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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

Von (oy) | 04.09.2015 | Netzcode: 4715305 | SULZBACH-ROSENBERG

Von der Werkstatt in den Stollen

Tag des offenen Denkmals mit verschiedenen Aktionen - Stadtmuseum bietet eine Führung an


Die Vorfreude auf den Tag des offenen Denkmals ist schon jetzt groß bei (von links) Josef Rieder, Siegfried Scholz, Maria Faltenbacher, Armin Kraus, Nicole Niering und Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer. Bildunterschrift Bild: Royer

Druckerschwärze, Erzbrocken, Schuster-Ahlen und eine sakrales Kleinod - all das können Besucher am Tag des offenen Denkmals erleben. In der Herzogstadt laufen dazu am Sonntag, 13. September, verschiedene Aktionen, die dem Jahresthema "Handwerk, Technik, Industrie" gerecht werden sollen. Die Eröffnung des ereignisreichen Tages geht um 13.45 Uhr vor dem Rathaus über die Bühne.

Beim Pressegespräch stellten Maria Faltenbacher (Stiber-Fähnlein), Josef Rieder, Siegfried Scholz und Armin Kraus (Bergknappenverein) sowie Nicole Niering von der städtischen Denkmalbehörde und Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer die verschiedenen Unternehmungen vor. Alle Besichtigungen sind kostenlos, Spenden aber willkommen.

Pflasterzollhaus: Ab 14 Uhr wird dort ein Schuster in der angegliederten Werkstatt sein Handwerk vorstellen. Kaffee und Kuchen sorgen dabei für eine angenehme Atmosphäre.

Historische Druckerei Seidel: Alte Techniken stehen dort im Mittelpunkt. Helmut Spies, der noch in den geschichtsträchtigen Räumen ausgebildet wurde, erweckt die Maschine um 14, 15 und 16 Uhr zum Leben und druckt Sulzbacher Stiche. Von 13.30 bis 17 Uhr ist auch das dazugehörige Café Minerva geöffnet.

Schaustollen Max: Vom Bergknappenverein werden dort am Rande der Villa Max Führungen angeboten. Josef Rieder und Siegfried Scholz warten zudem mit vielen Informationen aus der reichen Montangeschichte der Herzogstadt auf.

Stadtmuseum: Ab 13.30 Uhr ist bei freiem Eintritt geöffnet. Eine Führung durch die Räume wird ab 14.30 Uhr angeboten.

Kirche St. Hedwig: Geistliche Abendmusik ab 17 Uhr mit anschließender Eröffnung der Jubiläumsausstellung "250 Jahre Klosterkirche".

Mehr als 7700 historische Baudenkmale, Stätten und Parks können neugierige Besucher deutschlandweit am Tag des offenen Denkmals am 13. September erleben. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit.

Alte Techniken
Orte wie historische Fabrikhallen besitzen meist einen ganz besonderen Charme. Zudem ist die Industriegeschichte eng mit den sozialen und demografischen Entwicklungen ganzer Regionen verbunden. Dies und der Aspekt der Nachhaltigkeit macht die Umnutzung dieser Gebäudetypen so wichtig.

Am Tag des offenen Denkmals werden ebenso gelungene wie noch umzusetzende Ideen für Nutzungskonzepte vorgestellt. Handwerker präsentieren ihre Gewerke mit den Techniken des alten Bau- und Kunsthandwerks an konkreten Beispielen. Zugleich erfahren die Besucher, wie man heutzutage denkmalgerecht instand setzt.

Das bundesweite Programm im Internet: http://www.tag-des-offenen-denkmals.de

Von (oy) | 24.08.2015 | Netzcode: 4703697 |  SULZBACH-ROSENBERG

Stiber-Fähnlein übernimmt bei Fortsetzung des Stollenfestes Verantwortung

Fast wäre für das Stollenfest schon die letzte Messe gelesen worden, aber dank intensiver Rückbesinnung und Suche hat diese traditionelle Veranstaltung jetzt eine Zukunft. Da es für den Bergknappenverein wegen Überalterung der Mitglieder alleine nicht mehr möglich gewesen wäre, das Fest am Rande des früheren Flickparks zu stemmen, hat nun das Stiber-Fähnlein die Federführung übernommen.

