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Ritter Landsknecht Drill
Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

1. Was ist eigentlich ein Landsknecht?
Ein deutscher Söldner zu Fuß im 16. Jahrhundert.

2. Wer wurde Landsknecht und warum?
Vor allem Bauern- und Bürgersöhne, auch junge Adelige; die meisten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, andere aus Abenteuerlust.

3. Was verdienten sie?
Der einfache Knecht vier Gulden (zum Vergleich: ein Handwerksgeselle drei bis dreieinhalb Gulden im Monat), der besser ausgerüstete Doppelsöldner 8 Gulden. Dazu kam Hoffnung auf Zusatzsold bei Sturmangriffen und auf reiche Beute.

4. Wie waren sie bewaffnet?
Jeder Landknecht hatte eine Kurzwehr, nämlich ein kurzes Landsknechtsschwert (= Katzbalger) und die lange Wehr, den Langspieß (nicht Lanze oder Speer!), oder auch die Hellebarde/Helmbarte. Die "Befehlsleute" und die Doppelsöldner hatten Harnische, einige Knechte waren mit "Bihändern" (= große Schlachtschwerter) ausgerüstet.

5. Wie waren sie organisiert?
Die Verwaltungs- und Kampfeinheit war der "Haufe" (auch "Regiment" genannt). Zu einem Haufen gehörten mehrere "Fähnlein" (ca.120 - 300 L-Knechte). Weil der Landsknecht sein Essen und Trinken selbst kaufen musste, gehörte zum Fähnlein auch der "Troß" mit den Händlern und Metzgern, den Wirten und "Marketenderinnen" (= Händlerinnen und auch Prostituierte).

6. Welche Dienstgrade gab es im Haufe?
Den Haufen führte der "Obrist", sein Stellvertreter war der "Locotenent". 
Weitere Ämter waren: der "Profoß" (= Polizeichef im Hauptmannsrang und zugleich Staatsanwalt vor Gericht) , der "Schultheiß" (= Richter), der "Pfennigmeister" (= Zahlmeister ) , der "Wachtmeister" (= zuständig für die Wacheinteilung). Quartiermeister, Proviantmeister, Hurenwaibl.

7. Welche Dienstgrade gab es im Fähnlein?
Das Fähnlein wir von einem "Hauptmann" befehligt. Hatte dieser keinen "Leutinger" (= Locotenent) zur Seite, war der "Fähnrich" sein Stellvertreter. Dem Hauptmann stand auch ein "Spiel" (= 1 Pfeiffer und 1 Trommler) zur Verfügung. Sein Sold betrug 40 Gulden im Monat.
Dem Leutnant 20 G. Fähnrich 20 G. Kaplan 8 G. Feldweibl 12 G. Kundschafter 4 G. Fourier, Weibl, Trommler, Pfeifer Trabant (Leibwache), Dolmetscher, Fähnrichsbursche, Hauptmannskoch, Reisiger Knecht erhielten jeweils 4 Gulden

Eine Landsknechtshorde zu kommandieren war früher nicht einfach und ist heute noch nicht. Es reicht nicht aus die Kommandos zu geben, sondern es bedarf einer starken Persönlichkeit aus einem Zusammengewürfelten Haufen eine koordinierte Einheit zu schmieden. Hier einige Begriffe, die verwendet werden.

 

Befehl

Tätigkeit

Grundstellung Helmbardiere stellen sich in einer Reihe auf.
Kommando 1: 

„Die Rotte aufgemerkt!“

Die Wehre wird außen neben dem linken Fuß postiert und am ausgestreckten linken Arm gehalten. 
(Achtung: Bei Piken wird der linke Fuß leicht schräg nach außen gestellt und das Ende der Pike auf der Innenseite des Fußes auf den Boden gestellt.)

