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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

Von (cog) | 16.12.2013 | Netzcode: 3966905 | Sulzbach-Rosenberg

Unter dem leuchtenden Stern

Kindergarten "An der Allee" zeigt Krippenspiel auf der Schanz - Schöne Einstimmung

Sulzbach-Rosenberg. (cog) Der Advent ist eine stille Zeit, in der man sich auf Christi Geburt vorbereiten kann. Das machte auch heuer wieder das Krippenspiel auf der Schanz deutlich. Der evangelische Kindergarten "An der Allee" zeigte in lebenden Bildern die Weihnachtsgeschichte, und Jonas Hennecke las den alten Text aus dem Lukasevangelium. Musikalisch wurde das Krippenspiel vom Posaunenchor der Christuskirche und dem Kinderchor "SulzbachRosenzwerge" gestaltet.

Besondere Ausdruckskraft

Unter der Leitung von Gerd Hennecke sangen die Kinder mit hellen Stimmen Advents- und Weihnachtslieder und gaben so den Bildern besondere Aussagekraft. Technisch unterstützt wurde die Aufführung vom Stiber-Fähnlein.

So konnten die vielen Zuschauer von der Allee aus verfolgen, wie der Engel (Andrea Hiller-Fritsch) der überraschten Maria (Andrea Schulz) die Botschaft überbringt, dass sie ein Kind bekommt. Sie sahen Maria mit Josef (Christian Herrmann) nach Bethlehem gehen, erlebten die Hirten (Kathrin Gradl, Linda Hirsch, Yvonne Luber) und die Weisen aus dem Morgenland (Martina Pirner, Lena Sokolowski, Christine Weidinger).

Als schließlich alle im Stall unter dem leuchtenden Stern versammelt waren, ertönte volles Geläut von der Christuskirche. Die Chorkinder und die Zuschauer sangen gemeinsam "O du fröhliche". Das Publikum dankte mit kräftigem Applaus für diese anrührende, schöne Einstimmung auf den 3. Advent. Bei Glühwein, Kinderpunsch und Lebkuchen, die der Elternbeirat verkaufte, ließen die Besucher den Zauber des Krippenspiels nachwirken.

Von (rlö) | 10.12.2013 | Netzcode: 3961098 | Sulzbach-Rosenberg

Sensationell in jedem Detail

1. Rosenberger Dorfweihnacht mit überwältigendem Zuspruch - Schön wie ein großes Familienfest

Sulzbach-Rosenberg. (rlö) "Gaudete - freuet Euch", diesen alten Weihnachtsgruß musste man nicht erst zitieren, man konnte ihn an den strahlenden Gesichtern der Initiatoren ablesen: Die Premiere der 1. Rosenberger Dorfweihnacht wurde zu einem großartigen Erlebnis für alle Beteiligten.

Bläsermusik der Extraklasse präsentierte einmal mehr der Posaunenchor des CVJM Rosenberg. Unter Leitung von Kurt Lehnerer intonierte das Ensemble, eines der besten in Nordbayern, weihnachtliche Lieder und Choräle.

Hatten schon am ersten Tag über tausend Besucher die bezaubernde Budenstadt in vollen Zügen genossen, wurde der Massenandrang am Sonntagnachmittag schier unbeschreiblich. Da war streckenweise kein Durchkommen mehr. Ohne Zweifel: Mit der Rosenberger Dorfweihnacht hat sich ein echter Mega-Hit in den adventlichen Veranstaltungskalender der Herzogstadt eingetragen.

Besinnliche Momente

Und bei all dem Trubel und fröhlichen Treiben blieb sogar noch Raum für besinnliche Momente und ein wenig Innehalten - als beispielsweise die Kinder vom Kneipp-Kindergarten Herz Jesu Rosenberg auf der Bühne mit Gedichten und Liedern den tieferen Sinn der vier Kerzen im Advent erläuterten. Oder auch bei den klassischen Weihnachtsliedern einer MuK-Gesangsgruppe und dem Musizieren des fabelhaften Akkordeonorchesters aus dem gleichen Hause.

Schwert und Harnisch

Als mit einbrechender Dunkelheit die Tanzgruppe "Laetissime Saltemus" des Stiber-Fähnleins zu Dudelsack-Klängen auf dem Platz Einzug hielt, war für die anschließenden mittelalterlichen Tänze und einen zauberhaften Lichterreigen nur mit großer Mühe der nötige Freiraum im Besucherdickicht freizuschaufeln. Nur gut, dass die Tanzpaare zwei gewappnete und gerüstete Rittersmänner in Gestalt des Konrad von Holenstein und des Herren Gaiwan, des Freudenbergers auf Rupprechtstein im Geleit hatten. Schwert und Harnisch sorgten für den nötigen "Sicherheitsabstand".

Viel zu schnell verflogen die Stunden bei der 1. Rosenberger Dorfweihnacht, der dann zum Finale die Akteure der Gruppe "Ardere Lilium" vom Stiber-Fähnlein mit einem adventlichen Feuerzauber noch ein besonderes Glanzlicht aufsetzten. Eine fröhliche, familiäre Atmosphäre lag über dem Festplatz, bei Glühwein und diversen anderen kulinarischen Genüssen ließ sich entspannt plaudern.

Bier zum Probieren

Das fein-aromatische Weihnachtsfestbier, das Hobbybrauer Stefan Kalkbrenner mit seinen Mitstreitern Juliane Wagner und Andreas Prechtl nach Miraculix-Art gezaubert hatte, fand beim Probierausschank reißende Nachfrage und war irgendwann am späteren Nachmittag komplett geleert.

So bot sich den Besuchern mit der 1. Rosenberger Dorfweihnacht inmitten der fast inflationären Konkurrenz ähnlicher Festivitäten ein Weihnachtsmarkt von ganz eigenem Flair, geprägt von großem Gemeinschaftsgeist und dörflichem Charme.

Von (rlö) | 02.12.2013 | Netzcode: 3950069 Sulzbach-Rosenberg

Reichtum an sakraler Volkskunst

Rosenberger Krippenweg als Alleinstellungsmerkmal in Region - Besucheransturm bei Eröffnung

Sulzbach-Rosenberg. (rlö) Der Prolog des Verkündigungsengels verhallte nicht ungehört, denn der 11. Rosenberger Krippenweg erlebte zu seiner Eröffnung einen wahren Massenansturm an Besuchern. Bis einschließlich Dreikönig am 6. Januar führt der Krippenweg als Alleinstellungsmerkmal in der Region zu über 40 Stationen mit mehr als 50 kunstvoll gestalteten Darstellungen der Geburt Christi in diversen Stilrichtungen.

Dichtes Gedränge herrschte im Fischergarten zur Eröffnung des Krippenwegs, wo 1. Bürgermeister Michael Göth (links) das vielfältige bürgerschaftliche Engagement lobte, das die Rosenberger auszeichne.

Damit dokumentiert diese Veranstaltung auch eindrucksvoll den Reichtum sakraler Volkskunst weit über den bayerischen Raum hinaus. Festliche Trompetenklänge des Duos Martin Morgenschweis und Sebastian Brandl verkündeten am Sonntagnachmittag im Fischer-Biergarten die frohe Botschaft: Der 11. Rosenberger Krippenweg wird eröffnet!

Hunderte drängten sich Kopf an Kopf, als der Sprecher des Krippenwegs, Wolfgang Albersdörfer, das Wort ergriff und zum Spaziergang von Krippe zu Krippe einlud. Sein Dank galt allen, die heuer zahlreiche neue Krippen oder auch die Ausstellungsräume zur Verfügung stellten, ebenso seinen Mitstreitern vom Krippenweg-Team, Werner Schmidt, Wolfgang Fischer, Hans Pilhofer, Sonja Plachetka, Kerstin König, Sepp Lösch, Wolfgang Schuppe, Gabriele und Hans-Peter Gertler.

1. Bürgermeister Michael Göth, der mit seinen beiden Stellvertretern Günter Koller und Hans-Jürgen Reitzenstein sowie zahlreichen Stadtrats- und Kreistagsmitgliedern in den Fischer-Garten gekommen war, lobte das vielfältige bürgerschaftliche Engagement, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke und den Stadtteil Rosenberg mit Leben erfülle.

Beispielhaft dafür stünden etwa der Krippenweg, wofür er namentlich Wolfgang Albersdörfer und Wolfgang Fischer danke, der Rosenpfad, für den sich im besonderen Sepp Lösch engagiere, oder auch die heuer erstmals am zweiten Adventwochenende stattfindende Rosenberger Dorfweihnacht, initiiert von der Kirwagemeinschaft und der Tischgesellschaft "Edelweiß".

Pfarrer Thomas Saju von Herz Jesu Rosenberg bezeichnete den Krippenweg als "belebende, Gemeinschaftsfördernde Idee", mit der auch auf sehr volksnahe Weise die frohe Botschaft von der Geburt Jesu verbreitet werde. Eine Weihnachtsgeschichte, vorgetragen von Wolfgang Albersdörfer, der Krippenweg-Prolog des Verkündigungsengels (Christina Hughes) und ein weiteres Trompetenstück beschlossen den offiziellen Teil.

Stiberer mit Feuerschau

In Scharen sah man den ganzen Nachmittag lang Krippenweg-Gänger durchs Dorf wandern. Und natürlich bewies der kleine Weihnachtsmarkt im Fischer-Biergarten mit vielen Geschenkideen, Glühwein, Waffeln und Bratwürstln seine Anziehungskraft, so dass auch die abendliche Feuerschau der Stiber-Gruppe "Ardere Lilium" noch viele begeisterte Zuschauer fand.

Prolog mit viel Lokalkolorit

Sulzbach-Rosenberg. (oy) Als Verkündigungsengel trug in diesem Jahr Christina Hughes (Stiber-Fähnlein) bei der Eröffnung den Krippenweg-Prolog vor. "Kommt alle mit, lasst uns nach Bethlehem gehen, um dort das Kind in der Krippe zusehen...", lautete die eindeutige Aufforderung an die vielen Besucher im Fischer-Garten.

Sepp Lösch zeichnet für den Text des Prologs verantwortlich. Und wer den Lokalpatrioten kennt, ist nicht verwundert über viele Passagen, die das "Dorf" betreffen. So ist darin die Rede vom Henneberg, Steg und vom Schlossberg. Auch das Rosenbachtal, der Breitenbrunner Wald und das Eisenwerk werden nicht ausgespart. Und sogar das Fels-Kamel am Schlossberg ist als Erinnerung an die Heiligen Drei Könige verewigt.