Wie Knappen-Vorsitzender Armin Kraus und Stiber-Chefin Tanja Weiß (Dritter und Zweite von links mit Sohn Maximilian) beim Eingang zum Schaustollen "Max" informierten, wird das 19. Stollenfest am Samstag, 19., und Sonntag, 20. September, über die Bühne gehen. Für die historische Gruppe war es selbstverständlich, dieses Erbe anzutreten, um so fortwährend auf die reiche Montangeschichte der Herzogstadt hinzuweisen. Auch Bürgermeister Michael Göth (rechts), die beiden Schaustollen-Führer Siegfried Scholz und Josef Rieder (Zweiter und Dritter von rechts) sowie Stiber-Vize Wolfgang Fischer (links) hörten die gute Nachricht der Fortsetzung sehr gern. Das Stadtoberhaupt lobte die Initiative und dankte für die Zusammenarbeit der beiden Vereine, die sich operative (Stiber) und logistische (Knappen) Aufgaben beim Stollenfest künftig teilen.

Der Erlös der kulinarisch und musikalisch bestens versorgten Veranstaltung kommt dem Erhalt des Stollens zugute. Auch ein unterhaltsames Kinderprogramm und Führungen im Stollen gehören natürlich zum Festablauf.

30.06.2015 | Netzcode: 4636021 |  SULZBACH-ROSENBERG

Feuerspektakel über den Köpfen

Sulzbach-Rosenberg. Unerhört: Ritter Cuntz Truchsess von Holenstein, gefürchteter Strauchdieb und Raubritter, vor dem sogar die mächtige Freie Reichsstadt Nürnberg zittert, zeigt vor neugieriger Augen seine Unterhosen! Und ein Herold der Sulzbacher Grafen erklärt dem staunenden Volk, was es mit einem "Hodendolch" auf sich hat! Was zum Henker ist los im Heerlager des Albrecht Stiber?

Eine Spinnerin und Bändchenweberinnnen zeigten ihre Kunstfertigkeit. Bild

(rlö) Ganz einfach zu beantworten: Der Teufel war los, und der Bär steppte beim Historischen Altstadtfest vor der grandiosen Kulisse der Stadtmauer. Drei Tage lang erwies sich das Mittelalter-Treiben auf der Schanz als der Publikumsmagnet schlechthin - sogar die Gewitterschauer am späten Samstagnachmittag schafften es nicht, die Gäste zu vertreiben.

Riesiges Schlemmermahl
Auch die Gewandeten, alles andere als wasserscheu, versammelten sich zu dieser Stunde zum großen Festmahl an der Tafel des Stadthauptmanns und Landrichters Albrecht Stiber, um nach Herzenslust zu schlemmen - seit vielen Jahren ist dies schon der angemessene Dank der ausrichtenden Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein an alle beteiligten Vereine aus Oberpfalz, Franken und anderen bayerischen Gauen. Denn sie alle, ob Handwerker, Bauern, Ritter, Spielleute, Adelige, Landsknechte oder schottische Clan-Krieger, gaben drei Tage lang wieder ihr Bestes, um das geneigte Publikum angemessen zu unterhalten.

Geheimnisvolle Welt
Stiber-Vorsitzende Tanja Weiß, historisch in der Rolle der Stiber-Tochter Clara, hatte mit ihrer fleißigen Mitarbeiter- und Helferschar allen Grund zur Freude: Das Angebot, beim Altstadtfest einzutauchen in die bezaubernde und geheimnisvolle Welt des Mittelalters und der Renaissance, fand riesige Resonanz.

Den Rekord dabei brach zweifelsohne wieder das grandiose Feuerspektakulum am Samstag nach Anbruch der Dunkelheit. Während oben auf den Wällen und Mauerkronen die Feuerkünstler zur Höchstform aufliefen, hätte man unten auf dem Platz über den Zuschauerköpfen spazieren gehen können.

