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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

Das Pflasterzollhäusl ist gerettet

In mehr als 2000 Arbeitstunden kniete sich das Stiber-Fähnlein in die Sanierung

Mittwoch. 08.11.2000

Sulzbach-Rosenberg. (bt) Ein historisches Gebäude für die Öffentlichkeit wieder begehbar machen: Nach diesem Motto wird das ehemalige Sulzbacher Pflasterzollhaus, das erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt wurde, seit 1997 von Mitgliedern des Stiber-Fähnlein und verschiedenen Firmen saniert. Ein ehrenamtlicher Einsatz, wie man ihm heutzutage nur noch selten findet.

Vermutlich hat das denkmalgeschützte kleine Gebäude mit der jetzigen Adresse Hagtor 8, das man im Volksmund als Pflasterzollhäusl kennt,schon einiges erlebt. So soll es 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg beim Kampf zwischen den Nachbarstädten Amberg und Sulzbach abgerissen worden sein, wie in einem Grabungsbericht des Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege ausgeführt wird. Danach gehen die Denkmalschützer von einem Wideraufbau im Jahre 1529 aus. Vierhundert Jahre später, 1942 baute man an das ehemalige Zollhaus einen weiteren Gebäudeteil an. Dann nutze die Sattlerei Wiesand das Gebäude. Seit einem Jahrzehnt steht es nun leer und war mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben.
Damit das unter Denkmalschutz stehende Haus nicht weiteren Schaden litt, habe man sich entschlossen, es zu sanieren, erklärte Klaus Faltenbacher von der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein der SRZ.  Die rührigen "Stiberer" haben ja mit Sanierungsarbeiten an historischen Anlagen (Stadtmauer, Wehrtürme) in den vergangenen Jahren schon reichlich Erfahrungen sammeln können.
Bevor sie sich allerdings im Pflasterzollhäusl an die Arbeit machen konnten, war eine Veränderung der Besitzverhältnisse nötig. Dem Pachtvertrag durch die Stadt folgte Ende des letzen Jahres der Ankauf des Anwesens. Ohne diesen Schritt hätte man für die Sanierung keine öffentlichen Zuschüsse locker machen können.
Experten geben "Geleitschutz"
Unter Aufsicht des Bauamtes, des Architekturbüro Meiller, Dittmann & Partner und des amtlichen Denkmalschutzes wird jetzt das ehemalige Zollhaus durch die fleißigen "Stiber"-Leute wieder restauriert und nutzbar gemacht. Dabei haben allein Mitglieder des Stiber-Fähnlein`s bereits rund 2000 Arbeitsstunden geleistet. Entweder tagsüber an den Samstagen oder in den Abendstunden während der Woche wurden zunächst Aufräumungsarbeiten und danach Installationsarbeiten durchgeführt. Dazu gehörte auch die Schaffung eines Zugangs zum Keller von innen. Bisher war es nur von außen möglich gewesen in den Keller zu kommen.
Zu diesem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz gesellte sich die Tätigkeit der Firma Kohl für die Errichtung des Dachstuhls, der Firma Luber, die für die Heizung zuständig ist, der Firma Troidl, die die Elektroinstallation überwacht und der Baufirma Kopp. Dabei werde strengstens darauf geachtet, das die Auflagen des Denkmalschutzes eingehalten werden, hab Faltenbacher hervor. Der Innenbereich solle wieder so gestaltet werden, wie er früher ausgesehen habe.
Das Stiber-Fähnlein hat schon feste Vorstellungen, was mit dem Haus nach der Sanierung geschehen soll. Während man den Vorderraum als kleines Museum nutzen will, wird der zweite Raum der Jugendgruppe des Historischen Vereins zur Verfügung stehen. Selbstverständlich werde das Stiber-Fähnlein auch nach der Sanierung des Zollhäusels bei größeren Sitzungen und Veranstaltungen die bisherigen Gasthäuser besuchen, versicherte Faltenbacher.
Bei bestimmten Anlässen sind die Stiber auch bereit, das ehemalige Pflasterzollhaus in Stadtführungen mit einzubauen. Damit werde nicht nur der einheimischen Bevölkerung, sondern auch den Touristen gedient, die Sulzbach-Rosenberg besuchen.
Für die Arbeitstunden, die vom Stiber-Fähnlein geleistet werden, fallen keine Kosten an. Nur für die Rechnungen, die von den Firmen gestellt werden, kommt die Stadt auf. Aber es kann auch jede Bürgerin und jeder Bürger dieses Projekt finanziell unterstützen: Dafür wurde bei der Sparkasse Amber-Sulzbach (BLZ 75250000) unter der Bezeichnung "Altes Zollhaus" ein Spendenkonto mit der Kontonummer 380100040 eingerichtet.

Stiber-Marterl erneut Opfer sinnloser Zerstörungswut

Freitag, 03.11.2000

Sulzbach-Rosenberg. (srz) Das Stiber-Marterl, das vor drei Jahren oberhalb des Friedhofberges errichtet wurde, zeigt die Rosenburg mit dem Wappen des ehemaligen Stadthauptmannes Albrecht Stiber, der im 16. Jahrhundert dort residierte, den hl. Georg als Drachentöter, das Sulzbacher Wappen und die Legende über Stiber und seine
Söhne Sebald und Sebastian. In dem kurzen Zeitraum, in dem das Stiber-Marterl steht, wurde es bereits vier Mal zerstört und jeweils von Mitgliedern des Stiber-Fähnlein wieder instandgesetzt. Diesmal hat die Stadt die Wiederherstellung übernommen. Bleibt nur zu hoffen, dass das kleine historische Denkmal nicht erneut das Ziel sinnloser Zerstörungswut wird. Außer dem Ärger kostet die Reparatur jedes Mal Arbeit und Geld. Aber so weit wird das Denkvermögen der Vandalen nicht reichen.

Der Wind nimmt uns mit!