Von (rlö) | 29.10.2013 | Netzcode: 3907675 | Sulzbach-Rosenberg

Im Schatten des Schlackenbergs

Finissage zur Sonderausstellung im Stadtmuseum - Buntes Kaleidoskop rund um Erz und Eisen

Sulzbach-Rosenberg. (rlö) "Vom schwarzen Berg zum grünen Hügel - 120 Jahre wechselvolle Geschichte des Schlackenbergs" heißt eine Sonderausstellung des Stadtmuseums Sulzbach-Rosenberg. Bei der Finissage verwoben Tanja Weiß und Sepp Lösch Märchenhaftes, Mystisches, Historie und harte Fakten zu einem bunten Kaleidoskop rund um den Erzbergbau und die Eisenverhüttung, denen der Schlackenberg ja seine Entstehung verdankte. Die Zuhörer, die teils sogar mit Stehplätzen vorlieb nehmen mussten, ließen sich fasziniert entführen in 2000 Jahre Montangeschichte.

Kein Stahl ohne Schlacke, so lautet die einfache Formel, die in fast 150 Eisen- und Stahlerzeugung bei der Maxhütte einen Berg von 10 Millionen Tonnen Abfall am Rand des Werksgeländes wachsen ließ.

Eine Schlackenhalde, die längst zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Industriestandortes geworden ist, deren Bestandteile jedoch auch ein teilweise hohe Gefahr für Natur und Umwelt darstellen. Eine fachgerechte Sanierung der Deponie war daher unumgänglich. Sie dauerte sieben Jahre und verschlang ca. 57 Millionen Euro.

Stoff genug für eine viel beachtete Sonderausstellung des Stadtmuseums, die in diesen Tagen zu Ende geht. Natürlich drehte sich auch bei der Abschlussveranstaltung im Museum alles um Erz, Eisen und Stahl. Märchenerzählerin Tanja Weiß und Sepp Lösch spielten sich bei ihren Vorträgen gegenseitig die Bälle zu und fesselten die Zuhörer zwei Stunden mit Geschichten und Anekdoten. Den Auftakt machte Tanja Weiß mit der Legende von der Hl. Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, worauf Sepp Lösch zurück ging zu den Anfängen der Erzschürfung und Metallverhüttung in unserer Region, die mit den Kelten weit in vorchristlicher Zeit lagen.

Auch eigene Erinnerungen

Der Referent ließ auch die erste Blüte der "Eisenzeit" in der Oberpfalz mit dem Hammerwesen des Mittelalters wieder aufleben, ehe er einschwenkte auf das Kapitel Maxhütte, das nach 149 Jahren Werksgeschichte mit der Schließung des Stahlwerks Rosenberg endgültig zu Ende ging. Sepp Lösch versuchte, mit Schilderungen der Lebensumstände in den Arbeiterfamilien und mit eigenen Erinnerungen aus den 50er und 60er Jahren das ganz eigene Milieu der Bergmanns und Hüttenkultur darzustellen, den über Jahrzehnte allumfassenden Einfluss des größten Arbeitgebers Maxhütte auf alle Bereiche des privaten, gesellschaftlichen und politischen Lebens in der Region. Auch die mit der Stahlproduktion einhergehende Umweltbelastung blieb nicht unerwähnt.

Für Schmunzeln sorgten die teils derben, aber immer originellen Spitznamen, mit denen sich die hiesigen Bergleute unter Tage anredeten, Anekdoten und Nachdenkliches aus dem Gruben- und Werksalltag durften nicht fehlen, um einen Gesamteindruck vom Leben in und mit der Maxhütte zu vermitteln. Da führte natürlich auch kein Weg am besonderen Verhältnis der Maxhütterer zu ihrem liebsten "Kraftstoff", dem Bier, vorbei. Tanja Weiß garnierte diese gesammelten Fakten und Erinnerungen mit spannenden Märchen und Sagen, so von den guten und bösen Berggeistern, vom Drachen im Rosenberger Schlossberg oder vom Zwergenvolk mit einem Bierfass, dessen Inhalt nie zu Ende ging. Siegfried Binder, Gitarre, und Hans Reinhardt, Harmonika, sorgten für unterhaltsame volkstümliche Zwischentöne.

05.10.2013 | Netzcode: 3877835 | Sulzbach-Rosenberg

Die Geschichte einer starken Frau

Erzählabend über das Leben und Wirken von Bertha von Sulzbach, der späteren Kaiserin von Byzanz

Sulzbach-Rosenberg. "Der Mond schien hell, groß und rund auf der Burg in Sulzbach. Draußen war es still und kalt." Es schien, als stehe die Zeit still und die Zuhörer in der ehemaligen Kirche der Burg Sulzbach blickten in der Zeit zurück, denn es geschah am gleichen Ort, nur vor über 900 Jahren. In lebendigen, bunten Bildern ließ Erzählerin Tanja Weiß das Leben der Bertha von Sulzbach auferstehen.

Sie zeichnete ihren Lebensweg nach, von der kleinen Burg in Sulzbach, ihrem Aufenthalt in Kloster Tegernsee und am italienischen Königshof bis zu ihrer Reise, dem Brautzug nach Byzanz, wo sie den vierten Sohn des Kaisers Johannes II. aus dem Hause der Komnenen zur Bekräftigung eines politischen Bündnisses heiraten sollte. Dazu sprach Ritter Gelphrad zu Königstein auf der Rosenburg einen Auszug des "Brautzuges der Nibelungen" in Mittelhochdeutsch.

Das Bündnis erhalten

Als Manuel nach dem Tod des Vaters überraschend selbst zum Kaiser gekrönt wurde, war Bertha nicht mehr ebenbürtig. Um das Bündnis dennoch zu erhalten, adoptierte der deutsche König Konrad III., verheiratet mit Berthas Schwester Gertrud, seine Schwägerin.

Als deutsche Prinzessin war sie nun ebenbürtig, es dauerte jedoch noch vier lange Jahre, bis diese Hochzeit endlich stattfand und auch Bertha als Kaiserin Eirene gekrönt wurde. Der Tanzkreis "Laetissime Saltemus" unterstrich die Feierlichkeiten mit einer Farandole, einem offenen mittelalterlichen Reihentanz. In weiteren Szenen beschrieb Tanja Weiß die Kreuzzüge des Konrad - begleitet und visualisiert von den Rittern der Gruppe "Comitas Sulczpach" - sowie seinen Aufenthalt am kaiserlichen Hof. Die Kontakte Eirenes zu Hildegard von Bingen sind schriftlich belegt, die beiden Frauen tauschten sich immer wieder aus.

Passend dazu wurden auch die Speisen des Abends vom Klosterladen Fischer-Farr aus Amberg sehr stilvoll angerichtet. Vom "Stern von Byzanz", einem Cocktail aus klösterlichem Secco, bis zu kleinen süßen und scharfen Köstlichkeiten bot sich in der Pause Gelegenheit, zu kosten und dabei angeregt zu diskutieren.

Kummer bereitete Eirene nicht nur, dass sie ihrem Gatten Manuel "nur" zwei Töchter geboren hatte. Auch der frühe Tod des Nachfolgers König Konrads III. betrübte sie - dessen Sohn Heinrich-Berengar starb 1150. Dies und der Tod des Königs zwei Jahre später machte sie tief betroffen.

Große Loyalität

Ihre Loyalität gegenüber den eigenen Verwandten und Kaiser Manuel war beispielhaft. Sie wandte sich sogar an den Nachfolger Konrads, den großen Kaiser Barbarossa, um das Erbe ihrer Verwandten sicherzustellen. Ihrem Mann war sie mit ihrem wachen Verstand immer eine starke Verbündete. Die letzte Szene im Leben der Eirene leitete das Blockflötenensemble der Städtischen Musikschule unter Leitung von Michael Kemmle ein. Kemmle hatte passende Stücke des Mittelalters gewählt. Eirenes größter Wunsch, den ersehnten Thronfolger zu gebären, schien sich doch noch zu erfüllen. Sie erwartete ein Kind. Aber es gab Komplikationen, und die Ärzte bereiteten einen Kaiserschnitt vor.

Tod im Kindbett

Eirene überstand den Eingriff; das Kind, ein Sohn, jedoch nicht. Die Kaiserin kam nicht mehr zu Kräften und starb ebenfalls. In emotionalen Bildern zeigte Tanja Weiß das Ende. Die Gedanken Eirenes kehrten zurück auf die Burg ihres Vaters. Der Blick der Zuhörer ging, wie zu Beginn, auf das Schaubild der Burg zur Zeit der Grafen von Sulzbach.

Tanja Weiß bedankte sich bei den vielen Beteiligten, die die Veranstaltung möglich gemacht hatten, besonders bei Altbürgermeister Gerd Geißmann für seine einführenden Worte über die Örtlichkeit.

02.10.2013 | Netzcode: 3873089 |

Spaziergang mit allerley Spektakel

Szenische Führung durch Rosenberg mit dem "Stiber-Fähnlein"

Raue Sitten: "Gottfried zu Holnstein" (Bild links) kämpft aus nichtigem Anlass mit Gelphrad zu Königstein, den Herrn der Rosenburg.

SULZBACH-ROSENBERG. Das Gedudel war Gottfried zu Holnstein einfach zu viel, der am Rand des Rosenberger Burgbergs seinen Rausch ausschlief: Man solle den Dudelsackspieler gefälligst "leiser machen", forderte er Gelphrad zu Königstein, den Herrn der Rosenburg auf, sonst werde er ihn "ausmachen". Den anschließenden, unvermeidlichen Schwertkampf überlebte der unausgeschlafene Holnsteiner nicht.

Diese amüsante szenische Führung des "Stiber-Fähnleins" in Rosenberg musste wegen des starken Andrangs gleich Die Veranstaltung gehörte zum Rahmenprogramm der Sonderausstellung "Vom schwarzen Berg zum grünen Hügel". Um einen Zusammenhang mit dem Schlackenberg herzustellen, wählte man die einzelnen Stationen so aus, dass man von dort den Schlackenberg sehen konnte. Am "Schlössel" am Fuße des Burgbergs residierte einst Pfalzgräfin Franziska. "Die Mutter des ersten bayerischen Königs Maximilian I.", erklärte Tanja Weiß vom Stiber-Fähnlein, jener Historischen Gruppe, die seit 1992 im Raum Sulzbach-Rosenberg aktiv ist. Die vier Protagonisten gehörten der Untergruppe "Comitas Sulczpach" an, die sich auf das Hochmittelalter spezialisiert hat.