Brennpunkt Badehaus
Das zentrale Motto "Mode und Gewandung in Mittelalter und Renaissance" stieß auf reges Interesse, Schneider, Spinnerinnen, Bändchenweberinnen, Färber und Schuster zeigten ihr handwerkliches Können, und das Ganze kulminierte in der zweimal präsentierten "Mittelalter-Modenschau", moderiert von Albrecht Stiber alias Sepp Lösch. Als weiterer Brennpunkt erwies sich einmal mehr das Badehaus mit dem gefragten Zuber und der Weinlaube, und all den fröhlichen Zechern schalmeiten und trommelten die Spielleute von "Schattenschweif" auf, dass schier die Ohren wackelten.

Kommandant kam aus
Besuchern aus Amerika blieb da glatt die Spucke weg, sie wähnten sich wie auf einem anderen Stern. So ähnlich erging es augenscheinlich auch den "Blauen Jungs" vom Patenboot Sulzbach-Rosenberg, die die seltene Gelegenheit nutzten, ihren Funkmeister in den Bäckertauchkorb zu sperren und ein Geburtstagskind aus ihren Reihen einer "Wellness-Kur" auf der Streckbank der Folterknechte zu unterziehen.

Nur mit der geplanten Gefangennahme des Bootskommandanten klappte es nicht mehr, die zuständigen Rittersleut' befanden sich da nämlich gerade auf Raubzug quer durch die Altstadtfestmeile ...

29.04.2015 | Netzcode: 4568225 | SULZBACH-ROSENBERG

Waschweiber und Geschichten

Sulzbach-Rosenberg. Edelleute, Ritter und Waschweiber: Das "Dorf" hat viel zu bieten. An sieben Stationen führte der Spaziergang durch Rosenberg, begleitet mit Geschichten und Geschichte.

Die Geschichten zur Geschichte Rosenbergs ließen nicht nur Bürgermeister Michael Göth (links) aufhorchen. Mitglieder der Gruppen Stiber-Fähnlein, Comitas Sulczpach und der Tanzkreis Laetissime Saltemus unterstützten den besonderen Spaziergang.

Bild: hfz Passende historische Szenen ließen Mitglieder der Gruppe Stiber-Fähnlein, ihrer Ritter von Comitas Sulczpach und der Tanzkreis Laetissime Saltemus lebendig werden.

Bereits am Startpunkt, dem Ersten Bayrischen Schulmuseum stieß Bürgermeister Michael Göth zur Gruppe, Tanja Weiß verwies auf die Wichtigkeit und Ausstattung des Museums. Gleich oberhalb befindet sich das Schlösschen "Franziskaruh" die nächste Station des Spaziergangs. Die dreiflügelige Anlage wurde zum Teil mit Steinen aus der damaligen Rosenburg-Ruine erbaut. Natürlich durften auch die Anekdoten über die Pfalzgräfin und den Pfalzgrafen dem "schönsten Mann" seiner Zeit und seine amourösen Abenteuer und nicht fehlen.

Magische Klänge

Angezogen von den magischen Klängen eines mittelalterlichen Spielmannes zog die Gruppe den Burgberg hinauf, im Blick das 1929 erbaute Kriegerdenkmal. Die Hochmittelalter-Gruppe des Stiber-Fähnleins "Comitas Sulczpach" empfing die Besucher mit einem Schaukampf.

Die St.-Johanniskirche im spätgotischen Stil, ist vor allem durch die Epitaphe geschichtlich interessant - hier übernahm nun die geschichtliche Darstellung die historische Figur des Bürgermeisters Sigmund Löneys alias Altbürgermeister Gerd Geismann in Begleitung von Mitgliedern des Stiber-Fähnleines. Einführenden Texten aus der Braunschen Chronik folgte noch die Beschreibung der einzelnen Grabplatten von Sebastian und Wolf Erlbeck, Sebastian und Albrecht Stiber."

Geleitet von den Rittern und Landsknechten spazierte die Gruppe durch den Ortskern von Rosenberg, durch romantische Gassen und Winkel, Weiß und Wolfgang Fischer erzählten von kriegerischen Zeiten und französischen Belagerern. Von der mehrfachen Zerstörung des Dorfes durch Kriegs und Naturgewalten.