Erste Drachen-Ausstellung des Landkreises im Kindergarten St. Marien - Sonntag Flugtag

Donnerstag, 19.10.2000
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Die erste große Drachenausstellung im Landkreis Amberg-Sulzbach fand im Kindergarten St. Marien in Sulzbach-Rosenberg statt. Dank des schönen Wetters standen nicht nur die Räumlichkeiten des Kindergartens, sondern auch die Freispielanlage und der Garten für die Präsentation der Drachenmodelle zur Verfügung. Die Drachenfreunde des Vereins SGSN stellten aus ihrem Privatbesitz 92 zum Teil historische Drachen aus.
Schautafeln zeigten den Besuchern die Geschichte des Drachen auf. Recht interessant war auch das "100 Jahre Drachenarchiv" von Hans Snoek, das man auch auf der Drachen-Homepage http://www.drachenarchiv.de nachlesen kann.
Die offizielle Begrüßung durch die Kindergartenleiterin Andrea Birner-Sebast umfasste die Drachenfreunde SGSN
(Sulzbach-Gebenbach-Schnaittenbach-Neustadt), Michael Geisler (Sulzbach-Rosenberg), Sepp Gallersdörfer (Gebenbach), Jürgen Brand (Schnaittenbach) und Uwe Häupl (Neustadt-Waldnaab), das Stiber-Fähnlein mit den beiden Hauptorganisatoren Klaus Faltenbacher und Birgitt Stadler (die die Idee hatte), den Kirchenträger St. Marien vertreten durch Kaplan Markus Schmid, natürlich Bürgermeister Gerd Geismann sowie alle Eltern und Kinder.
Ohne die tatkräftige Unterstützung der Kindergarten-Eltern wäre die gute Bewirtung der zahlreichen Gäste an den zwei Tagen mit Kaffee, Kuchen und Wurstsemmeln nicht gewährleistet gewesen. Auch der Verkauf im Herbst-Basar war ein großer Erfolg. Für die Kinder war auch bestens gesorgt. Drachenbasteln war angesagt und
wurde auch mit Begeisterung angenommen.
Am nächsten Sonntag, 22. Oktober, wird in Hahnbach am Fuße des Frohnbergs ein 2. Drachenflugtag stattfinden. Dort können alle Drachenfans mit ihren Flugobjekten (natürlich auch die Selbstgebastelten) unter der Organisation vom Kindergarten St. Marien, dem Stiber-Fähnlein und den SGSN-Drachenfreunden einen schönen Tag erleben. Für einen Bus-Service wird ebenfalls gesorgt sein.
Kaplan Markus Schmid brachte seinen eigenen kleinen selbstgebastelten Drachen mit. Er war überrascht über die Vielfältigkeit der Drachen, die hier ausgestellt waren. Letztes Jahr wählten die Firmlinge den Drachen als Firmsymbol. Er sollte aussagen, dass wir an Christus hingen wie die Schleifen am Drachen. "Der Wind
nimmt uns mit, erfüllt vom Geist Gottes!"
Bürgermeister Gerd Geismann war beeindruckt von den Drachen in der Kulisse derStadtmauern. "Die Kombination Kindergarten, Kirche, Stiber-Fähnlein und Drachenfreunde ist einfach fantastisch!" Dass das Stiber-Fähnlein heute zu den Drachenbauer gehöre, wo es früher doch Drachenbekämpfer war, wunderte ihn schon. Anschließend überreichte er noch eine Spende an den Kindergarten.
Das Schlusswort hatte Klaus Faltenbacher, der Organisator des Stiber-Fähnleins. Für ihn war es jetzt die 2. Drachen-Veranstaltung, die er mit den Drachenfreunden SGSN organisiert hatte. Dankbar war er, dass der Kindergarten St. Marien seine Örtlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellte. Faltenbacher lud alle Gäste und
Interessierte zum 2. Drachenflugtag in Hahnbach ein. Der Erlös kommt dem Kindergarten St. Marien zugute.

"Edelstein" der Stadt restauriert

Fischer-Turm in der Langen Gasse am 3. Oktober offiziell eingeweiht: Ein Schmuckstück

Samstag,  07.10.2000
Sulzbach-Rosenberg. (wsp) Jetzt können die Feinde kommen: Zum Beispiel die aus Amberg und Böhmen, wie im Jahr 1504, als sie vom Stadthauptmann Stiber und seinen Mannen zurückgeschlagen wurden . Sollen sie doch - denn jetzt steht der Fischer-Turm in der Langen Gasse wieder zur Abwehr bereit. Einer der "Nachfahren" des wackeren Stadthauptmannes, Hans Reinhardt, hat ihn mit einuigen Kollegen des Stiber-Fähnleins restauriert.

Nach der Bergrüßung der Gäste durch das Oberhaupt der Stiber, Klaus Stadler, richtete Stadtoberhaupt und Turmherr 1. Bürgermeister Gerd Geismann das Wort an die Neugierigen. Am 3. Oktober durften ein paar Bemerkungen zum "Tag der Deutschen Einheit " natürlich nicht fehlen. Alles was in der letzten Zeit dazu gesagt worden sei, dürfe nicht darüber hinweg täuschen, dass das  ein glücklicher Tag sei: Die erste unblutige Revolution auf deutschem Boden.
"Frieden mit den Nachbarn!"
"Wir leben jetzt in Frieden und Freundschaft mit allen unseren Nachbarn - das ist wunderbar. Deutschland und Frankreich zählten über Jahrhunderte zu den größten Unruhestiftern in Europa. Jetzt spricht der französische Präsident in der Dredner Semper-Oper zu einem befreundeten Volk. Das ist hervorragend".
Nach einem historischen "Ausflug" zum Fischerturm, der um 1500 gebaut, als sogenannter Schalenturm ausschließlich Verteidigungszwecken diente und erst ende des 19. Jahrhunderts zu Wohnzwecken, ging Geismann auf die finanzielle Seite des Turms ein. Übrigens heißt der Fischer-Turm offiziell eigentlich gar nicht so. Nur weil die letzte Bewohnerin eine Frau Fischer war, hat sich dieser Name so eingebürgert.
Im Jahre 1988 wurde der Turm wieder für gut 16 00 Mark von der Stadt gekauft. Mehr als 182 000 Mark kostete die Sanierung ingesamt, wobei der Freistaat rund 110 000 Mark als Zuschuß gewährte. Dabei erhielt der dreigeschossige Turm auch ein neues Pultdach.
Von außen war der Turm wieder recht ansehnlich, nur innen noch nicht ausgebaut. Das haben in langer, schwiriger Arbeit Hans Reinhardt und einige Helfer geändert. "Immer für eine positive Überraschung zu Gunsten der Stadt gut: Die Stiberer mit ihrer famosen Truppe!" schrieb Geismann ins Turm-Buch.
"Die historische Stadtmauer wird aufgewertet dank unseres mittelalterlichen Schreiners Hans Reinhardt - den Menschen zum Segen!"
Neben diesem Lob in mündlicher und schriftlicher Form erhielt Reinhardt die "Knorr von Rosenroth-Medaille" in Gold, die Ehefrauen der Stiber-Führung bekamen Blumensträuße.
Bevor die zahlreichen, neugierigen Besucher den Turm besichtigen durften, so wie ab jetzt immer bei Stadtführungen, meldete sich Hans Reinhardt zu Wort.

