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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max


Programm der HG Stiber Fähnlein am Weihnachtsmarkt

Donnerstag 11.12.: Brauchtumsgebäck 
bemalte Springerle, Kletzenbrot, Gebildebrot 
- Ausschank: Likör, Hyppokras und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)

Likör - alle Liköre sind selbst hergestellt und sollen das Wissen um die verschiedenen Anwendungen mit Kräutern weitergeben. 
Hyppokras - ist für uns der Ahnherr des Glühweins*. 

Anwesende: Ingrid Hausner/Wolfgang Fischer 

Freitag 12.12.: Handwerk + Holz 
Instrumentenbau (Vorstellen fertiger Instrumente), Türharfe (Verkauf), Rührtrommeln, Schau-Krippen 
- Ausschank: Likör, Hyppokras* und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)

Anwesende: "Paganini" Sepp Gallesdörfer 

Samstag 13.12.: "Motto: St. Lucia bringt den Menschen das Licht"  
Kinder ziehen ihre eigene Kerze, kostenlos; 
Kerzen + Seifen Verkauf, durch die Deberndorfer; 
Wachsstöckl, Fatschenkindl Ausstellung; 
Restmisteln, 
- Ausschank: Likör, Hyppokras* und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)

Anwesende: Helmuth u. Ursula Singer 

Bühne Samstag: 17 Uhr Sepp Lösch führt durch das kurze Programm; Stiber Musikgruppe "Lusamendtleyn", spielt auf alten historischen Instrumenten (Drehleier und Streichpsalter, Flöte; 
Lichtertanz der Gruppe "Laetissime Saltemus" auf zwei MA Lieder Farandole und An dro 

Sonntag 14.12.: "Motto: St. Lucia bringt den Menschen das Licht" 
Kinder ziehen ihre eigene Kerze, kostenlos; 
Kerzen + Seifen Verkauf, durch die Deberndorfer; 
Wachsstöckl, Fatschenkindl Ausstellung; 
Restmisteln, 
- Ausschank: Likör, Hyppokras* und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)

Anwesende: Klaus u. Maria Faltenbacher 

Sonntag: Kindergruppe des Stiber-Fähnlein zeigt lebendige Marionetten

*Ein Köstlich Lieblich Getränk Und Gewürzter Wein - Hyppocrass Genannt 

Im Mittelalter gab es eine ganze Reihe von gewürzten Weinen und der Hyppocrass gehörte zu den beliebtesten. Man trank ihn zum Abschluß eines Bankettes oder im häuslichen Bereich abends warm vor dem zu Bett gehen.

Hyppocrass ist ein sehr köstlich lieblich anmutig Trank / wird gemeintlich in allen wohl gerüsteten Apotheken bereitet / nicht allein für mancherlei Fehl und Gebrechen des Leibes / sondern auch zur Wollust herrlicher Fürstenbankette / da solch edel Getränk mehr zu einer Pracht und Überfluß / als zur Erhaltung der Gesundheit unnütz verwendet und vergeudet wird / wie das köstliche Marzipan und Kraftbrot / samt anderen vielen kostbarlichen und heilsamen Konfekten. Dieser Trank wird auch gewöhnlich von denen morgens als eine kalte Suppe getrunken / welche die Nacht in Üppigkeit und Mutwillen / mit Treffen / Saufen / und anderen Lastern zugebracht / denn dieser Trank ist sehr schleckerhaftig / und der Zunge anmutig / erwärmt den erkalteten Magen / bringt wieder Luft zu der Speise / stärkt und bekräftigt die Verdauung / mag sehr nützlich gebraucht werden als eine heilsame kräftige Arznei / für alle kalten und feuchten Gebrechen des Hauptes / weißen Adern / und auch der Glieder / besonders von denen die kalter und feuchter Natur sind / besonders zur Winterzeit. Aber junge hitzige Leute sollten sich vor solchen und allen dergleichen hitzigen Getränken / wie Malvlier / Muskateller / Feynfall / Pinöl / Lautertrank etc. nach Möglichkeit hüten und bewahren.

 Quelle: Walter Ryff, Confect Büchlein, Frankfurt am Main 1544

Brauchtumsgebäck, als Brauchtumsgebäck bezeichnen wir auch Gebildebrote wie Spekulatius, Russisch Brot und Lebkuchenherzen, es kann ein süßes oder salziges Gebäck sein, das mit der Hand geformt wird oder unter Benutzung von Modeln, in die der Teig hineingepresst wird, entsteht. 