Das lautstarke Geschnatter einiger Waschweiber, die ihre schönste Wäsche vor den Besuchern ausgebreitet hatten und fleißig durch das kalte Wasser zogen, empfing die Gruppe an der bekannten "Flei" der alten Ortsquelle von Rosenberg. Heute modern zum Kneippbecken umgebaut, wird sie nicht mehr im historischen Sinn genutzt, jedoch wird durch die Figur der Wäscherin auf Ihren ursprünglichen Zweck verwiesen. Wasser war immer ein kostbares Gut und bis zum Jahre 1923 deckten die Rosenberger ihren Wasserbedarf aus Quellen und Hausbrunnen. Seither hatte Rosenberg ein gemeindeeigenes Wasserleitungsnetz, welches von der Maxhütte eingespeist wurde.

Die letzte Station nutze die Erzählerin, um die Sage vom Geiger-Pumperl und dem Drachen eindrucksvollen zu vermitteln. Mit Blick auf die hohen Felsen des Rosenberger Schlossberges machten es sich die Besucher nach der Tour bei Kaffee und Kuchen im Café Fischer bequem und der Tanzkreis Laetissime Saltemus beschloss den Nachmittag.

15.04.2015 | Netzcode: 4551295 | SULZBACH-ROSENBERG

"Allerley" Spektakel

Spaziergang durch Rosenberg

Ein "Spaziergang durch Rosenberg" führt am Samstag, 25. April, vom Schulmuseum zum ehemaligen "Schlößl", über den Schlossberg zur Johanniskirche, die "Flei", zum "Café Fischer". Der "Spaziergang" steht unter dem Motto "Vom Mittelalter bis zur Maxhütte" mit "allerley Spektakel". Begleitet wird er von der historischen Gruppe "Stiber-Fähnlein". Treffpunkt für die etwa zweistündige Veranstaltung ist um 14.30 Uhr beim Schulmuseum. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten. Um Anmeldung wird bis 23. April unter Telefon 09661/8776800 gebeten.

10.03.2015 | Netzcode: 4510506 |  SULZBACH-ROSENBERG

"Herren der Ringe" und alte Spiele

Museumstag: Stadtmuseum lässt Geschichte lebendig werden

Heute noch in Sulzbach-Rosenberg – morgen in Nürnberg: Schon lange vor der Ausstellung „In Mode – Kleider und Bilder aus Renaissance und Frühbarock“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg wurde am Sonntag im Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg eines der Ausstellungsstücke gezeigt – zwar nicht das Original, aber immerhin ein schon vor zwölf Jahren hergestelltes Duplikat.

Nur drei Exemplare dieses Typs gibt es weltweit. „Es waren wahrscheinlich Schuluniformen aus einer deutschen Militärakademie, die aus der gleichen Werkstatt stammten“, glaubt der gebürtige Amberger und Mittelalter-Fan Robert Pradler, der heute als Planungs-Ingenieur in der Nachrichtentechnik in Nürnberg arbeitet. Er hat das Stück im Jahr 2003 geschaffen. Die Ausstellung in Nürnberg vom 3. Dezember 2015 bis 6. März 2016 war nun für das Museum der Anlass, das Exponat sozusagen als Vorschau beim Museumstag zu zeigen.

Angela Breu vom befreundeten Verein Angela Breu vom befreundeten Verein "Freundeskreis Mittelalter Schwandorf e.V." zeigte das "Brettchen-Weben". Bild: Harald Mohr

Seit vergangenem Jahr gibt es ihn, und auch beim zweiten Mal war der Zuspruch ordentlich. Wie 2014 wurde der Tag vom Stiber-Fähnlein und anderen historischen Vereinen aus Sulzbach-Rosenberg und Umgebung gestaltet, die sich in den verschiedenen Ecken des Museums platziert hatten. Einige Beispiele: Die Märchenerzählerin Tanja Weiß, die die Idee zu dem Museumstag hatte, stellte in der Abteilung über das Sulzbacher Schloss Kaiserin Irene von Byzanz dar und erzählte von deren Leben.