Tanja Weiß vom Stiber-Fähnlein zeigt vor dem Schlössel ein Bild der einstigen Bewohnerin, der Pfalzgräfin Franziska.

Tanja Weiß ist "Märchenerzählerin" und traut sich auch bekannte Märchen lokal herunterzubrechen, so das mit Dornröschen, weil es so gut zu dem verwunschenen Rosenberg passt. Das mit Franziska war aber kein Märchen, ebenso wenig wie die Erklärung an einem kurzen Zwischenstopp unterhalb des Burgbergs. Hier gebe es noch ein Gebäude, das einst als Küche für die Burg diene. An einem anderen Haus sei ein halbrunder Vorbau ein Rest der einstigen Befestigungsanlage, erklärte Tanja Weiß.

Dritte Station war die Johanniskirche, wo ein ehemaliger Bürgermeister zu Wort kam, und das in zweierlei Sinn: Gerd Geismann spielte den Ratsherrn und Bürgermeister von Rosenberg, Sigmund Löbeisen. Dieser berichtete vom Landshuter Erbfolgekrieg und was dieser mit Sulzbach zu tun hatte. "Bayern-München hat gegen Bayern-Landshut einen Krieg geführt." Man stritt über das Erbe von Herzog Georg von Landshut, der, das erklärt Manches, den Beinamen "der Reiche" trug und keinen männlichen Erben hinterlassen hatte. Dabei waren die Herrscher von Sulzbach Anhänger des Münchner Herzogs Albrecht, die Amberger indes vom Landshuter Pfalzgrafen, was dazu führte, dass auch zwischen Amberg und Sulzbach Krieg herrschte.

Gerd Geismann spielte den Ratsherrn und Bürgermeister von Rosenberg, Sigmund Löbeisen.

Die Stadt Sulzbach wurde damals vom Stadthauptmann und Pfleger Albrecht Stiber und seinen Söhnen Sebald und Sebastian verwaltet, die aus dem fränkischen Geschlecht der "Stiber" oder "Stiebar" von Buttenheim stammten. Albrecht Stiber, Lehnsherr von Rosenberg, verstarb im Jahre 1504 und wurde in der St. Johanniskirche in Rosenberg begraben, ebenso wie sein Sohn Wolf und seine Frau Veronika.

Die szenische Führung endete am Kneipp-Becken, wo die Teilnehmer zwei "Waschweiber" antrafen, die natürlich zum Stiber-Fähnlein gehörten. Der Hintergrund: Hier tritt eine Karstquelle mit starker Schüttung aus, die man früher zum "Fleien" (Spülen) der Wäsche nutzte. Die Führung endete im Garten beim Café Fischer, wo sich die Teilnehmer noch einmal bei einem Kaffee zusammensetzen konnten. Harald Mohr

Zwei "Waschweiber" beim Fleien der Wäsche am Kneipp-Brunnen. Bilder: Harald Mohr

25.09.2013 | Netzcode: 3863126 |Sulzbach-Rosenberg

Ritter, Grafen, Waschweiber

Historischer Spaziergang durch Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg. Gut 40 Erwachsene und zehn Kinder hatten sich bei der ersten Gruppe am Schulmuseum eingefunden, um sich mit Tanja Weiß zu einem historischen Spaziergang durchs "Dorf" aufzumachen. Schon beim Willkommensgruß war der Rosenbergerin der Stolz auf die Geschichte ihres Ortes anzumerken, als sie an der ersten Station auf die bedeutende Ausstattung des 1. Bayerischen Schulmuseum hinwies. Hier wird die Entwicklung des Schulwesens über mehr als zwei Jahrhunderte aufzeigt.

Im kalten Wasser der Rosenberger Flei zeigten einige Waschweiber der Besuchergruppe ihre mühevolle Arbeit. Bilder: hfz

Ebenfalls einige Meter weiter, als das Schlösschen "Franziskaruh" umrahmt von Bäumen auftauchte, verwies Weiß auf die gewichtige familiäre Bindung von Franziska Dorothea zum Hause Wittelsbach und ihrem Stand als Mutter des 1. bayerischen Königs. In den Jahren 1780 entstand hier der Sommersitz der Pfalzgräfin, die bis zu ihrem Tode hier lebte. Die dreiflügelige Anlage wurde zum Teil mit Steinen aus der damaligen Rosenburg-Ruine erbaut. Die Führerin gab auch noch einige Anekdoten über die Pfalzgräfin und die amourösen Abenteuer ihrer Zeitgenossen zum Besten.

Zum Schlossberg

Magisch angezogen von musikalischen Tönen mittelalterlicher Musik eines Spielmannes zog die Gruppe zum Schlossberg hinauf zur ehemaligen Burg, deren letzte Überreste sich noch unter dem 1929 erbauten Kriegerdenkmal befinden. Dort wartete schon die Hochmittelalter-Gruppe des Stiber-Fähnleins "Comitas Sulczpach" auf die Besucher, um ihnen mit einem Schaukampf die Anfangszeit der Rosenberger Burg näherzubringen. Urkundlich ist die Rosenberger Burg erstmalig am 6. Mai 1253 erwähnt, (folglich können die Rosenberger in diesem Jahr ihre 760-Jahrfeier begehen) als sie an Graf Gebhard VII. von Hirschberg überging. Die jungen Ritter, gewandet entsprechend dieser Zeit, stellten Personen aus dem 12. Jahrhundert nach.

Verwunschene Hecke

Tanja Weiß beschrieb nicht nur geschichtliche Ereignisse, sie verwob auch märchenhafte Erzählungen miteinander und so wissen die Spaziergänger nun, dass auf diesem Berg auch die verwunschene Rosenhecke von Dornröschen gewesen sein könnte.

Begeistert vom Ausblick über die Maxhütte und dem sanierten Schlackenberg, wandten sich die Spaziergänger ab vom Plateau und gingen entlang der ursprünglichen Burgauffahrt, vorbei an einem Restbestand einer Bewehrung und ehemaligen Wirtschafts- bzw. Küchenräumen Richtung St.-Johanniskirche, einer weiteren Station.

Hier erwartete die historische Figur des Bürgermeisters Sigmund Löneys alias Altbürgermeister Gerd Geismann in Begleitung von Mitgliedern des Stiber-Fähnleines die Besucher. Er zeigte die Entwicklung der Kirche von der Urkirche Ammerthal über die herrschaftlichen und kirchenrechtlichen Verflechtungen auf. Natürlich ging er auch besonders auf die Epitaphe des Albrecht Stibar und seiner Gemahlin Veronika von Wetzhausen und der Hammerherren Sebastian und Wolf Erlbeck, die in der Johanniskirche stehen, ein.

Die Hochmittelalter-Gruppe des Stiber-Fähnleins "Comitas Sulczpach" erwartete die Besucher auf dem Schlossberg, wo einst die stattliche Rosenberger Burg thronte.

Geismann entwickelte ein Bild der Zeit des Landshuter Erbfolgekrieges mit den schrecklichen Begleiterscheinungen des Krieges und den Krankheiten, denen schließlich auch einige Mitglieder der Familie Stibar 1504 zum Opfer fielen. Die Kirche im spätgotischen Stil wurde ca. 1700 erweitert und ein massiger Turm deutet noch auf die frühe Erbauungszeit um 1500 hin. Sollten hier einmal Sanierungsarbeiten nötig sein, wäre eine weitere Erforschung sicher sehr aufschlussreich.

Geleitet von den Rittern und Landsknechten spazierte die Gruppe nun durch den Ortskern von Rosenberg, vorbei an alten, sanierungsbedürftigen Häusern, aber auch an frisch restaurierten Bauten.

An der Flei-Quelle

An der allseits bekannten "Flei" der alten Ortsquelle von Rosenberg erwartete die Gruppe bereits das Geschnatter einiger Waschweiber, die ihre schönste Leibwäsche vor den Besuchern ausgebreitet hatten und fleißig durch das kalte Wasser zogen.

Die letzte Station gehörte wieder der Erzählerin, indem sie eindrucksvoll die Sage vom Geiger-Pumperl und dem Drachen zum Besten gab. Mit Blick auf die hohen Felsen des Rosenberger Schlossberges machten es sich die Besucher nach dem zweistündigen Umgang bei Kaffee und Kuchen im Café Fischer bequem und erholten sich von der langen Tour.

Die Spenden aller Teilnehmer werden dem Stadtmuseum zugute kommen.

17.09.2013 | Netzcode: 3852784 | Sulzbach-Rosenberg

Bertha von Sulzbach - Leben und Wirken

Szenische Umsetzung durch Historische Gruppe am 28. September

Die Lebensgeschichte der Tochter des Grafen Berengar zu Sulzbach, Bertha, und ihr Weg im 12. Jahrhundert zur Kaiserin von Byzanz: Das werden Erzählerin Tanja Weiß und Comitas Sulczpach, die Historische Gruppe des Stiber-Fähnleins, mit musikalischer Unterstützung der Städtische Sing und Musikschule szenisch umsetzen. Es werden dazu Getränke und kleine kulinarische Überraschungen des Klosterladens Fischer-Farr serviert.

Termin für die Veranstaltung ist am Samstag, 28. September, um 19.30 Uhr, in der Sulzbacher Schlosskapelle St. Nikolaus. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Erlös wird ganz im Sinne Berthas für soziale Zwecke verwendet.

Der Vorverkauf läuft bei der Tourist-Info in Sulzbach-Rosenberg, im Buchladen Volkert, in der Buchhandlung Dorner, in Amberg im Klosterladen oder Abendkasse (sechs Euro).

Von (ath) | 05.08.2013 | Netzcode: 3799149  - Amberg

Runde Sache, bis der Regen kam

"Nicht nostalgisch verkitscht, sondern historisch korrekt": So bezeichnete Landrat Richard Reisinger das Amberger Brunnenfest. Er hatte heuer auf Wunsch von Cantus Ferrum die Schirmherrschaft übernommen, um die Veranstaltung - an der Gruppen aus der ganzen Region und darüber hinaus teilnahmen - auch vonseiten des Landkreises auf eine etwas breitere Basis zu stellen.

Solide aufgestellt war der Festplatz auch am Sonntagnachmittag, als heftige Gewitter mit Böen niedergingen, denen die Zelte zwar standhielten. Aber mit der Gemütlichkeit des Fests war es zu diesem Zeitpunkt vorbei. Schade, denn Cantus Ferrum hatte auf viele weitere Besucher gehofft.