"Andere haben nur Scheunen"
"Wenn man heute sieht, dass die Städte Besucher brauchen, brauchen sie auch etwas zum Vorzeigen. Das was man vorzeigen will, muss man herrichten. Wenn man sieht, das andere nur alte Holzscheunen haben und wir hier wahre Edelsteine, dann werde ich auch in Zukunft dafür arbeiten, dass man diese Edelsteine vorzeigen kann", versrach der fleißige Scheiner.
Gut möglich also, dass Gerd Geismann wieder einmal eine "positive Überraschung zu Gunsten der Stadt" erlebt- und die "Feinde Sulzbachs" eine für sie eher böse...

 

Stiber-Fähnlein: Still und heimlich den "Fischerturm" renoviert

Samstag,  02.10.2000
Sulzbach-Rosenberg. (wsp) Die anderen "Stiberer" machten sich am Zollhäusl zu schaffen, um es wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen - nur einer fehlte meist: Hans Reinhardt. Faul auf der Bärenhaut lag er deswegen nicht, ganz im Gegenteil. Heimlich, still und leise machte er sich daran, den Fischerturm zu restaurieren. Nur wenige wussten davon und halfen ihm.

Ab Dienstag, Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober, 15 bis 17 Uhr steht das Werk nun den Sulzbach-Rosenbergern und den Touristen für Besichtigungen zur Verfügung, denn "der Turm gehört der Stadt und ist für die Bevölkerung.
Geöffnet ist er jeweils zu den Stadtführungen, genau wie der Stiberturm oder das Zollhäusl und vieles mehr." Wer hat das nicht schon alles besichtigt, aus Amberg, aus Nürnberg, aus Hamburg? Aber wer von den Sulzbach-Rosenbergern hat schon die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt schon gesehen?
Ab Dienstag besteht die Möglichkeit, die Arbeiten, die die Stiber für die Stadt und im Geiste von Karl Grünthaler geleistet haben, zu inspizieren.

Die Regionen präsentierten sich beim Erntedankmarkt in Ensdorf

Montag, 02.10.2000
Ensdorf. (tra) Als bunt und vielfältig war er angekündigt worden, der große Erntedankmarkt zum "Tag der Regionen"  im Klosterhof in Ensdorf. Es wurde nicht zu viel versprochen. Über 30 Stände boten gestern Natur, Kunst und Kultur aus der Region an. Begleitet von einem abwechsungsreichen Unterhaltungsprogramm erwies sich der "Tag der Regionen" als ein echter Werbetag für regionale Produkte, für Betriebe und Dienstleistungen. Eröffnet wurde der Markt nach dem Erntedankgottesdienst von Staatssekretärin Marianne Deml und gewaltigen Böllerschüssen unter anderem aus der Wetterkanone, die nach der Renovierung durch Klaus Faltenbacher an die Gemeinde Ensdorf zurückgegeben wurde.

Mit Schießpulver gegen Gewitterwolken angegangen

Eine historische Wetterkanone, von Klaus Faltenbacher restauriert, wird morgen an Ensdorf zurückgegeben

Samstag, 30.09.2000
Sulzbach-Rosenberg. (dmx) Vor einigen Wochen erfuhr Klaus Faltenbacher von der "Historischen Gruppe Stiber Fähnlein" aus Sulzbach-Rosenberg von einer Rarität in der Region. Im Kloster Ensdorf befand sich eine Kanone mit einem großen Trichter. Es stellte sich heraus, das es sich dabei um eine sogenannte Wetterkanone aus dem Jahre 1859 handelte. Faltenbacher bot sich an, das sich nicht mehr im besten Zustand befindliche Gerät in Sulzbach-Rosenberg zu restaurieren.
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Schuss in die Gewitterwolke

Ensdorfer Wetterkanone auch auf Hexen gerichtet  - Gutes Stück prächtig restauriert

Freitag,  29.09.2000
Ensdorf. (tra) Am kommenden Sonntag, im Rahmen der Eröffnung des Erntedankmarktes am "Tag der Regionen" im Klosterhof, erhält die Gemeinde Ensdorf ihre Wetterkanone zurück. Das seltene Stück wurde von Klaus Faltenbacher, dem Organisator und Böllerschützen der "Historischen Gruppe Stiber Fähnlein"  aus Sulzbach-Rosenberg , gründlich renoviert und wieder funktionsfähig gemacht.

Verschiedene Gründe dürften die Menschen in den vorhergehenden Jahrhunderten veranlasst haben, Wetter zu schießen. Der wohl häufigste Grund ist wohl die Vorstellung, die "schauerhaften" Hexen durch Schießen zu vertreiben. Eine vernünftige Erklärung für das Schießen giebt es nicht, vielmehr ist die Ursache im Aberglauben zu suchen. Ein weiterer Grund waren die rationalen Überlegungen mancher Menschen, die sich auf die Berichte vieler Soldaten stützten. Diese berichteten nämlich, dass durch das Schießen aufziehende Gewitterwolken zerteilt würden und somit die Gefahr, dass durch Unwetter und Hagelschlag die Ernte vernichtet würde, gemindert werden könnte.
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Wenn Drachen steigen, vergisst man alles

Vier Familien organisierten tolles Angebot für Interessierte / rund 100 Drachen wurden gebastelt

Freitag 1.September 2000
Hahnbach (amo) "Lass dir Deine Kindheit nicht austreiben" soll Erich Kästner gesagt haben und genau das taten Kinder und Eltern beim Drachensteigen unterhalb des Frohnbergs. Auf die Initative von Josef Gallesdörfer, Michel Geisler, Jürgen Brand und Uwe Heupl, bestens untersttzt von Klaus Faltenbacher und dem Stiber-Fähnlein, trafen sich unzählige Familien, die mit zunehmender Begeisterung bei der Sache waren.