Ursula Singer und ihre Freunde vom Spielekreis "Tabula" zeigten den Kindern historische Brettspiele. Bild: Harald Mohr

Den Waffen-Spezialisten Gernot Bock vom „Verein 30-jähriger Krieg“ fand man in der Abteilung für Stadtgeschichte, wo er zeigte, wie man militärische Exponate aufpoliert. Die Krippenbauer vom Rosenberger Krippenverein hatten sich in der Abteilung „Religiöses Leben“ niedergelassen. In der Abteilung „Druckereien in Sulzbach“ zeigte Ahnenforscher Andreas SCHATZ vom Stiber-Fähnlein, wie er Stammbäume bis zu 14 Generationen zurück verfolgen kann und diese dann auch kunstvoll zu Papier bringt. Ahnenforscher Andreas Schatz vom Stiber-Fähnlein Ahnenforscher Andreas SCHATZvom Stiber-Fähnlein zeigte, wie er Ahnenbäume zeichnet. Bild: Harald Mohr

Die „Stiber“ haben auch einen eigenen Arbeitskreis („Tabula“) für alte SPIELE. Wer wollte, konnte hier gleich mitspielen. Die „Comitas Sulczpach“, ebenfalls eine „Stiber“-Untergruppe, zeigte, wie man Leder „punziert“: Mit Stempeln werden dabei Muster eingedrückt. Daneben konnte man bei der Entstehung eines Kettenhemdes zuschauen. Angela Breu vom befreundeten Verein „Freundeskreis Mittelalter Schwandorf e.V.“ zeigte das „Brettchen-Weben“. Mit dieser Technik produzierte man im Mittelalter bunte Bänder. Harald Mohr

http://www.owz-online.de/owz/4510506-132-herren-der-ringe-und-alte-spiele,1,0.html

Von (rlö) | 04.03.2015 | Netzcode: 4503944 | SULZBACH-ROSENBERG

Geschichte wird weiblicher

Ein Haufen rauer Haudegen und verwegener Marketenderinnen, geführt von zarter Frauenhand? Im Mittelalter wäre das - sieht man vom Ausnahmefall der Johanna von Orleans ab - schier undenkbar gewesen. Kein Problem hingegen für die historische Gruppe Stiber-Fähnlein: Sie wählte Tanja Weiß zu ihrer neuen Vorsitzenden.

Der neue Vorstand (vordere Reihe, von links): Daniel Butz, Peter Ostermann, Tanja Weiß, Maria Faltenbacher; hintere Reihe: Günter Weiß, Wolfgang Fischer, Birgit Gnahn, Altbürgermeister Gerd Geismann, Renate Lösch. Bild: rlö Das aufrechte Fähnlein der Geschichtsbewussten tagte beim "Bartl", wo der bisherige Vorstand bei der Hauptversammlung eine beeindruckende Bilanz vorlegte. Ellenlang die Liste der Veranstaltungen, Feste und repräsentativen Anlässe, die ohne die Stiberer in der Herzogstadt, aber auch weit darüber hinaus schier undenkbar wären.

Der bisherige Vorsitzende Helmuth Singer, der aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, blendete in Kooperation mit Notarius Maria Faltenbacher zurück auf die zahllosen Auftritte der Stiber-Leute oder der Ritterschaft von Comitas Sultzpach bei diversen historischen Großveranstaltungen, bei Weihnachtsmärkten, Jahresempfängen, bei Osterbrunnen, Walpurgisnacht, Themenführungen, Kinderveranstaltungen, im Stadtmuseum oder beim Patenverein in Cadolzburg.

Tanzgruppe und Feuer
Nicht weniger beeindruckend das Arbeitspensum der Tanzgruppe Laetissime Saltemus und der Feuerkünstler von Ardere Lilium, über das Judith Gruber und Thomas Aichinger als verantwortliche Leiter berichteten. Hinzu gesellen sich viele vereinsinterne Veranstaltungen, bei denen die Ausrichtung des großen historischen Lagers beim jährlichen Altstadtfest die zentrale Rolle spielt.