Modeln oder Springerle überliefern uns als eine Art bildlicher Informations- quelle das Gedankengut unserer Vorfahren. Modeln aus Holz und Ton lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen, wo sie hauptsächlich die menschliche Fortpflanzung (Lebensbaum) darstellen. Dargestellt wurden, anfangs überwiegend von den Klöstern, auch Heilige, Szenen der Legende und regionale Motive. Als Bäcker und Konditoren die Herstellung übernahmen, wurden die Modeln volkstümlicher. Sinnlich, nachdenklich aber auch satirisch, sollte menschliches dargestellt werden. 

Im 19. Jhd war es modern, Werke berühmter Künstler in Modeln nachzuschnitzen, z.B. Riemenschneiders "Maria im Weingarten". 

Das essbare Anschauungsmaterial wurde durch die modernen Medien überflüssig und war bald nur noch ein beliebter Schmuck für den Christbaum. 

Regionales Brauchtumsgebäck sind auch die Stutzbockerln, eine „Art Semmelbrod in Gestalt zweyer Hörner, deren Spitzen auswärts stehen“, oder die Luzienplätzchen, ein aus Hefeteig und Safran hergestelltes Gebildegebäck

Kletzenbrot: weitere Bezeichnungen: Hutzelbrot, Früchtebrot, Birnbrot, Birnweck, Das Kletzenbrot ist ein würzig-süßes Brot bei dem Trockenfrüchte und Gewürze mit dem Brotteig vermischt werden und zu kleinen länglichen Laiben geformt wird. Das Brot ist dunkelbraun und hat einen saftigen, festen Teig mit sichtbaren Frucht- und Nussstücken im Anschnitt. Häufig ist es mit weißen Mandeln verziert. Es ist sehr lange haltbar.

Geschichte des Kletzenbrotes: Das Kletzenbrot ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke und wird vor allem im bayerischen und schwäbischen Raum gebacken. "Kletzen" sind mit der Schale getrocknete Birnen, die schon teigig, also braun, weich und süß geworden sind. Die Birnen und Zwetschgen wurden in der Nachhitze des Backofens gedörrt und für den Winter aufbewahrt. Früher wurde Kletzenbrot ohne Honig oder Zucker hergestellt. Seine Süße erhielt es nur durch die Kletzen oder Hutzeln. Im Gegensatz zu den Kletzen sind die "Hutzeln" feinere Dörrbirnen, die vor dem Trocknen geschält wurden. Die Bezeichnung "Hutzeln" leitet sich vom niederdeutschen "hotten" ab, was so viel wie schrumpfen bedeutet. Ursprünglich wurden als Trockenfrüchte nur Kletzen u. Hutzeln verwendet, erst später nahm man mit der Einfuhr südländischer Früchte auch Feigen und Rosinen dazu. Mit dem Backen des Kletzenbrotes wurde um den Andreastag (30.November) begonnen. Hier beginnen auch die "Klöpfelnächte", in denen maskierte Burschen über die Felder sprangen und so Fruchtbarkeit bringen sollten. Mit Versen bettelten sie um Gaben, die in der Regel aus Kletzenbrot bestanden. Das Kletzenbrot ist also ein Fruchtbarkeitssymbol. 

Angeschnitten wurde das Kletzenbrot am Heiligen Abend oder am Stephans tag (26. Dezember) vom Hausvater, der es dann verteilte. Auch die Kinder, Knechte und Mägde bekamen ihren Anteil. Das Anschneiden des Früchte brotes ist auch ein alter Verlobungsbrauch: Ein rauer Anschnitt des Brotes bedeutete eine Absage von Seiten des Mädchens. Bei einem glatten Anschnitt war sie mit der Bewerbung des Jungen einverstanden. Schließlich erhielten auch die Tiere ihre "Maulgabe" in Form von Kletzen brot. Dies sollte Glück im Stall bringen.

Sankt Lucia "St. Lucia bringt den Menschen das Licht" 

Sie lebte vor mehr als 1600 Jahren in Syrakus in Sizilien. Luzia war Christin. Damals hatte sich das Christentum bereits rund um das Mittelmeer ausge-breitet, aber die Christen wurden verfolgt. Auch Luzia fiel den Verfolgern in die Hände. Die Legende erzählt, dass sie von Ochsen zu Tode geschleift werden sollte. Doch die bewegten sich nicht von der Stelle, so sehr man sie auch antrieb. Da wurde Luzia erstochen. 

Die Legende weiß auch zu berichten, dass Luzia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, damit sie in der Dunkelheit den Weg fand. 

Ihr Gedenktag, der 13. Dezember war im Mittelalter mit Mittwinter- und Sonnwendbräuchen verbunden. Bevor der gregorianische Kalender 1582 eingeführt wurde, galt der 13. Dezember als Mittwintertag. Im Mittelalter wurden an diesem Tag die Kinder beschert, da der 24. Dezember erst ab dem 16 Jhd. als Gabentag gefeiert wurde. 