Bildergalerie mit weiteren Fotos im Internet: www.oberpfalznetz.de/brunnenfest2013 

Von (ath) | 05.08.2013 | Netzcode: 3798615 |Amberg

Amberg stürmt zurück in Fürstenzeit

Brunnenfest von Cantus Ferrum stellt Hochzeit von 1474 nach - Mittelalterliches Lager mit Flair

Amberg. (ath) Es war das größte Fest, das Amberg je in seiner 979-jährigen Geschichte erlebt hat. 2000 edle Gäste und Bürger feierten 1474 fünf Tage lang das hochnoble Brautpaar. Und sie waren sich schon damals sicher, dass die Menschen auch nach über 500 Jahren noch von dieser fürstlichen Amberger Hochzeit reden werden. Am Wochenende sprachen mindestens ebenso viele Leute nicht nur von diesem glanzvollen Ereignis, sondern sie schauten sich erneut gerne an, wie das seinerzeit wohl so war.

"Auf sie mit Gebrüll!" Tatsächlich nahmen Ritter, Schwertkämpfer und Landsknechte in authentischer Montur des 15. Jahrhunderts am Wochenende die Vilsstadt ein. Aber nur im übertragenen Sinn. Bilder: Steinbacher

Denn genau das ist Ziel und Hintergrund des Brunnenfestes von Cantus Ferrum, das von Freitag- bis Sonntagabend nicht nur auf dem Maxplatz mit einem bunten mittelalterlichen Lager über die Bühne ging. Im Mittelpunkt stand am Samstagnachmittag auch ein Festzug von der einstigen Traukirche St. Georg zum Marktplatz, der Glanz und Flair der Amberger Hochzeit nachstellen sollte.

Brautpaar hoch zu Ross  - Mit Fahnen in Ambergs Farben tanzten die "Stadtkinder" für das Brautpaar.

Hunderte Zuschauer in der Altstadt und später auch bei der Hochzeitstafel auf dem Maxplatz ließen sich das nicht entgehen, säumten die Straßen und applaudierten dem Brautpaar hoch zu Ross und dem ganzen Spektakel. 15 historische Gruppen aus der näheren und weiteren Umgebung und sogar aus Zagreb beteiligten sich daran in ihren authentischen Gewändern und ließen tatsächlich das Gefühl einer Zeitreise zurück ins 15. Jahrhundert aufkommen. Dreh- und Angelpunkt waren der einstige pfälzische Kurprinz Philipp und seine Gemahlin Margarete von Bayern-Landshut, deren Heirat auch am Amberger Hochzeitsbrunnen dargestellt ist. Seit seiner Einweihung 2000 lädt Cantus Ferrum, der Amberger Verein für erlebte Geschichte, im zweijährigen Turnus mit Partnern und befreundeten Gruppen zum Brunnenfest, das plakativ an die fünftägige Hochzeitsfeier erinnert.

Das Brautpaar Philipp und Margarete (Dritter und Vierte von rechts) sowie Herold, König und Edelleute verkünden winkend vom Rathausbalkon die Hochzeit wie einst.

Das Ganze war nicht nur bunt, sondern auch historisch korrekt, was Gewänder, Waffen, Zubehör und sonstige Ausstattung der Protagonisten betrifft. Darauf legt Cantus Ferrum von seinem Anspruch und Selbstverständnis her Wert. Vor diesem Hintergrund wurde heuer auch eine neue Besetzung für das Brautpaar gesucht, nachdem die Vorgänger andere Aufgaben übernommen hatten. Die Amberger Annalena Brandelik (19) und Dominic Ruppert (17) schlüpften in diese Rollen und in die prächtigen Hochzeitsgewänder.

Leben wie einst am Vilstor

Natürlich winkten sie wie einst die echten Brautleute vom Rathausbalkon dem Volk zu, nahmen auf dem Marktplatz eine Waffenübung der wehrhaften Bürger und Landsknechte ab und luden anschließend zur nicht fünf-, aber zweieinhalbtägigen Hochzeitsfeier ans Vilstor ins mittelalterliche Lager. Dort gab es Speis und Trank, Musik, Gaukelei und jede Menge Handwerkskunst nach dem Vorbild und Flair vergangener Tage.

Eine heiße Sache war nicht nur die Feuershow am Samstagabend. Heiß wurde den meisten Akteuren des Brunnenfestes in ihren eher dicken Gewändern ganztägig, vor allem am Freitag und Samstag, als Temperaturen von über 30 Grad bis in die Nacht hinein herrschten. Doch eine derart heftige Abkühlung wie durch das Gewitter am Sonntagnachmittag hatten sie sich sicher auch nicht gewünscht.

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/3798615-125-amberg%09stuermt_zurueck_in_fuerstenzeit,1,0.html

01.08.2013 | Netzcode: 3793957  - Tipps und Termine

Stiber-Fähnlein beim Brunnenfest

Sulzbach-Rosenberg.Die Historische Gruppe Stiber-Fähnlein nimmt vom 2. bis 4. August am Amberger Brunnenfest teil. Sie sind als lagernde Gruppe am Maxplatz zu finden und natürlich auch auf dem großen Hochzeitsfestzug der am Samstag gegen 14 Uhr durch die Amberger Innenstadt zieht.

Die Stadt Amberg errichtete den Hochzeitsbrunnen auf dem Amberger Marktplatz um an die Fürstenhochzeit zwischen Pfalzgraf Philipp und Margarete von Bayern-Landshut zu erinnern, die 1474 stattfand. Diese Hochzeit war die glanzvollste und aufwendigste die Amberg je erlebt hat. Die Stiber unterstützen das Fest mit historischen und orientalischen Tänzen, ebenfalls beteiligen sie sich an der Feuershow Samstag.

Von (sta) | 01.08.2013 | Netzcode: 3793315 | Sulzbach-Rosenberg

Zwischen Moskau und New York

Regierungspräsidentin Brunner würdigt hohen musikalischen Rang des SRIMF-Festivals - Rathausempfang

Sulzbach-Rosenberg. (sta) Es scheint, als hinge der Himmel voller Geigen, Flügel, Querflöten, Cellos und Posaunen. Denn seit gestern zieht das Sulzbach-Rosenberg International Music Festival (SRIMF) die Stadt in ihren Bann. Bei einem festlichen Empfang für die Unterstützer der Veranstaltungsreihe am Mittwoch Abend im Rathaus stimmten Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, Bürgermeister Michael Göth und Koordinatorin Christl Pelikan-Geismann die Freunde klassischer Musik auf die kommenden Glanzpunkte ein.

SRIMF bringt mit vielen jungen Musikern aus aller Herren Länder internationales Flair nach Sulzbach-Rosenberg. Das hört man beim Gang durch die Straßen der Stadt, wenn aus offenen Fenstern die Musik der Übenden dringt. Und das spürte man gestern beim Rathausempfang, als alle dem ersten Konzert mit Misha Quint und Walter Delahunt in der Berufsschule entgegenfieberten.

Wunderbarer Kunstgenuss

In Erwartung eines "wunderbaren Kunstgenusses" dankte Bürgermeister Michael Göth in seiner in deutsch und englisch gehaltenen Ansprache allen künftigen Konzertbesuchern, den Förderern, Unterstützern und Freunden des SRIMF, allen voran der unermüdlichen Christl Pelikan-Geismann und Steffen Weber von der Städtischen Sing- und Musikschule. "Sie werden uns verwöhnen", richtete er die Worte an die Musikprofessoren und ihre Meisterklasse-Schüler, die sich in großer Zahl zum Rathausempfang eingefunden hatten.

Es sei nur konsequent, dass der "Weltenbürger Misha Quint" dieses Festival "genau in der Mitte zwischen Moskau und New York" angesiedelt hat, hob Regierungspräsidentin Brigitta Brunner auf den globalen Wirkungskreis des renommierten Cellisten ab. Schließlich habe auch die Oberpfalz mit Johann Simon Mayr, Max Reger, Christoph Willibald Gluck oder Richard Strauß berühmte Musiker hervorgebracht.

Und die Regierungspräsidentin war mit Recht auch stolz auf die erfolgreiche Jugendarbeit im Volksmusikbereich sowie auf die Früchte der Sing- und Musikschule in Sulzbach-Rosenberg, deren Repräsentanten Max Weber, Katharina Scharnagl und Konstantin Semilakovs einen musikalischen Einblick in das Musikschaffen an der Schule gaben.

"Wie schön, Misha, dass du uns die Treue hältst", sagte Christl Pelikan-Geismann mit Blick auf die zahlreichen Förderer und Unterstützer des SRIMF, ohne deren tatkräftige Mithilfe und natürlich auch finanzielle Zuwendungen ein Festival dieser Qualität nicht möglich wäre.

Von (aja) | 19.07.2013 | Netzcode: 3774957  Sulzbach-Rosenberg

Zu Ehren von Hus in der Herzogstadt zu Gast

(aja) Die Hus-Pilgerwanderung begrüßte Bürgermeister Michael Göth auf ihrem achttägigen Fußmarsch von Barnäu bis Nürnberg über die "Goldene Straße".

Sie kommen zu historischen Orten, die an den Theologen und Reformator Jan Hus erinnern, wandern in zeitgenössischer Kleidung und legen in Begleitung eines Pferdewagens rund 130 Kilometer zurück. Geschlafen wird in Turnhallen etc.. Die Idee entstand 2008 in Ceský Brod. Ziel ist es, 2015 in Konstanz zu landen, dann jährt sich die Verbrennung von Jan Hus zum 600. Mal. Das "Stiber-Fähnlein" umrahmte den Empfang. Grund für den Stopp in der Herzogstadt war die Übernachtung von Jan Hus direkt neben dem Rathaus in einem früheren Gasthaus. Daran erinnert eine Gedenktafel. Zum Dank für die Gastfreundschaft überreichten die Pilger Geschenke und Bier aus dem tschechischen Bärnau, wo ihre Reise begann.

Von (ds) | 17.07.2013 | Netzcode: 3771320 | Neidstein

Dornröschen schlief nicht hundert Jahre

Schloss Neidstein eröffnet nach Teilsanierung - Prominente Gäste - 1000-jährige Historie näher beleuchtet

Neidstein. (ds) Das Märchen Dornröschen, in dem ein Schloss aus einem 100 Jahre währenden Schlaf geweckt wird, klang in verschiedenen Grußworten an, die vergangenen Sonntag die feierliche Eröffnung von Schloss Neidstein nach einer Teilsanierung einleiteten. Die Reihe prominenter Gäste bekam besonders Glanz durch Anwesenheit von zwei Adeligen.