Auch mit der Oberpfälzer Tafelrunde, zu der sich einmal im Jahr alle oberpfälzischen historischen Gruppen treffen, setzten die Stiberer im vergangenen Jahr im Zollhaus neue Maßstäbe. Daniel Butz ließ die Aktivitäten der Rittergruppe "Comitas Sultzpach" Revue passieren, bei der aktuell 22 junge Leute engagiert zur Sache gehen. Sie machten sich auch verdient bei Arbeitseinsätzen und Pflegearbeiten auf der Schanz, beim Bau eines neuen mittelalterlichen Badehauses, im Stiberturm oder in der Vereinswerkstatt.

Vor dem Bericht von Säckelmeister Peter Ostermann über die Vereinsfinanzen bescheinigte Bürgermeister Michael Göth dem Stiber-Fähnlein, mit seinen vielfältigen Aktivitäten ein hervorragender Botschafter der Herzogstadt und ihrer reichen Geschichte zu sein. Die Gruppe erfreue sich daher auch in der Bevölkerung größter Wertschätzung.

Dank im Mittelpunkt
Ostermann wie auch Singer versäumten nicht, sich bei allen aktiven Helfern, bei den Arbeitsteams zum Altstadtfest und zu den Marktsonntagen sowie bei allen Spendern und Sponsoren zu bedanken. Dem Ehepaar Angelika und Heinz Presl dankte Helmuth Singer für die langjährigen Dienste als Vereinsheimwarte mit einem Präsent. Dem Revisionsbericht von Renate Lösch folgte die einstimmige Entlastung.

Die neue Vorsitzende Tanja Weiß erklärte, die Verankerung der Gruppe Stiber-Fähnlein in der Epoche des 15./16. Jahrhunderts - auch in punkto Gewandung bei repräsentativen Anlässen - sei ihr ein zentrales Anliegen. Mit dem 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. stellt sich im übrigen für das Jahr 2016 ein historisch sehr bedeutsames Thema. Die Arbeit wird beim Stiber-Fähnlein also nicht ausgehen, getreu dem Vereinsmotto "Zukunft braucht Herkunft".

Von (ben) | 16.01.2015 | Netzcode: 4447374 |  AMBERG-SULZBACH

Premiere für den Präsidenten

Amberg-Sulzbach. (ben) Kurzweilig soll's werden, die etwa 400 geladenen Gäste sollen beim Reden zusammenkommen. Ausufernde Ansprachen sind deshalb für heute nicht zu erwarten, wenn der Kreis zum Neujahrsempfang in den König-Ruprecht-Saal nach Amberg lädt - und mit einer Premiere aufwartet: Regierungspräsident Axel Bartelt spricht.

Traditionell werden auch 2015 die historisch gewandeten Akteure des Stiber-Fähnleins aus Sulzbach beim Neujahrsempfang des Landkreises Farbtupfer setzen. Bild: Steinbacher (Archiv) Landrat Richard Reisinger hatte den seit knapp einem Jahr amtierenden Spitzenbeamten der Oberpfalz auf seiner Wunschliste. Er wollte ihn als Hauptredner des Abends haben - und Bartelt sagte prompt zu. Worüber der Gast sprechen will, war gestern noch relativ offen. Auf jeden Fall aber wird er den Komplex der gesamten Flüchtlingsproblematik streifen.

Bevor Bartelt das Wort ergreift, werden ab 18 Uhr Landrat Richard Reisinger (CSU) und seine Stellvertreter Franz Birkl (CSU), Brigitte Bachmann (SPD) und Martin Weiß (FW) vielhundertfach Glückwünsche zum neuen Jahr entgegennehmen und ihrerseits den Besuchern mit auf den Weg geben. Den historischen Rahmen bilden einmal mehr das Stiberfähnlein aus Sulzbach und die Schlosswache - samt König Ruprecht. Mit von der Partie sind die Böllerschützen mit Günther Strobl, die vor den Toren des Gebäudes ihre Vorderlader abfeuern.