Kommando 2:

„Die Wehren auf!“

Die Rechte Hand rutscht am Schaft der Helmbarte nach unten und hebt sie an. Mit der linken Hand wird nachgegriffen. Die Rechte umschließt das Ende der Wehre, während mit der linken Hand der Schaft gegen die rechte Schulter gedrückt wird. 
(Achtung: Die Pike wird nicht am Ende des Schafts gegriffen. Es genügt, wenn das Schaftende zehn Zentimeter über dem Boden schwebt.)

Kommando 3:

„Die Wehren vor!“

Die linke Hand rutscht an das Ende der Wehre. Gleichzeitig wird die Wehre auf die linke Körperseite gebracht und nach vorn in die freigewordene rechte Hand fallen lassen 
(Achtung: Bei Piken ist es unmöglich mit der linken Hand das Schaftende zu halten und die Waffe waagerecht zu halten. Die Pike sollte am letzten Drittel des Schafts gehalten werden.)

Kommando 4:

„Die Wehren zum Angriff!“

Die Wehre wird auf Augenhöhe angehoben und mit der rechten Hand umgegriffen. 
(Achtung: Bei Piken ist es unmöglich mit der linken Hand das Schaftende zu halten und die Waffe waagerecht zu halten. Die Pike sollte am letzten Drittel des Schafts gehalten werden.)

Kommando 5:

„Die Wehren schleift!“

Die Wehre wird am oberen Ende, unterhalb des Beils gefasst und hinter dem Helmbardier hergeschliffen.

Kommando 6:

„Die Wehren über!“

Die Wehre wird einfach über die Schulter gelegt und der Schaft im unteren Drittel gehalten.

Kommando 7:

„Die Wehren zum Hieb!

Die Wehren werden links neben dem Kopf nach hinten gehalten. Die rechte Hand umschließt dabei noch immer das Ende des Schafts, wobei die linke hand den Schafts stützt. (Achtung: Dieses Kommando gibt es für Piken nicht.)

Kommando 8:

„Die Wehren zum Trutz!“

Die Wehren werden auf der Innenseite des schräg gestellten Fußes auf den Boden gestützt und mit den Händen nach vorne gehalten.

Kommando 9:

„Vorwärts voran!“

Hierbei wird einfach Vorwärts marschiert. 

(Achtung: Befehle, die zuvor gegeben wurden behalten Gültigkeit!)

Kommando 10:

„Links schwenkt!“

„Links schwenkt“ bedeutet einfach im Neuzig-Grad-Winkel links abbiegen. 
(Achtung: Wenn die Helmbardiere in einer Reihe stehen wird die ganze Reihe nach links bewegt, wobei der am linken Ende Stehende auf der Stelle geht, während der am rechten Ende Stehende die Geschwindigkeit angibt.)

Kommando 11:

„Rechts schwenkt!“

„Rechts schwenkt“ bedeutet einfach im Neuzig-Grad-Winkel rechts abbiegen. 
(Achtung: Wenn die Helmbardiere in einer Reihe stehen wird die ganze Reihe nach rechts bewegt, wobei der am rechten Ende Stehende auf der Stelle geht, während der am linken Ende Stehende die Geschwindigkeit angibt.)

Kommando 12:

„Links Kehrt!“

Bei diesem Kommando dreht sich der einzelne Helmbardier um seine Wehre herum neunzig grad nach links.

Kommando 13:

„Rechts Kehrt!“

Bei diesem Kommando dreht sich der einzelne Helmbardier um seine Wehre herum neunzig grad nach rechts

Kommando 14:

„Kehrt um!“

Bei diesem Kommando dreht sich der einzelne Helmbardier um seine wehre herum hundertachtzig grad nach Rechts

Kommando 15:

„Das Ganze steht!“

Bei diesem Kommando bleiben alle Helmbardiere auf der Stelle stehen.

Kommando 16:

„Frei zu gehen!“

Bei diesem Befehl löst sich die Rotte auf. Der Drill ist damit beendet.
 
 
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Stand: 25. April 2016     

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