Die vier Männer treffen sich seit vielen Jahren mit ihren Familien an jedem passenden Sonntag im Herbst, um ihre Drachen steigen zu lassen. Ihre Auswhl reich vom selbstgebastelten einfachen Drachen bis hin zum Designermodell eines Graham Bell. Bald entdeckten sie, das ihr Hobby der beste Ausgleich zum Berufsleben ist. "Tatsächlich fliegen mit dem Drachen die Sorgen in den Himmel", so Josegf Gallesdörfer im Brustton der Überzeugung.
Auch bemerkten sie das immer weniger Kinder diesem uralten Spiel mit dem Wind frönten. Möglichst viele Kinder vom Fernseher  und Computer weg zu locken, war schließlich dann auch Absicht des Angebots zum Drachensteigen für alle Familien.
Ihr erster Anlauf bei der Gemeindeverwaltung Hahnbach glückte und ohne probleme bekamen sie ihr Vorhaben genehmigt. Auch die Familien Rauch und Trummer, denen die Felder und Wiesen gehören, sagten prompt zu und Bürgermeister Josef Graf erklärte sich bereit die Schirmherrschaft zu übernehmen.
Bei seinem Besuch beglückwünschte er die Interessengemeinschaft zum großen Zulauf und zu den idealen Wetterbedingungen: Sonne und Wind.Er berichtete, dass bereits vor über 1000 Jahren die Menschen Drachen gefertigt hätten. Sie seien in Kriegen zur Aufklärung benutzt worden, aber auch lange zu meterologischen Zwecken.
Die Gemeinschaft  bot in einem eigenen Zelt, das für alle Fälle mit einer alten Nähmaschine bestückt war, den Kindern an, Drachen zu basteln. Über 100 flugfähige Drachen entstanden dort mit den Ehrenamtlichen. Die Firma Mödel hatte mit Material unterstützt und so waren nur geringe Kosten für die Kleinen zu entrichten. Neben Bratwürstl, Wurst - und Käsesemmeln und Getränken konnte man auch Drachen kaufen und sich beim Reparieren helfen lassen.
Oft waren bis zu 50 Drachen am Himmel. Haifische konnte man entdecken, Flap-Masken, Fledermäuse, Codys und Rokakos, Edi und Delta-Drachen und viele andere mehr. sogar ein Rolo-Plan und lange Damenbeine flatterten am hellblauen Himmel. Da gab es Drachen aus Stoff, Papier, Nylon und High-Tech-Material, manche, die Spiralen drehten, und andere mit Schleifen und Windspielen an der Leine.

"Immer besser sein als die Amberger!"

Interview mit Stiber-"Motor" Klaus Faltenbacher -  Organisator beim "Fest der Bayern"

Freitag, 21.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Der großartige Erfolg des historischen Heerlagers zum Altstadtfest 2000 bei dem sich das "Stiber-Fähnlein" in gewohnter Weise als perfekter Organisator und Gastgeber präsentierte, war nur ein Großereignis der äußerst aktiven Gruppe in diesem Jahr.

Ihre nächste Herausforderung steht bereits vor der Tür: Vom 21. bis 23. Juli wird nämlich in Regensburg der "Fest der Bayern" gefeiert zu dem mehrere hunderttausend Zuschauer erwartet werden. Im Auftrag der Bezirksregierung der Oberpfalz soll dort unter der Federführung der bekannten Sulzbach-Rosenberger historischen Gruppe mit mehreren anderen Gruppen das "Mittelalter in der Oberpfalz" nachgestellt werden.

Dies war für unsere Redaktion Anlass einmal mit Klaus Faltenbacher, dem "Motor" der Stiber-Gruppe, zu sprechen.
SRZ: Die Aktivitäten der Stiber-Gruppe sind im Sulzbach-Rosenberger Ereigniskalender eigentlich nicht mehr wegzudenken. Wie lange gibt es euch schon?
Faltenbacher: Das Stiber-Fähnlein wurde vor rund 10 Jahren von sechs Leuten gegründet. Hauptinitiator und "Gründungsvater" war damals Karl Grünthaler, der heutige Stadtheimatpfleger.
SRZ: Als was verstehen sich eigentlich die "Stiberer" und welcher Vereinszweck liegt ihnen besonders am Herzen?
Faltenbacher: Neben dem Vermitteln und Darstellen mittelalterlicher Lebensweisen und der daraus resultierenden historischen Abfolge liegt dem Stiber-Fähnlein besonders die Historie unserer schönen Herzogstadt am Herzen. Sie birgt soviel Interessantes und Geschichtsträchtiges in sich, dass unbedingt weiter erforscht und allen Leuten, ob Einwohner oder Besucher, näher gebracht werden sollte.
SRZ: Wie soll das geschehen?
Faltenbacher: Nun, neben unseren bisherigen Aktivitäten - ich erinnere nur z.B. an den Bergbau-Schaustollen bei der Villa Max oder dem historischem Spektakel im letzten Jahr - möchten wir uns aktiv einbringen und mitarbeiten auf bestimmten Gebieten des touristischen Angebots in dieser Stadt. Wir haben viele Ideen, wie wir unsere Herzogstadt einfach werbewirksamer "verkaufen" können, und dies dürfte doch in aller Interesse liegen. Der historische Trend in unserer Gesellschaft ist unübersehbar, und unsere Gruppe kann und will hier einen entscheidenden Beitrag für unsere Stadt leisten.
SRZ: Ist die Renovierung des alten Pflasterzoll-Häusl ein Teil davon?
Faltenbacher: Natürlich! Dies ist momentan das Projekt dem unsere ganze Aufmerksamkeit und unsere ganze Arbeit gilt. Jede "müde" Mark, die wir bei Festen oder Aktionen erwirtschaften oder durch Spenden erhalten wird in dieses Projekt gesteckt, das nach Fertigstellung sicherlich der Allgemeinheit zu Gute kommt.
SRZ: Das historische Lager zum Altstadtfest 2000 war ja ein toller Erfolg. Dazu waren sicherlich viele Helfer usw. nötig. Wie überzeugt ihr überhaupt andere Gruppen an euren Aktivitäten teilzunehmen?
Faltenbacher: Nun, sicherlich ist es vor allem der ständige persönliche Kontakt mit allen befreundeten Gruppen und unsere Bereitschaft auch bei deren Aktivitäten immer vor Ort zu sein. (Anmerkung der Redaktion: Beim Befragen von Mitgliedern anderer Gruppen hörte man immer wieder als Grundtenor: 1. "Man kann dem sprichwörtlichen Charme von Klaus Faltenbacher schlecht widerstehen" und 2. "Bei Veranstaltungen in Sulzbach-Rosenberg sind wir alle irgendwie eine große Familie. Es ist einfach immer schön dort dabei zu sein!")
SRZ: Was steht in diesem Jahr nach dem großartigen Erfolg noch an? Faltenbacher: Eine neue und große Herausforderung für uns ist sicherlich das Fest zum "Fest der Bayern" in Regensburg vom 21. bis 23. Juli. Dort sollen im Auftrag der Oberpfälzer Bezirksregierung verschiedene historische Gruppen aus der Oberpfalz das "Mittelalter in der Oberpfalz" nachstellen und wir, das "Stiber-Fähnlein", wurden dafür als verantwortlicher Organisator bestimmt. Zu dem Fest der sieben bayerischen Regierungsbezirke werden mehrere hunderttausend Besucher erwartet.
SRZ: Das heißt, ihr steigert euch noch immer?
Faltenbacher: (verschmitzt) Das hängt ganz von den "Ambergern" ab. Wir müssen einfach immer besser sein als deren Vertreter! Möglichkeiten und Pläne sind in meinem Hinterkopf aber schon noch da.
SRZ: Danke für das Gespräch und für euer Vorhaben: Glück Auf.!