Auch manche Pfarrgemeinden bei uns feiern die Heilige Luzia mit einem besonderen Gottesdienst. Nach schwedischem Vorbild zieht Sankt Luzia im weißen Gewand, umgürtet mit einer weißen Schärpe, gekrönt mit einer Lichterkrone, begleitet von ihren Gefährtinnen, in die dunkle Kirche hinein. Sie verkündigt die nahe Geburt Christi, der das wahre Licht der Welt ist. 
Quelle Heiligenlexikon

In unserer Gegend war früher die Luzier sehr gefürchtet, wie ein Gedicht von Fritz Morgenschweis bezeugt:

D`Luzier kummt

Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!

Gestern Nacht scho hob is ghäihat, mei, i war vor Angst ganz däiat. Unt im Hof is's unegeschlichn: "Wou is da Bou? Durt drobn! I siech'n!"

Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!

Heit Nacht wird ses Messa wetzn. Soln ma unsan Hund n'ashetzn, dass as soucht und packt und beitelt wöi a bouchans Ofascheitl?

Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!

Morgn Nacht werd ses umetreibm, tout de Kinna Kopf oschneidn, afn Goartnzau nafstecka, daß ma in da Fröih daschrecka!

Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!

Gell, du toust me niat vorou'n und n Vodan wegaloun. I wür brav, du würst a schaua, löiba lou i mi aushaua!

Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier! 
Fritz Morgenschweis

In unserer jetzige Zeit sind die Bräuche etwas milder, so hat sich mancherorts eingebürgert, am Luziatag Schiffchen mit Kerzen aufs Wasser zu setzen und treiben zu lassen.

Fatschenkindl 

Lange Zeit gab es geschnitzte Krippenfiguren nur in Kirchen. Das Landvolk hatte statt dessen sein "Fatschenkindl". Dabei handelt es sich um ein wächsernes Figürchen, von dem aber nur Kopf und Schultern sichtbar sind. Der Körper besteht aus einer flachen Stoffwalze. Mit Spitzen, Bändern, Schleifen, Schnüren, Rüschen und sonstigem Zierrat ist das Ganze eingefatscht, also eingewickelt. Meist ruht das Fatschenkindl in einem gerahmten Holzkästchen mit gläserner Schauseite. Die Innenausstattung dieser Kästchen ist oft ein Kunstwerk. Stoffblumen, Gold- und Silberpapier, Sternchen, Schleifen, Wedel, Perlen, Flitterkrönchen, kurz alles, was der Zierde dienen kann, findet hier Verwendung. 

FatschenkindFatschenkindFatschenkind

So ein kunstvolles Krippenkästchen gehörte früher zu jeder Brautausstattung. Manche Familien im Bayerischen Wald besitzen wohl noch so ein "Krippnkastl" mit dem Fatschenkindl, aber die Figurenkrippe ist auch in dieser Region an seine Stelle getreten.

Im Mittelalter fand die "Humanitas Salvatoris" (sozusagen die menschliche Dimension des Erlösers) verstärkt Eingang in die Weihnachtsliturgie. Schon 1232 baute der Hl. Franziskus zu Greccio eine Krippe und von dort entwickelten sich viele Christkindbräuche (bis hin zum Kindlwiegen) über Mitteleuropa 

Wachsstock, 

Der Wachsstock besteht aus einer tassenförmigen Standfläche, von der meist ein senkrechter Dorn aufragt, dessen oberes Ende mit einer Klemmvorrichtung versehen ist.

 Um den Dorn ist eine schnurförmige, meist nur etwas mehr als einen halben Zentimeter dicke Kerze gewickelt, die in der Halterung fixiert werden kann. Wachsstöcke bestehen für gewöhnlich aus Messing oder Silber und sind oft mit einem an einem Kettchen hängenden Löschhütchen bestückt. 

Als Wachstöckl bezeichnet werden aber nicht nur die Objekte, die zur Aufnahme der schnurförmigen Wachskerzen dienen, sondern auch die Wachslichter selbst. Vor allem in Wallfahrtsorten gab es früher ein reiches Angebot solcher schnurförmiger Kerzen. 

WachstockWachsstöcke

Die Wachsschnüre waren häufig kranzförmig gerollt oder in Form eines Gebetbuches zusammengelegt und mit Applikationen aus farbigem Wachs verziert. Beliebt waren auch korbartig gewundene Wachsstöckl. mit einem aus Wachs modellierten Jesuskind in der Mitte. Solche Exemplare dienten in erster Linie als Schauobjekte. 

Eine wichtige, vom 17. Jh. bis zur allgemeinen Verwendung des elektr. Lichts gebrauchte Lichtquelle. 
Quelle: Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Stand: 25. April 2016     

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