Im Inneren geben Ludmilla Portnova (Klavier) und Vadim Vasilkov (Schlagzeug) zwischen den Wortbeiträgen musikalisch den Ton an. Für den kulinarischen Genuss zeichnet erneut die Küche des St.-Anna-Krankenhauses (Sulzbach-Rosenberg) verantwortlich. Womit Chefkoch Andreas Gallner aufwartet, das wollte Amtssprecherin Christine Hollederer vorneweg nicht verraten: "Das Menü wird eine Überraschung" - mehr war ihr dazu nicht zu entlocken.

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4447374-129-premiere-fuer-den-praesidenten,1,0.html

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4449606-129-fluechtlingen-etwas-zurueckgeben,1,0.html

21.01.2015 | Netzcode: 4452486 | 

Asylbewerber beim Neujahrsempfang

Landrat Richard Reisinger lud ein - Gastrede von Axel Bartelt

Alle müssen an Landrat Richard Reisinger und seinen Stellvertretern Franz Birkl, Brigitte Bachmann und Martin Weiß vorbei defilieren. Bild: Harald Mohr

AMBERG. Wer zum Neujahrsempfang des Landrats geladen wird, der hat es geschafft: Er gehört zu den oberen 400 aus dem Landkreis. Mehr passen nicht rein in den König-Ruprecht-Saal im Landratsamt.

Doch auch wenn geschmortes Rinderragout, gegrillte Maispoulardenbrust, gebratenes Lachsfilet und Mezzalune mit Kürbisfüllung vom St. Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg als Belohnung warten, zuerst muss man durch die Zeremonie, deren anstrengendster Teil das Warten in der Schlange ist. Rund eine Stunde dauert es, bis alle drinnen sind, denn sie müssen an Landrat Richard Reisinger und seinen Stellvertretern Franz Birkl, Brigitte Bachmann und Martin Weiß vorbei. Die haben es auch nicht leicht, denn es gilt bei diesem Defilee, dem Neujahrswunsch ein paar freundliche, persönliche Worte anzufügen.

Das Stiber-Fähnlein und "König Ruprecht" stehen ebenfalls Spalier. Regierungspräsident Axel Bartelt im Gespräch mit Regierungspräsident Axel Bartelt im Gespräch mit Kommandeur Oberst Mark A. Colbrook von der US-Armee Garnison Bavaria in Grafenwöhr.

Wer etwas sehen will, muss vorne bleiben, möglichst nah am Rednerpult, wo die Luft, während sich der Saal füllt, immer stickiger wird. Ganz hinten ist die Luft besser, aber man sieht nichts. Und wird auch selbst nicht gesehen. Wer schon drin ist, pflegt Small-Talk, der im Lauf der Zeit zu einem Gemurmel von allen Seiten verschmilzt. Landrat Richard Reisinger hält seine Rede, sie ist wie immer ein Kunstwerk, in dem er es schafft, die gebotene Würde mit erstklassiger Satire zu verbinden, die sich über Neujahrsempfänge lustig macht. Man solle bitte "nicht bis zum hellen Tag" bleiben, fordert er auf. Er begrüße grundsätzlich niemanden namentlich, die „enttäuschten Gegner“ dieser Regelung „kommen ohnehin schon lange nicht mehr“.

Die Festrede überlässt er heuer dem Regierungspräsidenten Axel Bartelt. Er will sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzen. Der Landrat lud auch sechs Asylbewerber ein, „stellvertretend für die 383 bei uns im Landkreis untergebrachten Flüchtlinge“. 32 000 Asylbewerber gebe es zurzeit in der Oberpfalz, sagt Axel Bartelt, die Zahl habe sich „seit 2013 nahezu verdoppelt“.

Dennoch habe er Verständnis für die Flüchtlinge, denn: „Wir leben in einem der wohlhabendsten Staaten dieser Erde, viele würden ihre Probleme gerne mit uns tauschen.“ Er freue sich, dass es „keine Oberpfälzer Pegida“ gebe. „Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass das so bleibt.“ Dennoch brauche man künftig „klare Quoten innerhalb Europas“. Die Staaten „dürfen nicht nur in Brüssel die Hand heben, wenn es um die Verteilung von Geld geht“.