Architekt vor Rittergericht

"Nicht mittelaltergerechte Baumaterialien verwendet"

Mittwoch, 05.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Immer wieder durchstreiften wilde Landsknechtgesellen die Straßen der Stadt beim Altstadtfest - meist begleitet vom Trommelwirbel und Pfeifenspiel der verschiedenen historischen Gruppen, um reiche Beute zu machen. Fast wäre ein Mitarbeiter unserer Redaktion dem mittelalterlichen "Kidnapping" zum Opfer gefallen und nur sein hurtig "rollender Stuhl" konnte ihn aus dem Gefahrenbereich retten.

Schlechter erging es da dem federführenden Architekten am Umbau des Pflasterzoll-Häuschen, Michael Dittmann: Völlig unvorbereitet wurde er, gemütlich bei Speis und Trank sitzend, kurzerhand überwältigt, in den Käfig gesperrt und ins Stiber-Lager verschleppt.
Im Lagerkreis kam er vor das "Rittergericht", das ihn wegen Verwendung unzulässiger und nicht mittelaltergerechter Baumaterialen anklagte und mit fürchterlichen Strafen drohte. Strafforderungen wie: "Wollen wir ihn peitschen oder gar die Zunge ein wenig kürzen?" waren noch die harmlosesten. Das gemeine Volk forderte sogar das "Teeren und Federn".
Michael Dittmann konnte letztendlich erleichtert sein, dass er sich mit einem erklecklichen "Sümmchen" aus seinem Geldstrumpf freikaufen konnte.
Sie verstanden halt ihr Handwerk, die alten Ritterleit!

 

Ritterkampf und Silberlinge: Reales Mittelalter

Historisches Heerlager absoluter Hit beim Alstadtfest - Markt, Kinderspiele, tolles Programm

Mittwoch, 05.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Es war kein Hauch von Mittelalter - es war mehr, es war schon nahe an der Realität was den Tausenden von Besuchern im und am historischen Heerlager an der Allee vom gastgebenden "Stiber-Fähnlein" geboten wurde. Historische Gruppen aus nah und fern hatten auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei "Bayerischer Hof" ihre Lager aufgeschlagen und boten ein Spektakulum der besonderen Art. Dort hieß es drei Tage lang zu Recht: "So kommet zuhauf! Sehet und staunet!"

Das 24. Altstadtfest wartete gleich bei der Eröffnung durch 1. Bürgermeister Gerd Geismann mit einem Novum auf: Nach dessen Wünschen für ein friedliches und fröhliches Fest zog nämlich der farbenfrohe Tross von Edelleuten, Rittern, Landsknechten und Handwerkern, angeführt von den Kindern des Kindergarten St. Marien, vom Rathaus weg über den Marktplatz hinaus, am alten Zollhäusl vorbei um an der freigelegten historischen Stadtmauer an der Allee ihr Mittelalterlager in Besitz zu nehmen.
Magnet für die Besucher
Dieses Lager wurde ein Magnet für die Besucher und es hatte es wirklich in sich: Neben einem Handwerkermarkt, in dem die einzelnen Zünfte ihre handwerklichen Fähigkeiten dem Publikum vorstellten, führten Rittersleut mit ihren Knappen und Landsknechten die Kunst des Schwert- und Lanzenkampfes vor.
Historische Musikgruppen ließen mit ihren Instrumenten, Gesängen und Tänzen alt und jung in das kulturelle Leben am Hofe und im niedrigen Volke eintauchen, und immer wieder erinnerten krachende Böllersalven von der trutzigen Stadtmauer herabgefeuert, an die unheilvolle Zeit der Belagerung von Sulzbach anno 1504.
Am Samstag Nachmittag gehörte die Aufmerksamkeit aller Bewohner der mittelalterlichen Heerstadt vor allem den Kindern. Ritter Sebastian von der Recke zog nicht nur die Kleinen in seinen Bann, als er die Kleidung der alten Rittersleut vorstellte. Angefangen von der "Brouche" (Unterhose) über die Hose mit den angenähten Socken in den Farben seines Ritterherrn und der angeknüpften Weste bis hin zum wattierten Waffenrock, der oft bis zu 30 Schichten stark war und das Durchdringen eines Armbrustpfeiles fast unmöglich machte. Begeisterung nicht nur bei Kindern Die vielen kleinen Zuhörer erfuhren die Nützlichkeit der Plattenpanzer zum Schutze der Gelenke und Hände und bedauerten die Ritter, die sich bei schwülen Temperaturen fast wie in einer Sauna fühlten.
Ein Ritterspiel, bestens vorgeführt von Mitgliedern des Vereins für erlebte Geschichte Amberg, in einem imaginären Wirtshaus gipfelte zur Begeisterung aller in einem Schaukampf mit Schwertern und Schilden. Nach dem Vorgeplänkel der Knappen lieferten sich Kreuzritter "Jörg von Egelsee" und Ritter Sebastian von der Recke ein spannendes Duell in dem vor allem "schlagende Argumente" nicht nur mit dem Schwert, sondern auch mit Fäusten und Fußen gefragt waren.
Bei der Besichtigung des Mittelalterlagers wurden dem "Kleinen Volke" die verschiedensten Berufe nähergebracht. Sie erfuhren wie man Kerzen und Fackeln herstellt, konnten selber die Seilflechtmaschine bedienen und den Schmied bei seiner schweißtreibenden Arbeit über die Schulter schauen. Arbeitstechniken erklärt Korbflechter, Spinnerinnen und Stickerinnen, Drechsler und Instrumentenbauer, Bogenbauer, Holzbrandmaler und noch viele mehr zeigten und erklärten frühere Arbeitstechniken und verursachten bei ihren Besuchern oft das berühmte "Aha-Erlebnis".
Doch nicht genug, überall herrschte auch reges Markttreiben und Marketenderinnen boten dabei ihre Waren feil, mit Preisen natürlich in Silberlingen- oder Talerwährung. Für die Kinder gab es weitere Spiele, Gesichter wurden geschminkt, "Spingala" angemalt und die ritterliche Auseinandersetzung mit Holzschilden und -schwertern geübt. Zusammenarbeit war Trumpf Kurzum eine mittelalterliche Idylle, die oft zum Staunen, aber auch zum Nachdenken anregte und die ohne die Mit- und vor allem Zusammenarbeit der verschiedensten historischen Gruppen unter der Federführung des "Stiber-Fähnleins" und dessen "Motor" Klaus Faltenbacher niemals in dieser Größe durchgeführt hätte werden könnte.
So galt denn auch der Dank von Klaus Faltenbacher allen Gruppen für die Teilnahme am historischen Eröffnungszug und am Lagerleben. Namhafte Gruppen wie: Verein für erlebte Geschichte Amberg, Freunde des Mittelalters Schwandorf, Kürfürstliche Schloßwache Amberg, Dillberchschlorcher Cadolzburg, Historische Gruppe (Barock) Pressath, Pressather Fähnlein, Spielmannszug Pressath, Fanfarenzug Rosenberg, Stadtpfeiffer Amberg, Sulzbacher Spielleut', Aena Maxhütte Haidhof, Ritter von der Zarg Sorghof, Lupus Lapis Neumarkt, Historische Gruppe Kastl, Feuerschützen Sulzbach, Amici Musicea Pirk und natürlich seinen "Weibern und Mannsbildern" vom Stiber-Fähnlein.