Strahlender Sonnenschein unterstützte die Absicht, das Schloss in neu erstandener Schönheit zu präsentieren. Das "Stiber-Fähnlein" stellte die Schlosswache am Eingangstor und garantierte, dass nur friedliche Gäste, von der in mittelalterlicher Tracht gekleideten Empfangsdame Helen Werner empfangen, das Gelände betreten konnten. Im Vorhof erklang Wiener Klassik vom Orchester der Städtischen Sing- und Musikschule zur Einstimmung auf eine eindrucksvolle Feier.

Enge Beziehung aufgebaut

Dr. Konrad Wilfurth schilderte in seiner Begrüßung, dass er eine enge Beziehung zu dem Projekt gewonnen habe. Ursprünglich interessierte ihn das Mittelalter und Burgenwesen nicht. Doch mit dieser Anlage und der Suche nach einem sinnvollen Nutzungszweck, vor allem aber im Bewusstsein, dass er mit dem Schloss eine 1000-jährige Geschichte erwarb, verschwand seine Gleichgültigkeit. Er erkannte, dass Neidstein für Festlichkeiten, Seminare und Tagungen ideal wäre. Nach seinem Erwerb stellten sich Kaufinteressenten aus Russland sowie arabische Scheichs an, die er ablehnte. Dr. Wilfurth bestätigte, dass die Sanierung ohne Mithilfe seiner gesamten Familie und der Geschäftsführung durch seinen Bruder Max nicht möglich wäre. Er dankte seiner Gattin, allen Kräften, die den bisherigen Baufortschritt ermöglichten, dem Landratsamt, der Gemeinde Etzelwang, der Denkmalschutzbehörde und allen seinen Mitarbeitern und Organisatoren und bestätigte: "Ihr habt alle gezaubert!"

Alle haben gezaubert!

Das Schloss bekam laut Dr. Wilfurth am gesamten Hauptgebäude eine neue Dacheindeckung, die Fassaden wurden erneuert und die Fundamente saniert. Verschiedene Räume sind bereits neu gestaltet und eingerichtet. Das Haus verfügt nun über zeitgemäße Sanitäranlagen. Als nächste Schritte der Sanierung kündigte Dr. Wilfurth an, dass möglicherweise eine in frühesten Zeiten im Schloss vorhandene Kapelle erneut zu Leben erweckt werde. Eine Hackschnitzelheizung soll künftig für Wärme sorgen. Steinerne Relieftafeln, aus dem 17. Jahrhundert von Georg Schweiger mit Motiven aus dem Alten Testament befinden sich bei einem Restaurateur. Die Kunstwerke sollen einen würdigen Platz erhalten.

Nach Grußworten von Landrat Richard Reisinger: "Das Schloss hat eine große Strahlkraft weit über die Region hinaus" und Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr, der sich über eine künftige Kirchweih in Neidstein freuen würde, nahmen die Geistlichen beider Konfessionen, Pfarrerin Barbara Meister-Hechtel und Pfarrer Deogratias Ntikazohera die Segnung der Schlossanlage vor. Große Aufmerksamkeit bei den Gästen aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Heimatforschung fand die Anwesenheit von Gräfin Felicitas von Faber-Castell. Sie ist die Enkelin von Ottilie Gräfin von Faber-Castell, die mit Philipp Paul Freiherr von Brand in zweiter Ehe verheiratet war. Die Dramatik und das Glück dieser Ehe schilderte Astrid Seib in einem historischen Roman.

Kirchweih als Idee

Ottilie lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1944 in Neidstein. Außerdem fand sich mit Wolfgang Freiherr von Brand zu Neidstein, ein Urenkel von Karl Ludwig Philipp, dem Bruder von Philipp Ludwig Karl Friedrich zur Eröffnungsfeier ein. Dieser war der Großvater von Dr. Philipp Theodor Freiherr von Brand, der 1963 von Bürgermeister Konrad Adelmann zum Ehrenbürger der Gemeinde (damals Neidstein) ernannt wurde. Dr. Philipp Theodor Freiherr von Brand wohnte als Letzter im Schloss Neidstein und starb kinderlos. Deshalb erbte sein Neffe Theodor Philipp Rudolf, der in den USA lebte. Dessen Witwe veräußerte das Schloss und die dazugehörigen Wälder und Fluren 2006 an den amerikanischen Oscarpreisträger Nicolas Cage.

Von (san) | 16.07.2013 | Netzcode: 3771706 | Kastl

In einer anderen Zeit

Großes Lagerleben zu Kastler Schweppermannspielen

Feuerspucker und Pyrotechnik: Im Lagerleben im Vorhof der Kastler Klosterburg ist auch nach Einbruch der Dunkelheit und nach den Aufführungen noch einiges geboten. Der örtliche Verein Kulturkastl selbst betreibt die Schenke "Wilde Sau", wie Vorsitzende Dr. Anita Meier erklärt. Zudem gestalten befreundete auswärtige Gruppen das mittelalterliche Treiben mit. Anita Meier wünscht sich vor allem, dass die Besucher der Schweppermannspiele Zeit mitbringen, das Lagerleben und den Mittelaltermarkt zu genießen - zu den Abend-Aufführungen am Freitag und Samstag dürfen sie gerne schon ab 16 oder 17 Uhr kommen, am Sonntag ab 12 Uhr. Bild: Sandig

Die Dame wähnt sich als Siegerin und glaubt, dass sie ihren Einsatz verdoppelt hat. Von wegen! Das kleine Mäuschen hatte es sich anders überlegt und schlüpfte ins Türchen nebenan. Pech für alle Spieler, diesen Abschnitt hatte sich keiner ausgesucht - das Geld geht an die Bank. Ein Spaß ist's trotzdem, das Mäuseroulette beim Lagerleben der Schweppermannspiele.

Die Zeit lässt sich dort gut vertreiben, vor der Aufführung, in der Pause, aber auch danach noch. Da werden Münzen geprägt und Kerzen gezogen, geschmiedet und Haarkränzchen geflochten - oder eben Mäuseroulette gespielt. Uwe Bohndorf ist der Organisator des Mittelalter-Marktes. "In diesem Jahr wurde bewusst versucht, das zu verstärken", sagt er und stellt zufrieden fest: "Es ist uns ganz gut gelungen." Als Neuerungen nennt er unter anderem Bogenschießen und Axtwerfen. Auch die Feuershows kämen beim Publikum sehr gut an, sagt Bohndorf. Andreas Otterbein vom Verkehrsverein Kastl pflichtet ihm bei: "Die Besucher nehmen das gut an."

Die Mehrzahl der Besucher folgt dem Aufruf der Fanfarenbläser und begibt sich in Richtung Klosterinnenhof, um die Vorführung zu sehen. Einige aber bleiben noch hier - sie haben die Vorstellung schon gesehen, schlendern jetzt durchs Lager, wo die Damen von Kulturkastl weiter bienenfleißig ihre Blumen-Kränzchen flechten oder Theres Wittmann noch immer am Spinnrad sitzt und ihre Handwerkstradition vorführt. Nur die Maus hat gerade mal Pause ...

Von (räd) | 08.07.2013 | Netzcode: 3756976 | Kastl

Hoch zu Ross durch den Markt

König Ludwig beim Umzug zu den Schweppermannspielen in Kastl - Mehr als 200 Teilnehmer

Kastl. (räd) "Hoch, hoch, hoch! König Ludwig lebe hoch!" Lautstark bejubelt von der Bevölkerung des Marktes wurde der bayerische Herrscher, als er hoch zu Pferd beim Festzug der Schweppermannspiele durch Kastl trabte.

Zuerst die Hühner, dann die Klosterschüler. Viele Kinder wirkten mit.

Der Schweppermann-Umzug ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Festspiele. Sonst jedoch immer am Ende der Saison stattfindend, legten ihn die Ausrichter heuer aus organisatorischen Gründen auf den Sonntag nach der Premiere.

Pünktlich um 15 Uhr setzten sich die mehr als 200 Teilnehmer vor dem früheren Kastler Bahnhof in Bewegung. Die Route führte sie über die Lauterach, an der Pfistermühle vorbei über die Hohenburger Straße und den Marktplatz zur Klosterbergstraße. Zahlreiche Schaulustige hatten sich entlang des Weges eingefunden.

Die Mitwirkenden des Festspiels marschierten vorweg, gefolgt von den Teilnehmern am Lagerleben - darunter das Stiber-Fähnlein aus Sulzbach-Rosenberg und die "Ebermannsdorfer Hofmark". Bürgermeister Stefan Braun zeigte sich sehr zufrieden. "Die Resonanz ist positiv." Vor allem freute er sich, dass das Wetter mitspielte.

Weitere Informationen im Internet: www.oberpfalznetz.de/schweppermann2013

Von (aja) | 02.07.2013 | Netzcode: 3749148 | Sulzbach-Rosenberg

Mit Pieken, Hellebarden, Degen und Co.

Historische Gruppe "Stiber-Fähnlein" zeigt mittelalterliche Waffen und Rüstungen - Motto "Hauen und Stechen"

Sulzbach-Rosenberg. (aja) Zurück versetzt in eine Welt, in der das Mittelalter herrschte und in der es bei Fehden barbarisch zuging - das alles gab es am Wochenende auf dem Altstadtfest zu sehen: Unter dem Motto "Hauen und Stechen" flogen sprichwörtlich die Fetzen, denn die Wachen der verschiedenen Vereine zeigten "Auf der Schanz" ihr Können im Umgang mit den unterschiedlichen Waffen.

Und es gab unheimlich viele von ihnen: Pieken, das sind spitze und äußerst lange Spieße, die Hellebarde (langstielige Axt) mit Stoßdorn sowie einem "Rabenschnabel" ist ungefähr 2,50 Meter lang und hat eine ordentliche Wucht, die Feinden meist das Leben kostete.

Ross und Reiter erliegen

Eine Sonderform von ihr gab es auch, den "Ross-Schinder", eine sehr gefährliche Waffe, die Reiter vom Pferd riss und den Rössern selbst die Sehnen durchtrennte. Doch dies war die einzige Möglichkeit für einen Fußsoldat, um überhaupt eine Chance gegen reitende Gegner zu haben.

Auch "Spanische Reiter" wurden rund um die Lager aufgestellt, um das jeweilige "Revier" zu markieren. Alles, was in diese Absperrung, bestehend aus vielen spitzen Holzspießen, hineinlief, war auf der Stelle tot, denn Pferde wurden hinten erlegt und Reiter vorne.