Traditionell beenden die „Kurfürstlichen Böllerschützen“ des Landkreises Amberg-Sulzbach den offiziellen Teil mit einer Reihe von ohrenbetäubenden Schüssen. Harald Mohr

http://www.oberpfalznetz.de/owz/4452486-132-asylbewerber-beim-neujahrsempfang,1,0.html

11.01.2015 | Netzcode: 4441816 | SULZBACH-ROSENBERG

Vom Bordell zum Schafsfell

Hurentöchter, Rotlichtviertel, Sex und Liebe im Mittelalter - dieses pikante Thema prägte den Jahresausflug der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein. Er führte heuer in die alte freie Reichsstadt Nürnberg.

In der alten Reichsstadt Nürnberg wandelte das In der alten Reichsstadt Nürnberg wandelte das Siber-Fähnlein auf mittelalterlichen Pfaden. Bild: rlö (rlö) Strenge und Pragmatismus bestimmten schon im 14. Jahrhundert den Umgang mit der Sexualität und der freien Liebe, wie eine versierte Stadtführerin den TEILNEHMERN an authentischen Schauplätzen verdeutlichen konnte.

Nach bequemer Anfahrt per Pendolino und U-Bahn startete die "anrüchige" Themenführung am eindrucksvollen Ehebrunnen beim Weißen Turm. Dieses Bronze-Kunstwerk zeigt in drastischer Bild- und Formensprache die verschiedenen Phasen einer Ehe von paradiesischen Flitterwochen bis hin zur Hölle auf Erden. Passend dazu hörten die TEILNEHMER einige Verse aus dem über 600 (!) Reime umfassenden Ehe-Klagelied des weltbekannten Nürnberger Mittelalter-Dichters Hans Sachs.

Ins Rotlichtviertel
Ein Abstecher ins heutige Nürnberger Rotlichtviertel durfte nicht fehlen, ehe die über 40-köpfige Ausflugsgruppe dann endgültig ins Mittelalter abtauchte. In der Frauengasse schilderte die Stadtführerin am einstigen Standort des "Frauenhauses" hochinteressante Details zum Thema, für das das historische Nürnberg geradezu prädestiniert erschien. Unterhielten die freien Reichsstädter doch bis ins 17. Jahrhundert hinein in dieser Gasse eines der größten Bordelle Europas.

Nicht zuletzt auch deshalb, um dem in die Hunderte gehenden männlichen Tross des Kaisers bei den regelmäßig stattfindenden Reichstagen auch eine standesgemäße Auswahl "freier FRAUEN" anbieten zu können.

Erst die Reformation machte dem städtischen Bordellwesen ein Ende und verbannte 1625 die "Hurentöchter" aus dem Kernbereich der Altstadt in jenes Viertel, in dem die käuflichen Damen auch heute noch anzutreffen sind.

Ein Verbrechen
Bei ihrem Rundgang erfuhren die Besucher nebenbei Interessantes über das florierende Nürnberger Handwerkswesen, und auf dem Weg über das einstige Badehaus Richtung Henkersteg blieb auch das Tabuthema Homosexuelle nicht außen vor.Liebe unter Gleichgeschlechtlichen galt im Mittelalter als eines der verabscheuungswürdigsten Verbrechen, überführte Homosexuelle landeten unweigerlich auf dem Scheiterhaufen. Es sei denn, der Henker war gerade ledig und unter den weiblichen Delinquenten fand sich eine, die ihm zusagte, Die durfte er dann begnadigen und heiraten.

Am Brautportal der Sebalduskirche endete die "Tour d' amour", und von dort waren es nur noch wenige Schritte zu "Finyas Taverne", wo die Stiberer den Tag bei Kerzenschein, auf Holzbänken und Schafsfellen ruhend, mit mittelalterlichen Schlemmereien stilvoll ausklingen ließen.

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Stand: 25. April 2016     

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