Dank an Familie Eberwein
Ein Extra-Dankeschön richtete Klaus Faltenbacher aber an die Familie Eberwein ohne deren Einverständnis diese Heerstadt nicht an dieser historischen Stätte unterhalb der Kloster- und Stadtmauer hätte stattfinden können.
Ein Glanzpunkt des Altstadtfestes!

Noch schöner geht's nicht mehr

Das Altstadtfest 2000 bei herrlichem Sommerwetter ein ungetrübtes Ereignis

Montag, 03.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Sicher, man kann in Superlativen schwelgen, aber bringt das was? Es hat sich nämlich an diesem Wochenende zum x-ten Mal bestätigt: Das absolut ultimative Festl ist und bleibt das Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest. Dagegen können andere einfach nicht "anstinken". Also was soll's mit den Superlativen!!

Es war schlicht und ergreifend alles super, angefangen beim Wetter über das bunte Programm, die musikalische Vielfalt und das Schmankerl-Angebot bis hin zur sonnigen Stimmung der Gäste, die sich zweieinhalb Tage und Nächte lang wieder einmal inmitten der herrlichen Kulisse einer alten Stadt dem "süßen Leben" ergeben konnten.
1. Bürgermeister Gerd Geismann würdigte bei der Festeröffnung am Freitag abend schon zu Recht die "enorme Vielfalt" an Angeboten für alle Geschmäcker und dankte dafür allen Beteiligten und dem für die Organisation zuständigen Festausschuss. An dessen Spitze (aus Altersgründen zum letzten Mal, wie man hörte) Siegfried Binder, in dessen bewährten Händen die Altstadtfest Regie fast ein Vierteljahrhundert lang lag.
"Ihr alle", so Geismann zu Akteuren wie Besuchern, "sorgt dafür, dass Sulzbach-Rosenberg sich besonders beim Altstadtfest zu einem beliebten Treffpunkt in Bayern entwickelt hat." Das Altstadtfest, die Stadt- und Schloss-Sanierung, die Vereinsvielfalt und die beständige Hinwendung zu Kunst, Kultur und Sozialem stünden hier
in ursächlichem Zusammenhang.
Genug der offiziellen Worte - das Fest kam heuer sofort auf Touren, denn schon der Freitag abend zeigte sich wettermäßig von der besten Seite, und so sollte es bis Sonntag bleiben. Ideales Sommerwetter lockte die Besucher in hellen Scharen in die große Festzone zwischen Stadtturm und Luitpoldplatz, und vor allem am Samstag abend wurde es mitunter zur Glückssache, noch einen Sitzplatz zu ergattern.
Musik, Spiel und Spaß, fröhliches Kinderlachen an allen Ecken und Enden, und über allem die Duftwolken von den Bratwurst-Rosten, von gebrannten Mandeln, Pizza und anderen Genüssen- die Atmosphäre dieses Festes ist einfach unvergleichlich.
Zusätzliche Farbtupfer in das ohnehin farbenprächtige Bild setzten die zahlreichen Historischen Gruppen, die sich auf Einladung des "Stiber-Fähnleins"zum Altstadtfest eingefunden und an der Allee ein sehenswertes "Heerlager"
eingerichtet hatten.
Spiegelbild intakten Vereinslebens
Dass so ein großes Fest so viel Abwechslung bieten und so reibungslos über die Bühne gehen kann, ist sicher nicht nur der perfekten Organisation zu verdanken, sondern auch dem intakten Vereinsleben in Sulzbach-Rosenberg. Denn wie alle Jahre leisteten heuer auch viele Vereine und Organisationen mit Scharen von freiwilligen Helfern ihren unverzichtbaren Beitrag zum schönsten Fest des Jahres.
Mehr über dieses Wochenende, z. B. über die Kunstausstellung der Gruppe 81, über das musikalische Spektrum auf allen Bühnen oder auch über das Mittelalterliche Lagerleben in unserer nächsten Ausgabe.

Das alte Burggemäuer lebte auf

Tausend Jahre Lichtenegg mit Millenniums-Sonnwendfeuer und Burgfest begangen

Dienstag 27.07.2000
Lichtenegg. (fm) Zum Millenniums-Sonnwendfeuer hatte sich Landrat Dr. Hans Wagner einen besonderen Anlass ausgesucht: Die 1000-Jahr-Feier der Burgruine Lichtenegg, die in der nordwestlichen Ecke der Gemeinde Birgland über die Lande schaut. Vorangegangen war die offizielle Eröffnung der Jubiläumstage - Tausend Jahre Burg Lichteneck - und ein prächtiger Fackelzug.