Als weitere Verteidigungsmaßnahme gab es auch Setzschilde, um sich bei Belagerungen gegen Mauerschützen mit der Armbrust zu verschanzen.

Der Schwertkunst mächtig waren grundsätzlich nur Rechtskämpfer, denn die Rechte galt als die "saubere" Hand. Als Schusswaffen dienten Haken- und Wallbüchsen, mit dieser Einführung war die klassische Zeit der Ritter vorbei. Für die Landsknechte und die Stadtwehr war das Training für einen guten Umgang mit Waffen sehr wichtig.

Belagerung Sulzbachs

Der Veranstalter "Stiber-Fähnlein" ist ein Verein, der sich auf die Zeit um 1504 spezialisiert. Dies liegt am Landshuter Erbfolgekrieg. Damals fand eine Belagerung Sulzbachs statt. Albrecht Stiber von Buttenheim, Landrichter und Stadtpfleger zu Sulzbach, Burgherr zu Rosenberg und Pfleger auf Cadolzburg leitete erfolgreich die Verteidigung gegen 3000 Amberger und 6000 Böhmen.

Die drei Tage auf dem Festgelände an der historischen Stadtmauer hatten ein großes Aufgebot an Rittern, Landsknechten, Edelleuten, einfachem Volk, Handwerkern und Künstlern. Der Tanzkreis "Laetissime Saltemus" bot historische Tänze wie den Kreistanz der einfachen Bevölkerungsschichten. Hexe Esmeralda schilderte den Besuchern ihr Wissen über Kräuter und Runenmagie.

Tanja Weiß, Märchenerzählerin, informierte über Bertha von Sulzbach. Nach dieser Kaiserin in Konstantinopel, die später Irene genannt wurde, ist auch eine der Kanonen des "Stiber Fähnlein" benannt. Nach fast 100 Jahren gibt es die Sulzbacher Grafentochter nun auch in Buchform mit vielen bunten Illustrationen.

Eindrucksvolles Handwerk

Für viel mittelalterliche Musik sorgte das Trio "Schattenschweif", bewaffnet mit Dudelsäcken und Trommeln. Ihre Liebe für diese Art von Musik sah man ihnen bereits zu Beginn an. Um den Besuchern einen Eindruck von der schweren und harten Arbeit der damaligen Zeit zu vermitteln, war allerlei Handwerk geboten: Der Brauer, "Keltensonne" die Schmiede aus Hormersdorf, die Handwerker aus Cadolzburg, sprich Seiler, Fackelmacher, Korbflechter, Schnitzer, Besenbinder und Seifensieder.

Höhepunkt Feuer-Show

Neben vielen wundervollen Programmpunkten war das Feuerspectaculum trotz allem der absolute Höhepunkt des Wochenendes: Feuerspucker zeigten viele Kunstwerke wie Feuerräder, -ketten, -schwerter, -kugeln und vieles mehr.

Zum Schluss gab es ein kunterbuntes Feuerwerk, die hitzige Show sorgte für tobenden Applaus. Vor allem die Kinder wünschten sich, so etwas Brennendes von Nahem zu erleben.

Von (ge) | 28.06.2013 | Netzcode: 3744322 | Sulzbach-Rosenberg

"Nasser" Feier-Auftakt nach Maß

37. Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest eröffnet - Auch US-Armee marschiert im Festzug mit

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Sei es, wie es wolle, das Juniwetter, das wird uns nicht stören beim Feiern: Auch wenn die Kanonenschüsse des Stiber-Fähnleins die Wolken nicht vollständig verscheuchen konnten, so erlebte das 37. Altstadtfest gestern Abend doch einen würdigen Beginn - tolle Tage liegen vor uns!

Der Zug, der sich am Stadtturm in Bewegung setzte, bestand aus einer bunten Menge, allen voran die Historische Gruppe Stiber-Fähnlein mit ihren Mittelalter-Kollegen aus der ganzen Oberpfalz und Franken, die historisch gewandete Belegschaft des Kindergartens St. Marien, die Bergknappen, der Spielmannszug St. Georg, die Bergknappen, eine große Abordnung der Kastler "Schweppermänner", Stadträte, viele andere Gäste und eine respektable Delegation der amerikanischen Armee, nämlich die "Stryker" (4th Squadron, 2nd Stryker Cavalry Regiment) aus den Rose-Baracks in Vilseck.

Vor der Stadtpfarrkirche St. Marien hatte das Bergknappen-Orchester unter Leitung von Johannes Mühldorfer schon bestens und mit hoher musikalischer Kompetenz auf die baldige Eröffnung eingestimmt. Die malerische Schar der Offiziellen versammelte sich auf den Kirchentreppen, pünktlich begann es zu regnen, und der historisch gewandete Herold Peter Schwemmer verlas den offiziellen Prolog (siehe Kasten) des Rates.

Dank des Bürgermeisters

Die Freigabe für die tollen drei Tage oblag dann Bürgermeister Michael Göth. Er hieß die amerikanischen Gäste auf Englisch willkommen und dankte allen, die das Altstadtfest zu dem machen, was es seit 37 Jahren ist: ein Riesen-Querschnitt durch Kultur und Lebensart der Herzogstadt, eine Werbeveranstaltung für Sulzbach-Rosenberg, ein Symbol für die Lebendigkeit dieser Stadt. Hauptmann Albrecht Stiber und seine Gattin Veronika freuten sich ebenfalls über den Besuch von Kroaten, Landsknechten und anderen mittelalterlichen Freunden, die sich auf der Treppe postiert haben "Mögen die Waffen ruhen!", wünschte Stiber der versammelten Festmannschaft.

City statt Wohnzimmer

"Ich grüße alle, die das heimische Wohnzimmer drei Tage lang eintauschen gegen die Stadtmitte!", rief der Bürgermeister in die Menge und erklärte das 37. Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest endgültig für eröffnet. Und wieder pünktlich hörte der Regen auf, die Sonne kam heraus, die Bands begannen zu spielen, und das Volk zerstreute sich in der riesigen Festmeile.

Auch am Samstag und Sonntag gibt es ein tolles Programm mit moderner und volkstümlicher Musik, Mittelalter und Neuzeit, mit kulinarischen Genüssen von exotisch bis bodenständig und natürlich mit der einzigartigen, nur hier zu findenden Stimmung, die das Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest ausmacht: eine zusammenhängende Festzone mit der gesamten Innenstadt vom Stadtturm bis zur Allee, die sich auch bei Regen stets gut mit Besuchern füllt. Feiern Sie mit, liebe Leser, es sind nur noch zwei Tage...

Von (aja) | 26.06.2013 | Netzcode: 3740150 |Sulzbach-Rosenberg

Atemberaubendes "Feuerspectaculum"

Stiber-Fähnlein lädt ins Mittelalter-Lager "Auf der Schanz"

Ein lustiger Haufen von Spielmännern, der seinem Namen "Schattenschweif" alle Ehre macht - genau solch eine Band erwartet die Besucher des historischen Altstadtfestes: Aquila von Schattenstein, Jack der Paukenquäler und der Schafswürger - das sind die Musiker, die mit Dudelsäcken, Schalmeien, Drehleihern und verschiedenem Schlagwerk ihre Zuhörer in den altertümlichen Bann ziehen.

Großer Beutezug

Diese einmalige und für das Fest übliche Unterhaltung erleben alle Gäste beim Stiber-Fähnlein-Festgelände "Auf der Schanz" am Samstag ab 19.30 Uhr sowie am Sonntag ab 16 Uhr. Rund um das Lager treffen die Besucher auf viele interessante Schaustücke zum diesjährigen Thema "Hauen und Stechen - Waffen, Krieg und Kampfgetümmel." Auch sollten sich die Bürger vor dem großen Beutezug durch die Altstadt in Acht nehmen... Im Märchenzelt hören die großen und kleinen Besucher Erzählungen beispielsweise über Bertha von Sulzbach - die spätere Kaiserin Irene zu Konstantinopel. Wem die Geschichte besonders gut gefällt, der kann sich das Buch dazu kaufen. Die Märchen-Termine werden wie gewohnt am Zelt und auf Ansage bekanntgegeben. Die Kinder dürfen zudem ein Rätsel ausfüllen und können so ganz viele verschiedene Preise gewinnen. Freitag und Samstag finden am späten Abend die allseits beliebten Feuerspiele statt. Zudem locken orientalische Tänze "Na'ilah" und am Samstag das große "Feuerspectaculum": Die Kunst des Feuers, eine Faszination für jedes Alter, die durch Feuerspucker mit Ketten, Rädern, Kugeln und mehr gekonnt in Szene gesetzt wird. Diese Vorstellung wird sicher wieder alle verzaubern.

Samstag gibt es ab 15 Uhr historische Tänze von "Laetissime Saltemus" sowie gegen 18 Uhr eine Mittelaltertafel mit allen beteiligten Gruppen zu sehen. Auch Speis' und Trank sowie mittelalterliche Handwerkskunst werden den Gästen an allen Tagen angeboten.

Am Sonntag geht es ab 10 Uhr mit Markttreiben und "allerley Kurzweyl" weiter. Um 11 Uhr spielen die Knappen Bruchenball, sprich mittelalterlichen Fußball. Im Laufe des Nachmittags sind nochmals viele Tänzer in Aktion. Um 14 Uhr folgt die mittelalterliche Waffenschau und um 15 Uhr der Höhepunkt "Hauen und Stechen - Landsknechtsdrill".

24.06.2013 | Netzcode: 3736908 | Sulzbach-Rosenberg

Sportlicher Höhepunkt beim Altstadtfest

TV Sulzbach-Rosenberg veranstaltet wieder sein Saustechen - Speere leihen zum Üben

In wenigen Tagen ist es soweit, dann heißt es endlich wieder: Altstadtfest! Schon am Freitag fällt durch die Kanonenböller der "Stiberer" der Startschuss für das beliebte Fest. Ein Termin, der bei eingefleischten Sulzbachern und natürlich auch Rosenbergern jedes Jahr dick und rot im Kalender angestrichen ist.

Spaß und Geselligkeit bestimmen drei Tage lang das Leben in der Herzogstadt. Für die sportliche Betätigung veranstaltet der Traditionsverein TV Sulzbach-Rosenberg sein legendäres Saustechen durch seine beiden Sparten Leichtathletik und Basketball.

