Für die Ausarbeitung der Broschüre galt sein Dank H. Kirschock und H. Gosslar sowie Peter Schwemmer und Klaus Faltenbacher.
Tatkräftige Hilfe
Er dankte auch den vielen Firmen und Mitgliedern der beiden vereine für ihre tatkräftige Hilfe. Viele Arbeitsstunden wurden in die Gestaltung und Markierung der Wanderwege investiert, damit diese begehbar wurden.
1. Bürgermeister Gerd Geismann betonte, dass die beiden Vereine der Stadt wieder ein großes Geschenk mit dem Bergbaupfad gemacht haben. die Bergbaugeschichte, die in Sulzbach-Rosenberg allgegenwärtig ist, gibt viele dinge und Geschichten, die entscheidend das Leben der Menschen geprägt haben, so Geismann. Ein großer Dank des Bürgermeisters galt den verantwortlichen des Bergbaupfades, denn die Geschichte lebt weiter und muß den Kindern und Einwohnern sichtbar gemacht werden. Er selbst kann nach einem Rundgang die hervorragende Aussicht und  die interessanten Informationen nur begrüßen.
Neue Glanzpunkte
Das Stiber-Fähnlein habe neue Glanzpunkte in der Stadt gesetzt, vieles wieder in Erinnerung gebracht und den Grundstein zur weiteren Erforschung der traditionsreichen Geschichte der Stadt gelegt. Als kleine Anerkennung übergab er Schecks.
Der Vorsitzende des Verbandes Bay. Berg- und Hüttenmännischer Vereine, Arno Jäger, übermittelte Grüße. Es freue ihn besonders, dass in Sulzbach-Rosenberg der erste Pfad mit Historie des Bergbaus eingerichtet wurde. Pfarrer Hofmann wünschte den Wanderern stets eine erfahrungsreiche Tour mit der Geschichte der Umgebung.


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Stand: 25. April 2016     

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