Ein kräftiger Hauch von Mittelalter herrschte seit dem Nachmittag am Burgberg nach dem Eintreffen der historischen Gruppen des "Stiber-Fähnleins" ausSulzbach-Rosenberg, der "Kurfürstlichen Wache" und des "Vereins für erlebte Geschichte" aus Amberg sowie "Carpe Diem" aus Schönwald/Ofr.
Aus der jetzigen Zeit hatte sich der "Heimatverein Birgland" eingefunden. Die Blaskapelle unter Hans Luber versüßte das Warten bis zum Aufzug der mittelalterlich gewandeten Gruppen, die mit Dudelsack voraus den Burgberg bestiegen.
"Haus- und Burgherr" Bürgermeister Herbert Steinmetz in schmucker Birglandtracht hieß die Ehrengäste und Besucher willkommen, so Landrat Dr. Hans Wagner mit Gattin, Präsident Peter Czommer vom Amt für Ländliche Entwicklung aus Regensburg, Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege aus München, einige Bürgermeisterkollegen und Pfarrer Horst Kurz.
Erhalt der Ruine gemeinsames Anliegen
Die Erhaltung der vom Einsturz bedrohten Burgruine war nach dem Anstoß und stetigen Bohren des  "Fördervereins" zu einem gemeinsamen Anliegen von Gemeinde, Landkreis und Denkmalamt geworden, eingebunden das Amt für Ländliche Entwicklung. Den Durchbruch schaffte man beim Treffen aller Behörden im
September 1999 auf luftiger Höhe mit der Zusage, die Kräfte für die Sanierung zu bündeln.
Dabei machte der Landrat den Vorschlag "Macht's halt Terrassen in den Berg" dies wurde befolgt. Zum Dank wird die oberste Abstufung des Geländes "Dr.-Hans-Wagner-Terrasse" genannt, die zweite Terrasse der Gattin Irene des
Ideengebers gewidmet.
Die Historie reicht über ein Jahrtausend bis zum heutigen Besitzer, der Gemeinde Birgland. Dank gebühre den Behörden und der Bevölkerung für die Unterstützung sowie den örtlichen Vereinen für die Ausrichtung des Festes, so Bürgermeister Steinmetz, der auch den "Heimatverein Birgland" nicht vergaß, der an diesem Abend ohne Salär
mitwirkte.
Besonders zu erwähnen sei der "Verursacher" der Sanierung und des heutigen Fests, der Vorsitzende des "Fördervereins", Hans Seitz. Sein unermüdlicher Einsatz seit über zwei Jahren und verstärkt seit einem Jahr für dieses Jubiläum wurde mit der "Birglanduhr" honoriert.
Schirmherr Landrat Dr. Hans Wagner bezeichnete diese Tage als "High Ligh"für Gemeinde und Burg. Der Anstoß zur Sanierung bescherte die nicht leichte Aufgabe, alle Behörden unter einen Hut zu bringen und zu überzeugen. Jetzt ist die Erhaltung der Ruine zu einer Aufgabe für alle geworden.
Zum Millenniums-Sonnwendfeuer gab es Gedanken über die Bewältigung des Lebens mit Menschlichkeit und Herzenswärme. In den Mund eines Wanderers legte Dr. Wagner seine Wünsche für die Menschheit und die Kreisbevölkerung. Zur Erinnerung an die Feier überreichte er dem Bürgermeister einen Zinnteller.
Lob für gute Zusammenarbeit
Präsident Peter Czommer lobte die gute Zusammenarbeit aller Stellen und der Bevölkerung. Das Amt für Ländliche Entwicklung war gerne bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten mitzuhelfen.
Die Besucher wurden von der Blasmusik und der Tanzgruppe unter Manfred Grädler unterhalten, dazu steuerte Siegfried Binder heitere Geschichten aus dem Birgland bei.
Auch die historischen Gruppen boten allerlei Kurzweil in ihrem mittelalterlichen Heerlager.
Bei einsetzender Dämmerung schlängelte sich ein langer Fackelzug, an dem alle Kinder und Gruppen teilnahmen, den Burgberg hinauf zur Feuerstelle unterhalb des Aussichtsfelsens. Wie immer faszinierte das hellauf lodernde Sonnwendfeuer die dicht gedrängten Zuschauer. Die Feuerrede von Landrat Dr. Wagner ging auf die für den Menschen notwendigen Naturkräfte Feuer und Wasser ein. Im übertragenen Sinn sollten auch im Landkreisleben
diese guten Kräfte so wirken, dass eine beständige Entwicklung erhalten bleibe.
Nach dem langsamen Verglühen der letzten Scheite kehrte wieder Ruhe auf dem Burgberg ein -freilich nur für wenige Nachtstunden, denn schon am Feiertag Fronleichnam erlebte der Lichtenegger Burgberg den nächsten Massenansturm friedlich gestimmter Festgäste. Und allen gemeinsam war das uneingeschränkte Schwärmen: "Mei, is daou schöi!"