Samstag sind ab 10 Uhr interessierte Hobby-Leichtathleten, Mitglieder von Sportvereinen oder auch sportbegeisterte Stammtischmannschaften eingeladen, sich im historischen Stadtgraben einzufinden, um im Mannschafts- oder Einzelwettkampf ihre Zielsicherheit beim Speerwurf unter Beweis zu stellen. Bis 17 Uhr haben die Teilnehmer dann ausreichend Gelegenheit, viele schöne Preise zu erkämpfen. Die Siegerehrung findet um 17.30 Uhr direkt am Wettkampfort statt.

Die Verantwortlichen haben attraktive Gewinne für die ersten drei Plätze in der jeweiligen Wertung besorgt: Einen wertvollen "Kulturscheck" der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg, einen Gutschein für eine Autoaufbereitung bei der Firma G.o.o.n sowie Eintrittskarten für das Kurfürstenbad in Amberg. Dies sind nur einige der Preise, die Sportler erringen können. Dank der großzügigen Geschäftswelt in Sulzbach-Rosenberg können im Rahmen einer Tombola noch weitere Kleinpreise verlost werden. Beim Saustechen beträgt die Startgebühr für die Einzelwertung drei Euro, die für Mannschaften 12 Euro.

Voranmeldungen bei Horst Hälbich unter Telefon 09661/14 52 oder per E-mail unter Haelbich.Horst@web.de. Sollten ambitionierte Teilnehmer den Ehrgeiz verspüren, für den Wettkampf zu trainieren, so ist auch dies kein Problem. Bei Horst Hälbich in der Richard-Wagner-Str. 6 können die Speere gegen eine Gebühr für ein bis zwei Tage ausgeliehen werden.

13.05.2013 | Netzcode: 3683557 | Vilseck

Ritter besetzen Dagestein

Lager auf der Burg wieder ein großes Spektakel - Auch Kämpfe zu Pferde

Vilseck (zip) Ein großes Spektakel war nach mehreren Jahren mal wieder das große Ritterlager auf Burg Dagestein. Bereits am Freitagabend bauten Ritter aus nah und fern auf einer Wiese unterhalb der Burg ihr Lager auf. Am Samstagnachmittag zogen sie samt Gefolge, unter Führung von Burgherr und Bürgermeister Hans-Martin Schertl und seinem Nachtwächter, in das Gemäuer ein.

Den Burghof belagerten zahlreiche Händler und Handwerker, die ihre Waren feilboten. Die Besucher konnten einen Schmied bei der Arbeit beobachten. Die Ritter von der Zarg hatten auch Tiere mitgebracht, wie Pferde, Schafe und Ziegen. Kulinarisch konnte man Zuckerbäckereien, gefüllte Fladen, Met und Beerenwein, Kaffee und Kuchen, Wein und Obatzten, Rostbratwürste, Königssuppe und Rittertrunk genießen.

Wer wollte, konnte sich für das nächste Ritterlager stilecht einkleiden - mit Fellen und Decken, Holzschuhen, Schnallen, allerlei Geschmeide und Schwertern aus Holz für die Kinder. Auch König Ruprecht hatte sich mit seinem Gefolge im Burgturm niedergelassen. Das Stiber-Fähnlein aus Sulzbach versuchte erneut, Dagestein einzunehmen. Für Kinder wurden im Verlies Geschichten erzählt. Sie konnten ihr Geschick auf dem Prügelbalken beweisen.

Auf der Wiese unterhalb der Burg tummelten sich wilde Ritterhorden und sogar Schotten. Sie lieferten sich Kämpfe zu Fuß und zu Pferde. Ein Falkner führte die Flugfertigkeit seiner stolzen Tiere vor. Am Abend gab es zum Abschluss eine Feuerschau.

Auch am Sonntag war erneut reges Treiben auf der Burg.

Von (rlö) | 07.05.2013 | Netzcode: 3676479 | Sulzbach-Rosenberg

Unterwegs zu Dornröschen

Kindergarten-Gruppe auf Erkundungstour zwischen Rosenberger Sagen und Denkmälern

Sulzbach-Rosenberg. (rlö) Einen buchstäblich märchenhaften Ausflug erlebten die Kinder der blauen Gruppe des Kneipp-Kindergartens Herz Jesu Rosenberg mit Märchenerzählerin Tanja Weiß und Wolfgang Fischer vom Stiber-Fähnlein.

Beim Start am historischen Schlössl-Schulhaus erfuhren sie an Hand von Bildern und anderen Gegenständen von der frühen bronzezeitlichen Siedlung (Hallstattzeit) auf dem Schlossberg. Sichtlich beeindruckt waren sie, als ihnen Wolfgang Fischer zeigte, wie man mit einem Stein sogar Papier schneiden kann, so wie zu dieser damaligen Zeit noch manches Werkzeug eben aus Stein und Horn bestand.

Der Weg führte die Kinder eng am Schlossberg zur evangelischen Kirche St. Johannis. Am Grabstein der mittelalterlichen Hammerherren Doles an der Außenseite der Kirche erfuhren sie weiteres Wissenswertes über die Umgebung der Kirche und über das Wappen von Rosenberg, da im Grabstein eine Rose im Wappen abgebildet ist. Tanja Weiß steuerte die Sage zur Entstehung der Burg und des Wappens bei. Bald fragten sich die Kinder, da doch früher der Schlossberg mit Rosen bewachsen war, ob nicht sogar das Schloss von Dornröschen da oben stand.

An der ehemaligen Schlossküche und dem Zeugmacherhaus vorbei führte der Weg nun auf den Schlossberg. Als erstes konnten die Kinder das "Kamel", eine eindrucksvolle Felsformation, aus nächster Nähe bestaunen. Nach einem Rundgang um die Bergkuppe erzählte Tanja Weiß auf dem Plateau Richtung Maxhütte die Sage vom Geigerpumperl, und die Kinder schreckten hoch, als sie vom Drachen im Schlossberg erfuhren. Am Ende der Geschichte drückten alle ihr Ohr auf den Boden und versuchten, ob sie nicht den unglücklichen eingeschlossenen Geiger pumpern hörten.

Beim letzten Aufstieg zum Kriegerdenkmal bekamen die Kinder noch einiges über die Burg zu hören. Wieder am Plateau angekommen, wurde ein mutiger Kämpfer gesucht. Da die Rosenberger Ritter wahrscheinlich nicht zu den Reichsten zählte, konnten sie sich auch keine teure Rüstung leisten. So wurde der tapfere kleine Recke mit einem Gambeson (einer dicken Jacke, die Schwerthiebe dämpft) eingekleidet. Darüber kam ein Wappenrock, und selbstverständlich durften Helm, Schild und ein Schwert nicht fehlen, dann stand auf einmal ein echter Rosenberger Ritter vor der Gruppe.

Auf dem Rückweg hörten die Kinder am Schlössl noch die Geschichte von Pfalzgräfin Franziska Dorothea, der Erbauerin des Schlössls und Mutter des ersten bayerischen Königs. Abschließend bedankten sich die Kinder für den tollen Ausflug, und sicher mussten sie noch lange an den Drachen im Schlossberg denken.

Von (cox) | 24.03.2013 | Netzcode: 3625116 | Sulzbach-Rosenberg

Wunschzettel ins Hasen-Wagerl

Osterbrunnenfest der Arbeiterkameraden

Sulzbach-Rosenberg. (cox) "Hier kauft der Osterhase persönlich ein", hieß es auf dem Flyer fürs 21. Osterbrunnenfest des Arbeiterkameradschaftsvereins (AKV) Sulzbach-Rosenberg und Umgebung. Und er war inmitten der Eierpracht mit seinem Einkaufswägelchen nicht zu übersehen.

Trotz eisigen Windes kamen viele kleine und große Eier-Fans und prominente Gäste sowie Vertreter der Vereine am Samstag zur Eröffnung am Mutter-Kind-Brunnen in der Theodor-Heuss-Straße. Mit Grußworten, Liedern, Gedichten und einem Osterspiel wurden die Gäste eingestimmt auf die Osterzeit sowie eingeladen zum Besuch des festlichen Angebots.

Der Vorsitzende des AKV, Hans-Jürgen Haas, bat um Verständnis für eine kleine Programmänderung wegen des kalten Wetters. So erfreuten die jüngsten Gäste vom städtischen Kindergarten An der Point sowie die Kinder von der Wichtelwiese aus Ursensollen gleich zu Beginn die Anwesenden als verkleidete Häschen. In Begleitung ihrer Erzieherinnen sangen sie ein lustiges Osterbrunnenlied und erzählten in einem Spiel von der schwierigen Aufgabe der Osterhasen, Eier bunt und schön zu bemalen.

Reichlich Applaus

Nach reichlichem Applaus für die Darbietungen der jüngsten Akteure, gab es anerkennende Worte von den Ehrengästen. MdL Reinhold Strobel zeigte sich beeindruckt von den kunstvollen Eierkunstwerken. Er dankte den Ehrenamtlichen für die umfangreiche Arbeit während des ganzen Jahres und wünschte etwas wärmeres Osterwetter fürs Fest

Auch stellvertretender Landrat Franz Birkl lobte die Verantwortlichen und Helfer für die vielen Arbeitsstunden an den kunstvollen Objekten und wünschte einen guten Verlauf für die Veranstaltungszeit sowie gesegnete Ostertage. Mit seinen beiden Stellvertretern Günter Koller und Hans-Jürgen Reitzenstein sowie einigen Mitgliedern des Stadtrats im Gefolge kam 1. Bürgermeister Michael Göth zur Eröffnungsfeier.

Beitrag der Stadt

Er hob den gelungenen kleinen Beitrag der Stadt hervor: die Neugestaltung des Brunnengeländes und Rückführung aus den sechziger Jahren. Abschließend verwies er auf die erfreuliche Tatsache, dass es mittlerweile 23 geschmückte Osterbrunnen im Landkreis gebe. Sie würden jedes Jahr zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland in unsere Region locken. Dies sei dem unermüdlichen Engagement der Vereinsmitglieder zu verdanken, lobte er abschließend.

Am Ende des offiziellen Teils dankte der stellvertretende AKV-Vorsitzende Thomas Herold den vielen Sponsoren. Zuwendungen kamen von der Sparkasse, Raiffeisenbank, Firma ESR, Brauerei Fuchsbeck, Metzgerei Lotter, von den Bäckereien Übler, Kliegel, Fischer und der "Pirnermühle" sowie der Firma Kalkbrenner. Weiterer Dank galt der Abordnung des Stiber-Fähnleins sowie allen fleißigen Helfern, besonders den Damen des Vereins, die unter Leitung von Roswitha Fuchs und Gunda Sigl das ganze Jahr über in der "Eiermalschule" tätig sind sowie die Girlanden für das Brunnenfest in mühevoller Arbeit binden.