Jahrtausendfest am Burgberg

Heute abend Auftakt in Lichtenegg mit dem großen Landkreis-Sonnwendfeuer

Mittwoch 22.07.2000
Lichtenegg. (fm) Heute um 18 Uhr schlägt die Eröffnungsstunde zur großen Burg-Party in Lichtenegg mit einem Landkreis-Sonnwendfeuer. Die tausendjährige Burgruine feiert ihren Geburtstag mit einem großen historischen Fest vom 21. bis 25. Juni. Für die Organisation ist der "Förderverein Burgruine Lichtenegg" zusammen mit allen
Birglandvereinen zuständig.
Als Gäste werden die historischen Gruppen der "Kurfürstlichen Schlosswache" und des "Vereins für erlebte Geschichte" aus Amberg, das "Stiber-Fähnlein" aus Sulzbach-Rosenberg, "Carpe Diem" aus Schönwald und "Aena" aus Maxhütte-Haidhof erwartet, die in Zelten auf dem Gelände unterhalb der Ruine kampieren und die ganzen Tage über das mittelalterliche Lagerleben darstellen.
Das Mittelalter wird lebendig
Dazu gehören Schaukämpfe der Ritter, alte Musik und Handwerksleute, offene Feuerstelle mit Dreibeinkessel, Spiele für Kinder und noch vieles mehr.
Um dieses Spektakel herum wird ein reichhaltiges Programm zum Mitmachen und Miterleben geboten: Heute abend geht es ab 18 Uhr unter derSchirmherrschaft von Landrat Dr. Hans Wagner los mit dem Aufzug der historischen Gruppen, Fackelzug vom Dorf zur Ruine und dem Landkreis-Sonnwendfeuer mit Feuerrede, musikalisch umrahmt vom "Heimatverein Birgland" und Geschichten von Siegfried Binder.
<Auftakt an Fronleichnam
Am Donnerstag (Fronleichnam) treffen sich um 15 Uhr die Chöre der Sängergruppe"Jura" zum alljährlichen Gruppensingen auf dem Burgberg oder im Festzelt, ab 17 Uhr spielen die "Hubertus-Musikanten" aus
Hirschbach zur Unterhaltung auf.
Am Freitag ist Festbetrieb ab 17 Uhr, um 20 Uhr wird zum Heimat- und Tanzabend mit den "Hohenburger Zwetschbaamer", der "Hirschauer Feierabendmusi" und den "Oberpfälzer Jurasängerinnen" eingeladen (Schirmherr MdL Heinz Donhauser). Durchs Programm führt Kreisheimatpflegerin Evi Strehl. Mittendrin noch die Preisverleihung des Birgland-Gemeinde-Schießens mit Königsproklamation vom Schützenverein Betzenberg.
Laufwettbewerbe und Rock auf der Ruine
Am Samstag geht es ab 11 Uhr weiter mit Veranstaltungen und Wettkämpfen. Im einzelnen startet um 13 Uhr der Lauf "Rund um die Burgruine" von ASV Schwend und SK Fürnried, ab 14.45 Uhr sind die Schulen und Kindergärten der Gemeinde dran. Der Abend gehört ab 21.30 Uhr der Jugend und den jung Gebliebenen beim
"Funk-Rock auf der Burgruine" mit "Supergroup " "the Trash
Connection" sowie "Lidschi  The Melody Makers".
Am Sonntagvormittag gehen um 9.15 Uhr die Vereine im Kirchzug zum Burgberg, wo um 9.30 Uhr ein Festgottesdienst mit Kirchen- und Posaunenchören gehalten wird. Danach klingt das Fest mit einem Weißwurst-Frühschoppen und dem "Duo Steinbock" aus Nürnberg aus.
<b>Schmankerl und ein frischer Trunk</b></font><br>
Alle diese Veranstaltungen begleiten die Birglandvereine mit der notwendigen Versorgung mit Speis und Trank. So gibt es Zwiebelkuchen heiß aus dem Backofen, echtes Bauernbrot mit Landbutter frisch aus dem Butterfassl, Schmalz- und Schinkenbrote, Kaffee, Kuchen und Küchle. Die Grills liefern Spanferkel, Steaks und Bratwürste, dazu darf ein frischer Trunk mit oder ohne Alkohol nicht fehlen.
An allen Tagen werden historische Werkzeuge und alte Geräte aus Handwerk und Landwirtschaft ausgestellt. Mit dem fröhlichen Geburtstagstreiben für die Burgruine ist auch ein ernster Zwecke verbunden: Der Erlös des historischen Burgfestes wird für die unmittelbar bevorstehende Sanierung der Ruine verwendet.

Den wahren Männern des Feuers gehuldigt

Bauchtänzerinnen und Feuerspucker boten am Samstag Abend im Heerlager des Stiber-Fähnleins eine "heiße Show"

Montag, 03.07.2000 - Sulzbach-Rosenberg.(mdh) Den ganzen Samstag über wurde im historischen Heerlager des "Stiber-Fähnleins" (mehr in einer unserer nächsten Ausgaben) zu Füßen der Stadtmauer an der Allee schon gemunkelt, und schnell sprach es sich auch an anderen Orten des Altstadtfestes 2000 herum: Bei Einbruch der Dunkelheit gibt es bei den Stibern eine Feuershow! Und bald war rund um die Lagerfeuer und an Tischen und Bänken kein Platz mehr frei.

Die "Flüsterpropaganda" hatte nicht zu viel versprochen denn zur Überraschung aller und zur Einstimmung präsentierten drei Damen der historischen Gruppe "Aena" Maxhütte-Haidhof einen perfekt vorgeführten Bauchtanz. Obwohl sie improvisieren mussten und mit dem strohbedeckten Boden sicherlich auch keinen perfekten Untergrund hatten, strahlten sie mit ihren fließenden und anmutenden Bewegungen ein Charisma orientalischer Lebenskunst aus.

Und dann kamen sie, angekündigt durch eine geheimnisvolle Stimme: "Haltet inne und lauschet den Worten, die ich euch zu sagen habe: Vor ewigen Zeiten, als das Element Feuer die Erde beherrschte, wo Berge Feuer spieen und in Flammen aufgingen und der Staub des Schwefels alles Leben bedeckte. In dieser Zeit bezwangen beherzte Männer die Feuersbrunst und wurden zu den Beherrschern des Feuers, um dem Inferno Einhalt zu gebieten. Nun höret Volk, die Ihr gekommen seid, den Männern des Feuers zu huldigen die zu euch gekommen sind über Berge, durch Täler, aus dem Schlund der Hölle um euch die Macht des Feuers zu offenbaren. Erlebt die Macht der Herren des Feuers, die die Luft zum Brennen bringen - und die, die dabei gewesen sind werden sagen: Ich habe sie gesehen - Die wahren Männer des Feuers."

Und wer bis dahin noch keine Gänsehaut hatte, der bekam sie als die Akteure des Vereins erlebter Geschichte Amberg und vom Stiber-Fähnlein hoch oben am Hang sich aus dem Schein bengalischer Fackeln abzeichneten und "Feuerspucken" in Perfektion zeigten. Staunende Augen bei Groß und Klein und begeisternde Gesichter überall verfolgten diesen wohl einmaligen Höhepunkt der Festtage im Heereslager. Und als dann auch noch ein Akteur das Feuerrad - er hatte am steilen Abhang nur eine Stellfläche von 30 x 30 cm - perfekt in Drehung brachte und bunte Raketen die Dunkelheit durchbrachen gab es bei den Zuschauern nur mehr "Aah's" und "Ooh's" und für die Feuerspucker den verdienten Applaus. Wie sagte ein Zuschauer: "Also was die Stiberer hier auf die Beine stellen ist nicht mehr zu steigern". Recht hat er der gute Mann, oder doch nicht?

 

 

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Stand: 25. April 2016     

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