Haas lud in das Festzelt im Flick-Park ein. Dort wurden die Gäste vom AKV mit Steaks, Bratwürsten vom Rost oder Sauernen, Pfälzer mit Kraut, Fischsemmeln, Kaffee und Kuchen verwöhnt. Dies ließen sich die Kreisräte, Altbürgermeister Gerd Geismann und die vielen Gäste nicht zweimal sagen. In fast familiärer Atmosphäre ließ man im beheizten Zelt die Eröffnungsfeier ausklingen.

Wer sich richtig aufgewärmt hatte, der konnte noch einmal am Mutter-Kind-Brunnen die 13 000 kleinen und großen ovalen Kunstwerke mit ihren hübschen Detailzeichnungen näher betrachten und dem Osterhasen seinen Wunschzettel für das Osterfest ins "Leiterwagerl" legen.

23.01.2013 | Netzcode: 3544038 | Amberg

"Eheähnliche Verhältnisse"

Neujahrsempfang des Landrats alles andere als langweilig

Von wegen "langweilig": Die Rede des Landrats hatte rhetorischen Feinschliff und großen Unterhaltungswert. (im Bild Stiber)

AMBERG. Äußerlich ein normaler Neujahrsempfang, entwickelt sich der von Landrat Richard Reisinger immer mehr zu einer gelungenen Darbietung in hochwertiger Unterhaltung. Würde der Festredner nicht mit so harmlosem Gesichtsausdruck und unauffälligem Anzug da vorne stehen, man würde unwillkürlich nach seiner Eintrittskarte für eine Kleinkunstveranstaltung nesteln.

Die braucht man hier zwar nicht, aber ohne Einladung kommt hier keiner rein: Honoratioren sind es, Behördenchefs, Leiter von Institutionen. Jeder bekommt neuerdings ein Namensschild, was sich beim Small-Talk als ausgesprochen nützlich erweist, täuscht es doch ein enormes Personengedächtnis vor.

Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bekam Karl Federer aus Vilseck (Zweiter von rechts) von MdB Alois Karl (Zweiter von links) nach einem Glückwunsch vom Landrat für sein ehrenamtliches Engagement für das Schützenwesen. Rechts der Vilsecker Bürgermeister Hans-Martin Schertl.

Das Ritual eines Neujahrsempfangs ist überall das Gleiche: Beim sogenannten Defilee, "auf gut Französisch Vorbeimarsch", marschieren sie also alle vorbei am Würdenträger und seinen Vertretern, von denen trotz Namensschild eine gewaltige soziale Gedächtnisleistung erwartet wird: Schließlich müssen sie dem Namen auch eine Funktion zuordnen und in Sekundenbruchteilen daraus ein, zwei, flapsige oder getragene Begrüßungssätze generieren können.

Für den wortgewaltigen Richard Reisinger kein Problem. Während so peu a peu die Gäste begrüßt werden, wird die Schlange draußen immer länger, ein ungeschriebenes Gesetz: Je länger die Schlange, desto angesehener der, der am Beginn der Schlange steht. Wer dran war, wird in das Innere des König-Ruprecht-Saals ausgespuckt und darf erst einmal Sekt oder etwas anderes zum Trinken in Empfang nehmen.

Honoratioren ohne Ende füllen beim Neujahrsempfang den Saal. Bilder: Mohr

Dann wundert er sich, wie viele Menschen hier reingehen. In der geordneten Struktur der Schlange brauchen sie draußen viel mehr Platz als drinnen, wo sich die Körper auf Tuchfühlung nähern können. Zäh drückt der Menschenbrei nach hinten, während der Dampfdruck im Saal stetig und aus den Wortfetzen der sich bildenden Small-Talks ein auf und ab wogendes Meer an Phonemen wird. Das hier ist nichts für Menschen mit Klaustrophobie.

Als der letzte Gast drinnen ist, schneidet die Blechmusik der "Blechgstaiadn" aus Auerbach noch einmal die inzwischen zähe Luft in Stücke, bevor es zum Höhepunkt kommt, der Neujahrsrede. Er könne die Besucher "nicht ganz kommentarlos zum Abendessen einladen" feixt der Landrat und stellt in Aussicht, "die Zeit bis zur Suppe möglichst schmerzfrei zu gestalten". Er wünscht den "friends from the US-army", dass sie "experienced interpreters" (erfahrene Übersetzer) an ihrer Seite hätten und dankt ihnen für ihre "patience during my boring speech" (Geduld während meiner langweiligen Rede). Na, da hat der Landrat wieder sein Licht gewaltig unter den Scheffel gestellt. Geschickt vermeidet er Angriffspunkte. Wie viele Windkraftanlagen dereinst im Landkreis stehen würden, "wissen derzeit weder der regionale Planungsverband noch Bob Dylan". Dessen Liedtext von "Blowin' in the wind" übersetzt er mit: "Die Antwort mein Freund, weiß ganz allein der Wind."

AOK-Chef Wolfgang Händlmeyer hat das Defilee gerade überstanden und gönnt sich was zu trinken.

Das Verhältnis zur Stadt Amberg bezeichnete er als "schon fast eheähnlich". Und das trotz der Gebietsreform im Jahr 1972: "Der Aussöhnungsprozess ob dieses historischen Makels der Kreissitzfestlegung ist in Gang gesetzt", versprach er. Richard Reisinger denkt da in anderen Dimensionen als dem Klein-Klein der Kommunalpolitik, schweift ab in die deutsch-französische Landkreispartnerschaft und lässt durchblicken, dass ihn das viel mehr interessiere: "Jetzt befürchten Sie schon nicht ganz zu Unrecht, dass ich nunmehr zeitlich und inhaltlich völlig in meine berufliche Vergangenheit abdrifte und hinabgleite." Er meint seine Tätigkeit als Lehrer für Englisch und Französisch am Sulzbach-Rosenberger Gymnasium. "Auch künftig wird die zweite Amtssprache des Landkreises Amberg-Sulzbach Französisch sein!"

Festliche Stimmung im König-Ruprecht-Saal.

Im neuen Jahr stünde die weitere Modernisierung des St. Anna Krankenhauses an sowie die ersten Planungen für eine dauerhafte Gebäudesanierung "unseres Ostbayerischen Bergbau- und Industriemuseums/Kulturschlosses Theuern, das auch im Kreistag immer mehr Anhänger findet". Mit elf Millionen Euro werde die Generalsanierung des Sonderpädagogischen Förderzentrums angepackt. Ein landkreisweites Radwegekonzept werde erstellt und ergänzt durch ein E-Bike-Konzept, "damit vielleicht auch der Landrat eines Tages in seinem Landkreis öfters auf dem Rad gesehen wird." Harald Mohr

Die "Blechgstaiadn" aus Auerbach bliesen fehlerfrei.

http://www.oberpfalznetz.de/owz/3544038-132-eheaehnliche_verhaeltnisse,1,0.html

Regionalmanagement großes Ziel

Bildergalerie: Landrat Richard Reisinger skizziert bei Neujahrsempfang des Landkreises Amberg-Sulzbach breite Themenpalette

http://www.oberpfalznetz.de/asempfang

11.01.2013 | Netzcode: 3527506 |

Von der Unterwelt zum Baron

Stiber-Fähnlein besucht Schwandorfer Felsenkeller und Fronberger Schloss

Sulzbach-Rosenberg (rlö) Regionale Geschichte im Doppelpack gab es für die Mitglieder der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein beim traditionellen Jahresausflug, der diesmal in die Große Kreisstadt Schwandorf und ins benachbarte Fronberg an der Naab führte. Nach der Anreise mit dem Bruckner-Bus stiegen die Teilnehmer hinab in Schwandorfs "Unterwelt", in das weitläufige Kellersystem tief im Inneren des Schwandorfer Holz- und Weinbergs.

Hier finden sich über 100 von Menschenhand in den Dogger-Sandstein gehauene Felsenkellerräume, die einst als Lager und Kühlung für Bier, Lebensmittel, Kaffee, Spirituosen und andere Waren dienten. Mit einem kundigen Führer der Stadt Schwandorf wanderten die Stiberer durch sieben miteinander verbundene Kellersysteme, die teils in Etagen übereinander liegen. Die ersten Keller wurden bereits Ende des 15. Jahrhunderts angelegt.

Die Schwandorfer Felsenkeller, die im Zweiten Weltkrieg auch der Bevölkerung als Zuflucht vor den alliierten Bombenangriffen dienten (die Stadt wurde damals zu 70 Prozent dem Erdboden gleich gemacht) wären beinahe in Vergessenheit geraten, wurden dann aber mit Millionenaufwand ab Anfang 2000 über Jahre aufwändig wieder freigelegt und saniert. 17 000 Besucher bewunderten allein im vergangenen Jahr dieses außergewöhnliche Geschichtsdenkmal.

Renaissance-Zeit

Der Unterwelt wieder glücklich entronnen, stärkten sich die Fahrtteilnehmer erst einmal beim Mittagessen im Gasthof "Zum Dobmeier", ehe es nach Fronberg ging. Dort erwartete Baron Hubertus von Breidbach-Bürresheim die Gruppe bereits zu einer ausgedehnten Führung durch das Fronberger Schloss, das in seiner heutigen Form etwa zur Renaissance-Zeit entstand

In seinen Wurzeln reicht das imposante Gebäude jedoch vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück. Spätestens an Fronleichnam 2013 wird des ein Wiedersehen der Stiberer mit Baron Hubertus von Breidbach-Bürresheim geben, denn an diesem verlängerten Wochenende nimmt die Historische Gruppe der Herzogstadt wieder am großen Schwandorfer Mittelalter-Fest im Fronberger Schlosspark teil.

Auch zu anderen auswärtigen Großveranstaltungen, unter anderem zu den Schweppermann-Festspielen in Kastl, liegen dem Stiber-Fähnlein bereits Einladungen vor.

Arbeitsreiches Jahr

Ein arbeitsreiches Jahr liegt also vor den "Gewandeten", die neben den genannten Verpflichtungen natürlich auch das örtliche Kulturleben bereichern werden. Höhepunkt dabei dürfte wie in den vergangenen Jahren wieder das Historische Altstadtfest auf der Schanz Ende Juni sein.

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Stand: 25. April 2016     

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